Fußball Sprich schießt SV Weil nach oben

Durbach - Für das scheidende Trainergespann Tobias Bächle und Heiko Günther sowie auch Almin Mislimovic, der sich Black Star Basel anschließen wird, war es der perfekte Ausstand. Das Trio wird wohl mit zwei weinenden Augen dem SV Weil Lebwohl sagen.

Fünf Jahre Landesliga sind genug, haben sich Spieler, Trainer und Verantwortliche des SV Weil vor dem alles entscheidenden Duell gestern in Durbach geschworen.

In der Vergangenheit konnte man das nicht immer vom SV Weil sagen, aber an Fronleichnam 2019 war es so. Die Grenzstädter riefen in diesem Aufstiegsendspiel ihr großes Potenzial hundertprozentig , vielleicht sogar ein bisschen mehr ab und ließen dem SC Durbachtal, der nach dem 3:2-Sieg in Villingen sogar die bessere Ausgangsposition hatte, keine Chance.

Einem Mann müssten eigentlich alle Weiler die Füße küssen: Ridje Sprich. Der Offensive mit dem unglaublichen Torriecher hat den Grenzstadt-Klub quasi im Alleingang in die Verbandsliga geschossen. Zunächst erzielte er im Heimspiel gegen den FC Villingen II in der 96. Minute den 1:1-Ausgleich, dann begeisterte er gestern in Durbach mit einem Fünferpack.

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Lediglich in den ersten Minuten ließ der Gastgeber die Muskeln spielen. Da wirkte der SC Durbachtal aggressiver und zweikampfstärker. Doch das legte sich schnell. Nach etwa zehn Minuten hatte der SV Weil den Respekt abgelegt, stand defensiv sicher und forderte den Staffel 1-Vize in der Offensive. Vor allem auf der rechten Außenbahn sorgte Patric Lauber für Betrieb.

So ließ die erste Großchance für die Blau-Weißen nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball (10.) wurde Ridje Sprich aber in letzter Sekunden von einem Durbachtaler Abwehrbein geblockt.

Die Weiler hatten das Geschehen auf dem zwischen Weinbergen idyllisch eingebetteten Fußballplatz in Durbach nun im Griff. Einmal mehr war Alim Mislimovicin diesem Match der Dosenöffner. Nach einer Ballstafette über Marvin Stöhr und Justin Samardzic ließ Mislimovic in der 24.Minute zwei Durbachtaler aussteigen und versenkte die Kugel im kurzen Eck.

Keine Frage: Die 1:0-Führung für den Staffel 2-Vize aus dem Dreiländereck war hochverdient. Acht Minuten nach dem 1:0 wäre beinahe der zweite Treffer für den Gast gefallen. Wieder war es Mislimovic, der jedoch am gegnerischen Strafraum zu lange zögerte.

Besser machte es sein kongenialer Sturmpartner Ridje Sprich in der 41. Minute. Nach einem Eckball, den Mislimovic trat, stand Sprich am langen Eck blank und köpfte wuchtig das 2:0.

Weiler müssen Sprich die Füße küssen

Die Heimelf besaß im ersten Durchgang auch zwei gute Möglichkeiten. Beide Male scheiterte aber Timo Petereit (21./37.) am glänzend reagierenden Sandro Keller im Weiler Kasten.

Sechs Minuten nach der Pause stellte Ridje Sprich mit seinem Treffer zum 3:0 die Weichen für den SV Weil endgültig auf Verbandsliga-Aufstieg. Nach einer viel zu kurzen Kopfball-Rückgabe von Jannik Klausmann sprintete der Flügelstürmer dazwischen und schob den Ball an Keeper Daniel Herr vorbei in die Maschen.

Der SC Durbachtal resignierte angesichts des klaren Rückstands, und die Sprich-Show ging weiter. Noch dreimal (54., 72., 88.) lochte der „Galaktische“ nach Vorarbeit von Stöhr, dem eingewechselten Kyriakos Stergianos und Kapitän Yannik Weber ein. Dann wurde beim Gast nur noch gefeiert.

SC Durchbachtal - SV Weil 1:6 (0:2). - Tore: 0:1 (24.) Mislimovic, 0:2 (41.) Sprich, 0:3 (51.) Sprich, 0:4 (54.) Sprich 0:5 (72.) Sprich, 1:5 (81.) Philipowski, 1:6 (88.) Sprich.. SR: Doering (Brigachtal). Z.: 1500.

SC Durbachtal: Herr - Tlemsamani (46. Meyer), Hauser, Kern (58.Rios), Martin, Petereit, Klausmann, Philipowski, Sandhaas (67. Oehler), Decker, Dautner.

SV Weil: Keller - Groß, Stöhr (73.Obradovic), Do Le (81.Mundinger), Sprich, Mislimovic, Lauber, Weber, Kaiser, Tschira (89. Lo Russo), Justin Samardzic (60. Stergianos).

Stimmen

Trainer Tobias Bächle: „Die Mannschaft war auf den Punkt parat. Die frühe Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt. Einstellung und Laufbereitschaft waren top und die Effizienz brutal. Der Abschied fällt mir natürlich jetzt im Augenblick des Triumphes sehr schwer. Die Jungs sind mir richtig ans Herz gewachsen.“

Kapitän Yannik Weber: „Wahnsinn, jetzt sind wir in der Verbandsliga! Der Aufstieg ist einfach überragend und ganz sicher verdient. Wir haben die ganze Saison hart dafür gearbeitet.“

Fünffach-Torschütze Ridje Sprich: „Ich habe schon auf der Hinfahrt gespürt, dass heute etwas geht. Keiner war verkrampft. Und das Spiel ist für mich einfach perfekt gelaufen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Dass ich fünfmal getroffen habe, ist auch ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Meine Spieler haben mich perfekt in Szene gesetzt.

Ganz großes Kino: Weils Aufstieg rettet drei Teams

SV Weil: Der Bezirk Hochrhein stellt in der kommenden Saison neben dem FV Lörrach-Brombach einen zweiten Verbandsligisten. Der Traditionsklub aus dem Nonnenholz gewann gestern das dritte Match der Verbandsliga-Aufstiegsrunde beim SC Durbachtal nach einer herausragenden Vorstellung mit 6:1 und steigt somit in die Beletage des südbadischen Fußballs auf.

Der Verbandsliga-Aufstieg des SV Weil lässt auch drei weitere Hochrhein-Klubs jubeln.

Denn: Durch den Weiler Aufstieg spielt der FSV Rheinfelden in der kommenden Saison weiter in der Landesliga, Staffel 2. Außerdem bleibt dem FC Wallbach in der Bezirksliga der Abstieg erspart. Und der FC Huttingen und SV Rheintal müssen in der Kreisliga A keine Abstiegsrelegation spielen.

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