Fußball Vielleicht muss gelost werden

Wittlingens Torhüterin Fabienne Grauer kann auf eine Fortsetzung des SBFV-Pokalwettbewerbs hoffen.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Im deutschen Profifußball wird wieder unter strengen Auflagen vor leeren Rängen gekickt. Und was passiert im Amateurfußball? Da plädieren die baden-württembergischen Fußballverbände für einen Saisonabbruch. Dagegen soll aus Sicht des Südbadischen Fußballverbandes (SBFV) der Pokal-Wettbewerb der aktuellen Saison 2019/20 final ausgetragen werden.

Von Uli Nodler

Freiburg. Es solle, so der SBFV in seiner Stellungnahme, weiterhin die Möglichkeit bestehen, die verbleibenden Pokalspiele auch noch nach dem 30. Juni auszutragen. Hier könnten individuelle Lösungen mit den wenigen im Pokal verbliebenen Vereinen gesucht werden. Dies gelte, so der Verband, zunächst auch für die Verbandspokal-Wettbewerbe der Jugend und der Frauen sowie die Bezirkspokal-Wettbewerbe.

Eine einheitliche Pokallösung für den Amateurfußball wünscht sich Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Aber die wird es nicht geben. Schon innerhalb der Landesverbände wird teilweise verzweifelt nach Wegen aus der Krise gesucht.

Eigentlich war nicht nur das DFB-Pokalfinale am 23. Mai geplant. An diesem Tag war auch der „Finaltag der Amateure“ angesagt. Mehr als 2,5 Millionen Zuschauer verfolgten 2019 im Ersten die Live-Übertragungen des „Feiertags des gesamten deutschen Fußballs“, wie Rainer Koch ihn nennt. Koch ist für die Amateure zuständiger DFB-Vize. Ob und wann dieser Feiertag im Jahr 2020 sein wird, wo es die anstehenden Endspiele um die jeweilige Landespokale geben wird, ist in Zeiten der Corona-Pandemie offen.

In Südbaden stehen bei den Männern, Frauen und A-Junioren immerhin schon fast alle Halbfinalisten fest. So treffen bei den Männern der SC Lahr und SV Oberachern sowie der VfR Stockach und 1. FC Rielasingen aufeinander. Die beiden Partien hätten am 9. April ausgetragen werden sollen. Neue Termine stehen noch nicht fest.

Mit einer Hochrhein-Beteiligung ist das Pokal-Halbfinale bei den Frauen besetzt. Da trifft Verbandsligist FC Wittlingen auswärts auf den SV Gottenheim. Im anderen Halbfinale stehen sich die SG Gengenbach/Zell/Fischerbach und die SG ESV/PSV Freiburg gegenüber.

A-Junioren des FVLB und Weiler C-Junioren im Pokal-Halbfinale

Bei den A-Junioren hat der FV Lörrach-Brombach das Semifinale erreicht. Der FVLB bezwang im Viertelfinale den FC Villingen mit 3:1 und würde nun im Halbfinale auf den Sieger der Viertelfinalpartie zwischen der SG Kehler FV und SC Freiburg treffen. Diese wurde aus bekanntem Grund am 21. März abgesetzt. Das zweite Halbfinale würden der SV 08 Kuppenheim und FV Lörrach-Brombach bestreiten.

Bei den C-Junioren ist der SV Weil im südbadischen Pokal-Halbfinale vertreten. Dort heißt der Gegner Freiburger FC. Im zweiten Halbfinale stehen sich der Bahlinger SC und SC Freiburg gegenüber.

In Schleswig-Holstein steht mit dem VfB Lübeck und dem SV Todesfelde immerhin schon die Pokal-Finalpaarung fest. In vier Verbänden (Hamburg, Saarland, Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern) müsste hingegen sogar noch das Viertelfinale gespielt werden. So stehen von 42 Finalteilnehmern erst deren drei fest. Aktuell liegt bei den Landespokal-Wettbewerben noch eine Menge im Argen. Vielleicht muss am Ende sogar gelost werden, um die Teilnehmer an der ersten DFB-Pokalhauptrunde in der Spielzeit 2020/21 zu bestimmen.

Die baden-württembergischen Fußballverbände haben in Abstimmung untereinander sowie auf Grundlage der rechtlichen und behördlichen Rahmenbedingungen das weitere Vorgehen beschlossen: Demnach sprechen sich die Verbandsgremien einhellig für die Beendigung der Saison 2019/20 zum 30. Juni 2020 aus, so wie es die jeweiligen Spielordnungen vorsehen. Die Entscheidung zwischen diesem Modell oder der Alternative „Fortsetzung der Saison über den 30. Juni 2020 hinaus“ trifft jeweils ein außerordentlicher Verbandstag im Juni.

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