Grenzach-Wyhlen Ab November rollen Bagger

Grenzach-Wyhlen - Heute dominieren sattgrüne Matten und im Wind wogende Getreidefelder den „Kapellenbach-Ost“. Im Hintergrund aber wird fleißig an der Planung für das fast 15 Hektar große Neubaugebiet weitergearbeitet. Noch im November soll der Spatenstich für den Beginn der verkehrstechnischen Erschließung des Areals stattfinden, wie am Dienstagabend im Gemeinderat zu hören war.

Die Planungen nehmen immer weitere Form an. Vorgesehen bleibt beispielsweise, die beiden vorhandenen Nord-Süd- Grünzüge in das Neubaugebiet zu integrieren.

Verkehrserschließung

Verkehrstechnisch angebunden wird das Wohngebiet für rund 2000 Neubürger via B 34, Serrnussweg und „Am Wasserkraftwerk“. Die bestehenden Radwege entlang von Bundesstraße und Bahnlinie werden integriert.

Bauformen

Die geplante Bebauung wird durchaus heterogen. Sie reicht von dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern entlang der heutigen Bundesstraße sowie in der Mitte des Neubaugebietes bis hin zu kleinteiligerer, gruppierter Bebauung aus Einzel-, Doppel-, und „Kettenhäusern“. Entsprechend sollen auch die Dachformen (von flach bis „Sattel“) variieren. Dies jedoch stets so, dass „gewisse Nachbarschaften“ entstünden, wie Nicole Stehle vom Büro Baldauf Architekten im Gemeinderat darlegte. Ansonsten habe sich gegenüber der Ursprungsplanung nur wenig verändert.

Wichtigster Punkt ist hier wohl die von vier auf drei Geschosse (jeweils plus Dach) abgesenkte Gebäudehöhe entlang der Bundesstraße, die von einigen Seiten als zu massiv kritisiert worden war (nur noch 9,75 statt mehr als 15 Meter Gebäudehöhe ab Straßenniveau). Zudem wird die Gebäudelänge auf maximal 32 Meter begrenzt. Auch sieht die Planung jetzt eine gewisse bauliche Entzerrung im Nordosten des Baugebietes vor. Eine Art 3D-Modell soll dies noch anschaulicher machen, wie Bürgermeister Benz auf Drängen von Heinz Intveen (SPD) ankündigte.

Biotop

Dort am Kreisverkehr sind die teilweise bereits angelegten Eidechsenhabitate erste Vorboten des Kommenden. Denn aufgrund der für die Bebauung notwendigen Geländeaufschüttung wird sich dieses Biotop künftig in einer Senke befinden.

Entwässerung

Ein großes Thema im „Kapellenbach-Ost“ ist die geplante Entwässerung. Dafür orientiert man sich an den topografischen Gegebenheiten, sodass das Wohngebiet künftig in Richtung Bahnlinie entwässert wird, wie Johannes Brandsch (Büro rapp Regioplan) erläuterte. Dort wird die zentrale Versickerung angelegt. Während das Schmutzwasser in den bestehenden Kanal eingeleitet werden soll, ist für das Regenwasser ein eigenes System geplant. Dieses Wasser wird über Zuläufe einem Schacht mit „Tauchwand“ zwecks erster Vorreinigung zugeführt. Danach fließt das Wasser in eine zweite Kammer, wo es gefiltert wird und danach versickern kann. Diese Versickerungsanlage befindet sich komplett unter der Erde.

Lärmschutz

Wichtig bleibt auch der Lärmschutz. Einerseits sollen die geplanten Mehrfamilienhäuser einen Teil des Straßenlärms der B 34 (die in wenigen Jahren in diesem Abschnitt zur Landesstraße herabgestuft wird) abfangen, andererseits entsteht entlang der Bahnlinie eine Kombination aus Lärmschutzwänden und -wall. Beide Systeme werden sich etwas überlappen. Bruchsteinmauern sollen den Lärmschutzwall optisch aufwerten und auch zur Biodiversität beitragen.

Wärmeversorgung

Was die Wärmeversorgung angeht, werde die Gemeinde für alle Grundstücke, welche die KE für sie vermarktet, einen Anschlusszwang an das von Energiedienst (ED) konzipierte Nahwärmenetz vorschreiben, wie Bürgermeister Tobias Benz auf Nachhaken von Annette Grether (Grüne) klarstellte. Ziel bleibe die „Dekarbonisierung“. Benz: „Es wird kein Gasnetz geben für dieses Quartier. Das steht fest.“

Privatbesitzer von Grundstücken im „Kapellenbach-Ost“ könne man aus rechtlichen Gründen zwar nicht dazu zwingen, ihr Objekt an das ED-Nahwärmenetz anzubinden. Benz sprach in diesem Kontext jedoch mehrfach von „Anreizen“, über die eine Anbindung auch dieser Häuser an das geplante Netz erreicht werden soll. Mit seiner Wortmeldung nahm Tilo Levante (FDP) an diesem „Zwang“ Anstoß.

Café in Quartiersmitte

Was die Nahversorgung des geplanten Quartiers betrifft, warnte Ralf Blubacher (FDP) davor, die beiden Ortszentren zu schwächen. Es gelte, nichts zu Großes zuzulassen. Wie Benz auf Nachfrage von Ulrike Ebi-Kuhn (CDU) darlegte, sei man mit dem St. Josefshaus, das im „Kapellenbach-Ost“ eine Senioreneinrichtung betreiben will, einig, dass es ein Café als Begegnungsort – wie im Emilienpark – geben soll.

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