Gesangverein Tüllingen Liebeslieder aus verschiedenen Epochen

Regine Ounas-Kräusel
Der Tüllinger Chor intonierte voller Inbrunst Liebeslieder aus verschiedenen Jahrhunderten. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Der Gesangverein Tüllingen entführt bei seinem Sommerkonzert auf eine Reise in die Welt der Liebe. Konzertmotto: „Mit Lieb’ bin ich umfangen“.

Zahlreiche Zuhörer strömten am Samstag in den Festsaal „Zur schönen Aussicht“, um den Gesangverein Tüllingen zu hören. Der Chor sang unter Leitung von Michaela Hauke Liebeslieder früherer Jahrhunderte mit ihrer schönen poetischen Sprache, aber auch Hits wie Zarah Leanders „Kann denn Liebe Sünde sein“.

Der Chor sang mit innerer Bewegung, sauberer Intonation und rundem Gesamtklang von Frauen und Männerstimmen. Zu den schönsten Konzertmomenten gehörte das Lied „Wach auf, meins Herzens Schöne“, das der Chor freudig-beschwingt, mit strahlendem Sopran vortrug. Beim Lied „Come again“ von John Dowland aus der Zeit der Renaissance überzeugte der Chor mit klarem kanonartigem Wechsel der Stimmen.

Unterhaltsame Moderation

Immer wieder wies Friedbert Dorer, der anekdotenreich und auf Alemannisch gekonnt durch das Programm führte, auf die poetische Sprache hin, in der man früher seine Liebe zu einer schönen Frau ausdrückte. „Erlaube mir, liebes Mädchen, in dein Gärtchen zu gehen“, hieß es zum Beispiel in einem Lied von Johannes Brahms, das der Chor gefühlvoll vortrug. In der Arie „Als geblüht der Kirschenbaum“ aus der Operette „Der Vogelhändler“ symbolisiert der blühende Baum die Liebe. Mirella Maliszewski sang das Solo freudig bewegt mit ihrem schönen, klaren Sopran. Manche Lieder sang der Chor a cappella. Andere Stücke begleitete Markus Koch mit leichter Hand und schönen Harmonien am Klavier.

Viele bekannte Melodien und so mancher Hit gehörten zum Programm. Etwa das fröhliche Liebesbekenntnis „Only you“, das der Chor rhythmisch-beschwingt vortrug. Viel Applaus gab es auch für Udo Jürgens’ Hit „Merci Chérie“, ein melancholisch-gefühlvolles Chanson des verlassenen Manns an seine Geliebte. Er habe „Merci Chérie“ als Jugendlicher im Fernsehen gehört, erinnerte sich Friedbert Dorer. Vermutlich war er nicht der einzige im Saal.

Lieben, wen man will

Auch das Chanson „Nur nicht aus Liebe weinen“, 1939 von Zarah Leander im Film „Es war eine rauschende Ballnacht“ gesungen, durfte an diesem Konzertabend nicht fehlen. „Nur nicht aus Liebe weinen, es gibt nicht nur den einen“, singt die Leander im Film mit ihrer unnachahmlichen tiefen Stimme. Das Lied sei damals eine Sensation gewesen mit seiner eindeutig-doppeldeutigen Botschaft: Ich kann lieben, wen ich will, meinte Friedbert Dorer. Nach dem Krieg sei es zur Hymne der Menschen geworden, die „anders“ liebten. Nach einem dramatischen Auftakt des Klaviers intonierte der Chor das Chanson mit Lust, Dramatik und der nötigen Portion Lässigkeit. Schon bald klatschten die Zuhörer im Rhythmus mit.

Gemütlicher Ausklang

Nach einer Zugabe war im Handumdrehen ein Büfett aufgebaut und die meisten Besucher blieben noch ein wenig und unterhielten sich angeregt.

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