Fußball Stöhr der Mann des Spiels

Der Schuss in die zweite Runde: Marvin Stöhr hämmert per Direktabnahme den Ball ins Lattenkreuz.Foto: Uli Nodler Foto: Die Oberbadische

Spektakel pur im brütend heißen Waldstadion. Nach einem 1:4-Rückstand zur Pause dreht der SV Weil ein schon verloren geglaubtes Pokal-Match und siegt am Ende verdient mit 6:5 bei einem SV Laufenburg, der dem Verbandsligisten aus der Grenzecke an diesem Tag alles abverlangte. Mann des Spiels war Weils Marvin Stöhr, der den Umschwung nach der Pause einleitete und den entscheidenden Treffer zum 6:5 spektakulär erzielte.

Laufenburg. Die erste Halbzeit war für den SV Weil jedoch zum Vergessen. „Unser Zweikampfverhalten war indiskutabel. Wir standen viel zu weit weg vom Gegner, haben in dieser Phase nicht mehr als zwei Zweikämpfe gewonnen und ansonsten nur gefoult, weil wir immer zu spät gekommen sind“, faltete Weils Trainer Andreas Schepperle seine Jungs in seiner Pausenansprache zusammen.

Der SV Laufenburg präsentierte sich im ersten Abschnitt gegenüber der 0:7-Klatsche im Test enorm verbessert, nutzte die Abwehrschwächen der Gäste eiskalt aus. So in der 16. Minute, als Bujar Halili einen Foulelfmeter zum 1:0 verwandelte. Zuvor war Paul Mendy von Lirian Ismajli im Strafraum gelegt worden. Nach einer halben Stunde führte der gastgebende Landesligist bereits 2:0. Nach einem Freistoß verlor die Gäste-Offensive erneut die Übersicht, und Sandro D’Accurso jagte die Kugel aus spitzem Winkel unter die Latte.

Laufenburg spielt eine exzellente erste Halbzeit

Danach kamen die Blauen etwas besser ins Spiel, ließen aber im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen. Immerhinerreichte in der 42. Minute ein Pass in die Schnittstelle der Laufenburger Abwehr Almin Mislimovic, der auf 1:2 verkürzte. Kurz zuvor hatte er noch eine hundertprozentige Chance ausgelassen. Und Stöhr hätte zwei Minuten später den Ausgleich machen müssen. Er lief alleine auf SVL-Schlussmann Gambero zu, spielte dann aber einen verunglückten Querpass auf Mislimovic, statt selber zu schießen. Das rächte sich dann in der Nachspielzeit, die wegen der Trinkpause mehr als fünf Minuten dauerte. Zunächst narrte Emanuel Esser die in dieser Phase überforderte SVW-Defensive, traf aus der Drehung zum 3:1. Zwei Zeigerumdrehungen später war Sandro Knab zur Stelle und die Laufenburger gingen mit einem komfortablen 4:1-Vorsprung in die Pause.

Lautstark fand dann Coach Schepperle in der schattigen Westkurve des Waldstadions die richtigen Worte, um sein Team aufzurütteln. Zudem stellte er um, blies nun im 4-3-3-System mit den Spitzen Buba Ceesay, Mislimovic und Stöhr zur erfolgreichen Aufholjagd.

Elf Minuten waren im zweiten Abschnitt erst gespielt, da stand’s 4:4. Dabei stand ein Mann im Blickpunkt: Marvin Stöhr. Der Super-Techniker war an allen drei Toren beteiligt. Mit einem Doppelpass brachte der kleine Wirbelwind Mislimovic in Position, der das 2:4 markierte. Beim 3:4 vernaschte er auf dem linken Flügel Mendy und legte dann Ceesay den Ball perfekt auf. Das 4:4 erzielte er mit einem herrlichen Schlenzer selber.

Die Laufenburger wankten bedenklich, hatten dann aber Glück, dass Michael Hänggi nach einer Stunde Spielzeit ohne Not Esser im Strafraum zu Fall brachte. Wieder verwandelte Bujar Halili den fälligen Strafstoß souverän, und der Landesligist führte wieder.

Doch der SV Weil ließ sich angesichts dieses neuerlichen Rückstands nicht mehr aus dem Konzept bringen. Der eingewechselte Justin Samardzic gelang nach 75 Minuten der 5:5-Ausgleich. Und dann stellte Stöhr in der 88. Minute mit einer genialen Direktabnahme auf Vorarbeit von Mislimovic die Weichen endgültig auf Sieg.

In der zweiten Runde, die bereits am kommenden Wochenende (15./16. August) ausgetragen wird, muss der SV Weil beim Ligarivalen SV Bühlertal antreten.

Tore: 1:0 (16.) Halili, 2:0 (31.) D’Accurso, 2:1 (42.) Mislimovic, 3:1 (45.+2) Esser, 4:1 (45.+4) Knab, 2:4 (49.) Mislimovic, 3:4 (52.) Ceesay, 4:4 (56.) Stöhr, 5:4 (60.) Halili (Foulelfmeter), 5:5 (75.) Justin Samardzic, 5:6 (88.) Stöhr. SR: Leisinger (Rheinfelden). Z.: 296.

SV Laufenburg: Cambero – Zölle, Hackenberger, D’Accurso (69. Labibot Halili), Mendy, Frieling (65. Gläsemann), Knab, Mathis, Bujar Halili (82. Bouhouch), Wießmer, Esser.

SV Weil: Keller – Groß, Maier (77. Lauber), Ceesay, Stöhr (92. Peres Buda), Do Le, Hänggi (69. Gashi), Ismajli (58. Justin Samardzic), Mislimovic, Tschira, Kormaz.

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