Grenzach-Wyhlen Ein ganz besonderer Abi-Jahrgang

Anstoßen auf den erfolgreichen Abschluss, und unzählige Fotos wurden geschossen. Foto: Rolf Rombach

Grenzach-Wyhlen - Deutlich verkürzt hielt der Direktor des Lise-Meitner-Gymnasiums, Frank Schührer, seine Rede zum diesjährigen Abiball im Haus der Begegnung. Schockiert durch den Todesfall auf dem Schulhof verständigten sich die Beteiligten auf eine stillere Tonart für den besonderen Abend.

Eine ambivalente Stimmung lag über der Veranstaltung im und um das Haus der Begegnung am Samstag. Vor dem Gebäude traf man sich zum ausgelassenen Anstoßen auf den erfolgreichen Abschluss und zu unzähligen Fotos.

Im Festsaal, der erstmals wieder mit Tischen bestuhlt war, wurde es dann merklich ruhiger. Vor allem im Bereich der Lehrkräfte war die bedrückte Stimmung spürbar. Doch es war eine Selbstverständlichkeit für die Hauptpersonen des Abends, nun einen Gang zurückzuschalten. Den Auftakt machte ein Sangesduo mit schlichter Gitarrenbegleitung, ehe Schulleiter Frank Schührer ans Mikrofon trat.

„Wie sehr Freud und Leid – Feiern und Trauer ganz nahe zusammenliegen, wissen wir alle“, begann Schührer seine Begrüßung. „Während wir nach dem mündlichen Abitur angestoßen haben, verloren in anderen Ecken in Deutschland viele Menschen ihr Leben sowie Hab und Gut.“

Schweigeminute für Siebtklässler

Doch die Fassungslosigkeit traf nun auch das Lise-Meitner-Gymnasium, wie Schührer fortfuhr. „Hilflosigkeit und Trauer legte sich über unsere Schulgemeinschaft. Auch am Tag danach können wir noch nicht verstehen, wieso dies passieren musste.“

Ein Sonderlob sprach er dem Abschlussjahrgang aus, der im Umgang und der Bewältigung von Krisen höchste Reife errungen habe. So kam der Vorschlag einer Schweigeminute für den verstorbenen Siebtklässler aus den Reihen der Abiturienten.

Erfreulich sei das Ergebnis dieses Jahrgangs, der die überwiegenden Teil seiner Oberstufenzeit unter Corona-Bedingungen erleben musste. Der Schulleiter wiederholte seinen Schlusssatz, den er bereits 2020 den Absolventen mitgab: „Trauert nicht den Dingen hinterher, die gerade nicht möglich sind, sondern freut Euch an dem, was geht.“

Vier mit Traumnote und Preise

Über den roten Teppich zogen die 49 Abiturienten ein und erhielten auf der Bühne ihr Abschlusszeugnis. Mit einem Schnitt von 2,021 habe sich der Jahrgang optimal an der Jahreszahl orientiert, schmunzelte Schührer. Vier Mal die Note 1,0 gab es durch Sebastian Ebeling, Svenja Ranke, Thomas Wegele und Marc Wielscher. Insgesamt zwölf Preise (Note 1-1,5) und neun Belobigungen (1,6-1,9) wurden vergeben.

Dazu folgten Preise der verschiedenen Fächer. Auszeichnungen für Geschichte, Mathematik und Chemie gab es für Sebastian Ebeling. Thomas Wegele freute sich über Preise in Chemie, Mathematik und Physik. Weitere Geehrte waren Lara Klatzka (Scheffelpreis in Deutsch), Tobias von Möllendorf (Physik), Daniel Nettekoven (Physik), David Lambelet (Sport), Marc Wielscher (Wirtschaft), Noah Schmidt (Preis der BASF) und Svenja Ranke (Mathematik sowie Preis der Sparkasse Markgräflerland).

Vor einem kleinen Imbiss nutzen einige Schüler die Gelegenheit, sich nochmals im Namen ihrer Kurse bei den Lehrern zu bedanken, die teils im eigenen Garten den Fachunterricht coronakonform überbrückten. Diese gaben den Dank zurück an einen besonderen Jahrgang, der unter speziellen Bedingungen das Beste aus der Situation gemacht habe.

ZEITUNG lesen, MEINUNG bilden, WÄHLEN gehen! Jetzt 4 Wochen für einmalig ab 4 Euro lesen.

  • Bewertung
    5

Umfrage

Corona-Test

Diese Woche soll eine neue Corona-Verordnung verabschiedet werden, die ab einem Grenzwert eine 2G-Regel (geimpft/genesen) vorsieht? Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading