Grenzach-Wyhlen Als der Rhein verband anstatt trennte

An der neuen Informationstafel trafen sich Initiatoren und Helfer: Helmut Bauckner (v.l.), Anne Neubauer, Tobias Benz, Markus Schaub, Tina Zimmerli und Roman Gayer. Foto: Rolf Reißmann

Grenzach-Wyhlen - Drei Brücken gab es zur Römerzeit am Flusslauf nahe der einst großen Stadt Augst. Seit einigen Tagen erinnert eine neue Informationstafel am Altrhein bei Wyhlen an diese Rheinübergänge vor etwa 1800 Jahren.

Wie bedeutsam diese Gegend für die Rheinüberquerung war, zeigt sich auch daran, dass die nächste Brücke flussaufwärts erst in Zurzach stand. Die Texte auf der neuen Tafel am Wyhlener Altrhein ordnen die hiesigen Straßen und Brücken in das Verkehrsnetz des Römischen Reiches ein.

Am Donnerstag trafen sich Gestalter und Förderer in der Nähe des Wasserkraftwerks. Helmut Bauckner, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte, bedankte sich herzlich für die breite Unterstützung, um diesen weiteren Informationspunkt zu errichten.

Zu den zahlreichen Partnern gehören Text- und Bildautor Markus Schaub aus dem Römermuseum Augst, Anne Neubauer vom „graphic art Studio Gröbke“ und das Unternehmen Energiedienst, das die Aufstellung auf seinem Firmengelände zuließ. Bauckner erinnerte noch an den unvergessenen Unternehmer Rainer Puchelt, der vor seinem frühen Tod mehrere Stahlkonstruktionen gespendet hatte, die als Träger für diese Tafeln eingesetzt werden.

Schätze der Ortsgeschichte

Inzwischen stehen an mehreren Punkten der Gemeinde solche Infotafeln, die sowohl anschaulich als auch optisch ansprechend Details aus der frühen römischen Geschichte vermitteln. Bürgermeister Tobias Benz sprach die Hoffnung aus, dass damit auch vor allem jüngere Passanten angesprochen werden, sich mit Einzelheiten aus der Heimatgeschichte zu befassen. „Mit diesen Tafeln werden Schätze unserer Ortsgeschichte offen gelegt,“ sagte er. „Ermöglicht wird das dank der guten Zusammenarbeit mit dem Verein und vielen weiteren Partnern, die alle das Ziel verfolgen, die touristische Attraktivität der Gemeinde zu erhöhen.“ So half auch die Volksbank mit finanzieller Unterstützung,

Roman Gayer, Kommunalbeauftragter bei Energiedienst, verwies darauf, dass sein Unternehmen mit dem Erhalt und der Betreuung des öffentlichen Weges über das Stauwerk in Wyhlen eine wichtige Konzessionsauflage für das Kraftwerk erfüllt.

Römischer Brunnen soll erhalten bleiben

Der Bürgermeister wies auf weitere Möglichkeiten zum Erhalt und zur Wiederherstellung historischer Denkmale hin. So sei für den bei den Grabungen im Frühjahr auf dem Gelände Kapellenbach-Ost entdeckten römischen Brunnen bereits eine Lösung gefunden worden, um ihn in das künftige Wohngebiet einzubinden.

Auch für die alte Straßenstation nahe des Bahnüberganges, für die bisher beim Bau der Umgehungsstraße die Überschüttung vorgesehen ist, wird derzeit nach Möglichkeiten gesucht, um sie zu versetzen und somit sichtbar zu bewahren.

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