Fußball VfR dreht nach der Pause auf

Tim Siegin, Stürmer des VfR Bad Bellingen, muss einiges einstecken. Am Ende lohnt es sich. Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Das war eine echte Achterbahnfahrt, die die Landesliga-Kicker des VfR Bad Bellingen da auf dem heimischen Hoppel-Rasen vollführten. Guter Beginn, dann eklatante Mängel im Defensivverhalten und ein 0:2, ehe die Hausherren nach der Pause fast alles richtig machten. Der alles in allem harmlose SC Wyhl wurde am Ende mit 3:2 bezwungen.

Von Mirko Bähr

Bad Bellingen. Wäre die Partie nach 45 Minuten zu Ende gewesen, dann hätte man kein gutes Haar an den Gastgebern lassen dürfen. Wie schafft man es, einen spielerisch doch sehr limitierten Gegner derart auf die Gewinnerstraße biegen zu lassen?

Die Antwort ist einfach: Mangelhaftes Abwehrverhalten in Halbzeit eins. Was Jakob Hugenschmidt, Adrian Mouttet, Kai Schillinger oder auch Enno Meyer, der auf der linken Seite aber auch häufig allein gelassen wurde, an Bällen verloren, das war schon heftig. Und weil man auf dem unebenen Naturrasen sich dann doch einmal nicht im aussichtslosen Klein-Klein verhaspelte, und mit genauen Pässen über die Außenbahn kam, dann war es Mike Muser, der kaum eine Flanke gefährlich in die Mitte brachte.

Nach gutem Beginn und zwei Halbchancen durch Tim Siegin (16.) und Tim Schillinger (17.) lud der VfR mit schludrigem Abwehrverhalten die Gäste zum Toreschießen quasi ein.

In der 19. Minute scheiterte Stefan Mamier nach einem Mouttet-Aussetzer im Mittelfeld noch mit einem Lupfer über Christian Keßler hinweg am Pfosten, dann machte er es nach 32 Minuten besser, als er nach verlorenen Zweikämpfen von Meyer und Kai Schillinger den Ball in den VfR-Maschen versenkte. Hugenschmidts Ballverlust in der 43. Minute eröffnete Sören Oberkirch die Gelegenheit zum 2:0. Sein Flachschuss landete im langen Eck.

Ein ganz anderes Gesicht zeigte der VfR nach der Pause. Der Wille war riesig und der Druck groß. Der angeschlagene Kai Schillinger blieb in der Kabine, für ihn kam Leon Dickau. Er brachte genauso neuen Schwung rein, wie auch Offensivkraft Antrija Micic. Gottschling stellte etwas um, und schon ging es zielstrebig nur in eine Richtung. Auf Klein-Klein wurde verzichtet, gerne agierte man mit Schmackes und Passgenauigkeit über die Flügel. Fehler wurden kaum noch fabriziert.

VfR nach der Halbzeit mit viel Zug nach vorne

Schon in der 48. Minute hätte Siegin nach einem Zuspiel von Christian Ophoven das 1:2 machen müssen. Sein Schuss ging am langen Eck vorbei. In der 59. Minute machte er es nach einer schönen Kombination besser. Der VfB war wieder dran, hatte dann nochmals Glück, dass in der 62. Minute erst Dickau gerade noch so vor der Linie gegen Julian Singer rettete und der Nachschuss von Jens Ritter am VfR-Gebälk landete.

Von da an war aber offensiv kaum noch etwas zu sehen vom SC Wyhl. Ganz anders der VfR. In der 67. Minute ging es flugs über links. Über Hugenschmidt und Moritz Reif kam der Ball flach und wuchtig in die Mitte. Dort verpasste zwar Micic, doch dahinter kam Muser angeschossen und schob die Kugel ins Netz – 2:2. Nur fünf Minuten später fiel das 3:2. Ein Freistoß, den Schillinger flach auf das Tor brachte, lenkte Sebastian Neininger zur Seite ab, wo Micic goldrichtig stand und abstaubte.

Im Anschluss verpasste es der VfR, allen voran Siegin, bei schnellen Gegenzügen die Entscheidung. Der Sieg schlug am Ende dennoch zu Buche. „Und der war verdient und wichtig“, befand Coach Werner Gottschling. „Wir haben wieder Geschenke verteilt, standen mit dem Rücken zur Wand, konnten diesmal aber reagieren.“ Man habe den Gegner mit unnötigen Ballverlusten zu Selbstvertrauen verholfen. „Das kann und darf einfach nicht sein.“

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