Fußball Viele Enttäuschungen, zwei Lichtblicke

Fabian Schreiner

Die Bezirksliga Hochrhein befindet sich in der Winterpause. Während der FC Zell als Tabellenzweiter in der Rückrunde um den Aufstieg spielen wird und auch der FC Schönau bislang positiv überraschte, durchlebte ein Quintett durchaus eine turbulente Hinrunde mit zahlreichen Trainerwechseln. Eine Zwischenbilanz.

Von Fabian Schreiner

Lörrach. Die Corona-Pandemie hat der Saisonplanung einen Strich durch die Rechnung gemacht – einmal mehr. Eigentlich wären noch zwei Spieltage zu absolvieren gewesen, doch die Teams mussten nun erneut vorzeitig in die Winterpause gehen. Ob und wann der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann, steht aktuell noch in den Sternen.

Sicherlich nicht ganz unglücklich war Michael Schwald, Trainer des FC Zell, dass die Winterpause vorzeitig eingeläutet wurde, da seine Mannschaft in den vergangenen Spielen bereits mit den Folgen der 2G-Regelung zu kämpfen hatte. Nichtsdestotrotz haben die Wiesentäler die Hinrunde auf einem starken zweiten Tabellenplatz beendet. Nur drei Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter FC Erzingen, wobei die Zeller sogar noch ein Spiel in der Hinterhand haben. „Wir haben in 15 Spielen nur zwei verloren und da haben wir uns selbst geschlagen. Daher kann mein Fazit nur positiv ausfallen“, betont Schwald.

Vor der Saison musste Zell acht Neuzugänge integrieren. Schwald entwickelte gemeinsam mit seinem neuen Assistenten Lars Müller eine absolute Spitzenmannschaft, die wohl auch bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen wird.

„Wir haben jetzt, bis auf den FC Schönau, gegen alle Mannschaften gespielt und ich muss sagen, dass wir da oben auch völlig zurecht stehen“, so Schwald. „Die Neuzugänge haben sich schnell eingefunden. Das Team hat die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, sehr gut umgesetzt.“

Hinter den Zellern kommen auf den Plätzen drei und vier die SG Mettingen/Krenkingen und der SV Buch, die mit ihrer leidenschaftlichen Art, Fußball zu spielen, eine tolle Hinserie absolviert haben. Auch der FC Hochrhein auf Rang fünf zählt zu den positiven Überraschungen.

Auf Platz sechs kommt dann schon der FC Schönau, mit dem sicherlich vor der Saison nicht jeder so weit oben gerechnet hat. Doch Trainer Christian Lais verstand es, aus jedem einzelnen Spieler das Maximum herauszuholen und eine Mannschaft zu formen, die in jedem Spiel alles gibt.

Vor allem zuhause im Jogi-Löw-Stadion sind die Schönauer eine Macht. Der Cheftrainer blickt aber auch über den Tellerrand hinaus und macht sich Sorgen um die Zukunft: „Corona hat uns wieder eingeholt, es droht uns Gleiches wie in der vergangenen Saison. Ob wir das wieder so kompensieren können, müssen wir abwarten. Wir können nur hoffen, dass der Unterbruch sich in Grenzen hält.“

Probleme mit der 2G-Regel hat man in Schönau nicht. „Wir werden die Zeit nutzen, um uns boostern zu lassen. Ich möchte an alle Teams appellieren, auf diesen Zug aufzuspringen, damit wir unserem liebsten Hobby nachgehen können.“

Eine Hinrunde mit Höhen, aber auch vielen Tiefen spielte der SV Herten, der aktuell mit 26 Zählern auf Platz sieben liegt. Die Aufstiegsplätze sind zwar noch in Reichweite, doch die Entwicklung der vergangenen Wochen und Monaten stimmte nicht mehr zu 100 Prozent.

Die Trennung von Trainer Musa Musliu kam durchaus überraschend. „Der SV Herten teilt mit, dass man die Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer Musa Musliu zur Winterpause beenden wird“, hieß es in einer Pressemitteilung von Teammanager Thorsten Szesniak.

Für Musliu kam die Entscheidung aus heiterem Himmel. Ein Interview wollte der 37-Jährige unserer Zeitung nicht geben und bat um Verständnis. Musliu war elf Jahre in Herten, zunächst als Spieler, anschließend zwei Jahre als Assistent sowie zweieinhalb Spielzeiten Cheftrainer. Findet der SVH im kommenden Jahr wieder zu alter Stärke zurück, ist den Hertenern eine Position ganz vorne immer noch zuzutrauen, denn Qualität hat die Mannschaft ohne Zweifel.

Auch die SG FC Wehr-Brennet hat einiges an Potenzial im Team, doch zu Beginn der Saison lief noch nicht viel zusammen bei der Elf von Urs Keser und Sascha Dreher. Zwar steigerte sich die SG, doch für mehr als Platz elf reichte es nicht.

Eine enttäuschende Halbrunde spielte der TuS Efringen-Kirchen, der nur als Zwölfter in die Winterpause geht. Die Ansprüche der Rebländer sind ganz andere. So hat sich Dennis Weiß seinen Abgang nach fünfeinhalb Jahren beim TuS sicherlich nicht vorgestellt.

Den Übungsleiter zieht es jetzt zum FV Lörrach-Brombach, wo er die U19 in der Oberliga übernimmt. „Tabellarisch haben wir uns unter Wert geschlagen. Die Jungs haben sich aber in den vergangenen Wochen gesteigert. Natürlich ist es aber schade, dass wir die Leistung in der Tat nicht über die gesamte Hinrunde abrufen konnten“, erklärte Weiß zuletzt im großen Interview mit unserer Zeitung. Nachfolger von Weiß wird Patrick Bösch, der über die UEFA-A-Lizenz und über Trainererfahrung in verschiedenen Ligen der Schweiz verfügt.

Der TuS Efringen-Kirchen ist seine erste Station in Deutschland. Drei Punkte beträgt der Vorsprung derzeit auf den ersten Abstiegsplatz. Es ist davon auszugehen, dass sich die Efringer in der Rückrunde ins Mittelfeld absetzen werden. Alles andere wäre sicherlich eine Enttäuschung.

Enttäuschend verlief die Runde bislang für die U23 des FV Lörrach-Brombach. Ende September trennten sich die Wege von Angelo Cascio und dem FVLB. Cascio arbeitete sieben Jahre für die Grütt-Kicker mit unterschiedlichen Mannschaften.

Zur Rückrunde greift Cascio nun beim FC Wittlingen als Co-Trainer der ersten Mannschaft wieder ins Geschehen ein. Mit Hanspeter Schlagenhof, der den Posten des Cheftrainers interimsmäßig übernommen hatte, lief es dann zunächst besser, doch nach den ersten Spielen ging es wieder bergab.

Deshalb steckt der FVLB auf Platz 15 mitten im Abstiegskampf. Zehn Punkte stehen aktuell gerade einmal auf dem Konto. Es wird ein langer Weg für Thorsten Meier, der das Zepter zur Rückrunde übernehmen wird, das Team in der Liga zu halten. Meier trainierte bis zuletzt noch die U19 im Verein.

Auch der Bosporus FC Friedlingen musste bereits seinen Trainer wechseln. Deniz Aytac blieb der Erfolg verwehrt, Sportchef Riza Bilici hat nun auch wieder an der Seitenlinie das Sagen bei den Grenzstädtern. „Wir stehen zurecht auf dem letzten Platz“, macht Bilici deutlich.

„Es wäre für den Verein wirklich zu wünschen gewesen, wenn wir mal wieder ruhigere Zeiten erleben könnten, aber die Vorrunde hat uns leider eines Besseren belehrt.“ Mit Neuzugängen soll im neuen Jahr dennoch der Klassenerhalt erreicht werden. Es bleibt spannend in der Bezirksliga. So viel steht fest.

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