Grenzach-Wyhlen Auf Augenhöhe und mit Respekt

Am Schulzentrum wurden jetzt auch Schüler ab der achten Klasse schulartübergreifend zu Streitschlichtern ausgebildet. Die jungen Schülermentoren freuen sich über ihre Zertifikate. Die Ausbildung wurde von Nicole Henkenius (links) geleitet. Initiator war Schulsozialarbeiter Wolfgang Hüttermann (rechts). Foto: Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen - An vielen Schulen in Deutschland gibt es sie: Streitschlichter. Das sind Schüler, die eingreifen, wenn ihre Mitschüler sich in die Haare kriegen. Und das mit bisweilen mehr Erfolg als Lehrer.

Schon seit Jahren gibt es auch am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) Schülermentoren oder auch Streitschlichter, eine Gruppe von Schülern ab der neunten Klasse, die Patenschaften übernehmen, Projekte für Mitschüler anbieten, in vielen Schul- und Freizeitaktivitäten mitwirken oder bei Bedarf auch als Streitschlichter in die Bresche springen.

Nun ist das Projekt auf jüngere Schüler ausgeweitet und dabei auch die Realschule integriert worden. Zusammen mit der Schulsozialarbeit wurde eine Ausbildung für Schülermentoren in der achten Klasse angeboten. Im Rahmen der Zertifizierung hatten Gymnasium, Realschule und die Schulsozialarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung die sieben neuen Junior-Schülermentoren der Realschule, ihre Eltern und die Ausbilder zu einer Präsentation eingeladen.

„Vor über einem Jahr haben wir angefangen zu planen“, sagte der Sozialpädagoge Wolfgang Hüttermann, Schulsozialarbeiter an Realschule und LMG. In einem einwöchigen Lehrgang wurden die neuen Schülermentoren auf ihre Aufgabe vorbereitet. Der Lehrgang wurde von Nicole Henkenius, Bildungsreferentin Fach- und Servicestelle Jugend und Schule/KSJ (Katholische Jugendsozialarbeit) am Erzbistum Freiburg, geleitet. Sieben neue Schülermentoren und Streitschlichter wurden dabei ausgebildet.

Achtklässler und Realschüler mit dabei

Die Schüler mussten im Rahmen ihrer Ausbildung verschiedene Projekte ausarbeiten und durchführen. So wurde ein Kürbisschnitzen für 15 Schüler durchgeführt. Eine weitere Gruppe hatte einen Spiel-Spaß-Sport-Tag mit Ballspielen veranstaltet. 66 Sechstklässler hatten die jugendlichen Organisatoren zu betreuen, was sie dann fast an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Doch die Aufgabe wurde mit Bravour gemeistert. Die dritte Gruppe hatte zunächst ein Basketball-Turnier geplant, das aber der schlechten Witterung zum Opfer fiel. Kurzerhand wurde ein Kicker-Turnier durchgeführt.

Frank Oppermann (LMG) und Christoph Bigler (Realschule) freuen sich über die neuen Schülermentoren, die jetzt offiziell ihre Tätigkeit aufnehmen. Diese stellten dann auch die drei wichtigsten Leitsätze vor, die für ihre Tätigkeit von Bedeutung sind: Jeder lässt jeden aussprechen, Schimpfwörter sind verboten. Streitschlichter sind immer neutral, und das Gespräch ist vertraulich.

Die Streitschlichter dürfen zudem niemandem etwas von der Schlichtung erzählen.

„Das ist der Kick-off für die Realschule, und ich hoffe, dass es eine Tradition an der Realschule wird“, freute sich Rektor Bigler. Oppermann betonte, die Schülermentoren seien ein Baustein im Leitbild der Schule – und das Projekt ist von Schülern für Schüler. „Das ist das Tolle.“

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