Fußball Zuerst Freude, dann der Frust

Die Oberbadische
Karl-Frieder Sütterlin ganz und gar nicht einverstanden mit dem Pokal-Aus. Foto: Grant Hubbs

Die gute Stimmung über den Binzener Heimsieg am zwölften Spieltag der Kreisliga A-West war bei Trainer Karl-Frieder Sütterlin nach dem Pokal-Urteil gleich wieder im Keller. Freude herrscht dagegen beim FC Steinen-Höllstein, der das Derby für sich entschied. Der FV Degefelden kann doch noch gewinnen.

Von Fabian Schreiner

Lörrach. Souverän und auch in der Höhe verdient fuhr der TuS Binzen zuhause gegen den FC Hausen einen 4:0-Sieg ein. Auch ohne Nils Mayer, der sich im Training eine Knöchelverletzung zugezogen hatte, lief für die Gastgeber gleich von Anfang an alles nach Plan. Kai-Aaron Güttner, Patrice Glaser, Frank Malzacher und Guido Perrone trafen für den TuS.

Nach der Partie wurde bekannt, dass das Pokalspiel Anfang Oktober zwischen dem FC Hauingen und Binzen, das in der 84. Minute beim Stand von 2:1 für den TuS abgebrochen wurde, mit 3:0 für Hauingen gewertet wird. Ein Fan der Binzener war in der Schlussphase des Spiels auf den Platz gestürmt und hatte zwei Hauinger Spieler attackiert und dabei verletzt. „Das kann doch nicht sein, dass meine Mannschaft für ihr tadelloses und sportlich einwandfreies Verhalten abgestraft wird. Da wird doch in Zukunft zumindest theoretisch Tür und Tor geöffnet, um einen Spielabbruch bei ungünstigem Spielverlauf zu provozieren. Man hätte das doch wenigstens mit einem Wiederholungsspiel lösen können“, lässt Binzens Cheftrainer Karl-Frieder Sütterlin seinem Unmut freien Lauf.

„Hauingen soll sich über das Weiterkommen freuen, sie sollten das aber mit ihrem sportlichen Gewissen noch selbst ausmachen. Sie hätten das Spiel doch problemlos fortsetzen können, aber in der Restspielzeit wären sie in Unterzahl gewesen,“ so Sütterlin weiter.

Binzen reagierte jüngst auf die Vorkommnisse und sanktionierte den Anhänger (siehe Bericht auf dieser Seite). Hauingen steht damit im Pokal-Halbfinale – und außerdem darf sich der FCH über den 2:0-Heimsieg am Samstagnachmittag gegen den FC Huttingen freuen. Die Zuschauer bekamen kein hochklassiges Spiel zu sehen, doch „das hat uns in unserer aktuellen Situation recht wenig interessiert,“ informiert Trainer Mick Fahr.

Vor dem Seitenwechsel passierte nicht viel vor den beiden Toren. Huttingen tat sich aus dem Spiel heraus enorm schwer und wurde lediglich bei Standardsituation gefährlich. Im zweiten Abschnitt stellte Hauingen um. „Dadurch wurde unser Spiel besser. Wir konnten uns ein paar Chancen herausspielen“, so Fahr. Nicht unverdient trafen dann auch in der Schlussphase Maximilian Meier und Matthias Grether, der eigentlich für die zweite Mannschaft verantwortlich ist. „Wir sind ruhig und geduldig geblieben, wollten den Sieg nicht mit der Brechstange erzwingen“, lobt der Übungsleiter.

Weiter auf dem Vormarsch befindet sich der FC Steinen-Höllstein. Die Schützlinge von Trainer Lars Heitzman behielten im Derby beim SV Schopfheim mit 1:0 die Oberhand. „Die Mannschaft hat die taktischen Vorgaben zu 100 Prozent umgesetzt und den Schopfheimern kaum eine nennenswerte Tormöglichkeit gegönnt. Ich bin richtig stolz auf mein Team“, freut sich Heitzmann. Das goldene Tor des Tages erzielte Patrick Heft kurz vor der Pause nach einem Freistoß per Kopf.

Seit dem ersten Spieltag hat der FV Degerfelden kein Spiel mehr sportlich für sich entschieden. Damals gewann der FVD das Derby beim SV Eichsel mit 3:2. In der Folge kam nur noch ein Remis gegen den SV Schopfheim und der Sieg bei der SG FC Wehr-Brennet II hinzu, wobei die Degerfelder da von einem irregulär eingesetzten Spieler der SG profitierten. Am vergangenen Wochenende hat die Petretta-Elf den Bann endlich brechen können. Zuhause feierte Degerfelden ein 3:0 gegen den SV Todtnau – und sprang damit auf einen Nichtabstiegsplatz.

„Die Jungs haben das umgesetzt, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten. Wichtig ist jetzt aber, nicht abzuheben und uns schon auf das nächste Spiel vorzubereiten“, betont Trainer Leo Petretta.

Eine heftige Abreibung kassierte der SV Liel-Nieder­eggenen in Tegernau beim 1:8 gegen den TuS Kleines Wiesental. „Was wir da im Wiesental abgeliefert haben, hatte nichts mit Fußball zu tun“, kritisiert Trainer Chris Dunke. „Wir waren weder bissig, noch wollten wir den Ball über die gegnerische Pressinglinie spielen.“

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