Grenzach-Wyhlen Auf Grün statt auf Grau setzen

Damit alte Bestandsbäume erhalten werden können, bleiben Teile der Grünzüge auf dem heutigen Bodenniveau. Foto: Die Oberbadische

Grenzach-Wyhlen - Locker, durchlässig und städtebaulich ausgewogen: So sieht die Planung für das Neubaugebiet „Kapellenbach-Ost“ aus. Um für eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität zu sorgen, arbeiten die Planer an einer attraktiven Gestaltung der Freianlagen. Die Ideen stießen am Dienstag im Technischen Ausschuss des Gemeinderates auf ein positives Echo.

Rund 1300 Menschen werden schon in wenigen Jahren auf dem 14 Hektar großen Areal zwischen Serrnussweg, B 34, „Am Wasserkraftwerk“ und der Bahnlinie eine neue Heimat finden. Der Gestaltung der Freibereiche kommt dabei – neben einer vielgestaltigen Wohnbebauung – eine zentrale Bedeutung zu.

Kalksteinmauern als Eidechsenhabitat

Kern sind zwei durchgehende Grünzüge von Nord nach Süd, die bereits heute schon zu erahnen sind. Ein Teil des vorhandenen alten Baumbestandes soll nämlich, wo es möglich ist, in die Gestaltung des Neubaugebietes integriert werden, wie Landschaftsarchitekt Matthias Klauser (Büro Kunz Galaplan) im Ausschuss darlegte. Seinen Ausführungen zufolge werden auf beiden geplanten Grünzügen fünf Spielplätze für verschiedene Altersgruppen angelegt. Hinzukommen sollen weitere Aufenthaltsbereiche, Spazierwege, Grasflächen, Sitzbänke, seniorengerechte Bewegungsgeräte und mehrere Bruchsteinmauern aus Kalk. Letzteren fällt dabei eine multiple Rolle zu: Sie sollen nicht nur den im Gebiet heimischen Eidechsen neuen Lebensraum bieten, sondern auch als Sitzgelegenheiten dienen sowie die Landschaft modellieren.

Gelände wird aufgeschüttet

Hintergrund ist, dass das Gebiet „Kapellenbach-Ost“ für die Wohnbebauung zwischen einem halben und einem ganzen Meter aufgeschüttet werden muss.

Die beiden vorgesehenen Grünzüge, die sich am vorhandenen Baumbestand orientieren, bleiben aber weitgehend auf dem bisherigen Höhenniveau, schließlich will man so viele der alten Bäume wie möglich erhalten. Insgesamt sollen im derzeit größten geplanten Neubaugebiet im Landkreis Lörrach rund 130 Bäume wachsen – alte und neue –, wie Klauser darlegte. Nach Süden zur Bahn hin wird überdies ein vier Meter hoher Lärmschutzwall aufgeschüttet und mit Bäumen sowie Sträuchern bepflanzt.

Gestaltungsleitfaden kontra Steingärten

Bürgermeister Tobias Benz legt Wert auf eine attraktive Gestaltung des Wohngebietes für alle Generationen, wie er mehrfach unterstrich. Schließlich sind neben der reinen Wohnbebauung auch ein Kindergarten sowie eine Senioreneinrichtung im Quartier vorgesehen. Am „Kapellenbach-Ost“ entsteht für den Rathauschef ein Wohngebiet, „wo man gerne lebt und sich auch gerne aufhält“.

Im Gremium stießen die Pläne auf ungeteilte Zustimmung. Siegfried Grether (CDU) regte an, BUND und Nabu einzubeziehen. Ralf Blubacher (FDP) – selbst Fachmann für Grünanlagengestaltung – bat darum, eine vollautomatische Bewässerungsanlage samt zentraler Steuerung für die Grünzüge in die Planungen aufzunehmen. Dies spare dem Werkhof Arbeit und der Gemeinde somit Geld. Die laufenden Kosten und der Wartungsaufwand seien erfahrungsgemäß sehr gering. Bürgermeister Benz will diesen Vorschlag prüfen lassen.

Frank Lorkowski (Kommunalentwicklung, KE) ergänzte auf Nachfrage von Herbert Flum (FW), dass die Kosten für die Spielplätze, Wege und gestalterischen Elemente im Quartier vollumfänglich auf die Eigentümer umgelegt würden. Man habe aber ein Auge darauf, dass die Kosten nicht ausuferten, hielt Lorkowski fest.

Christa Wolf (SPD) sprach das Thema „Steingärten" an. Bürgermeister Benz räumte ein, dass man solche „Steinwüsten“ zwar nicht via Bauplanungsrecht verhindern könne. Mithilfe eines Gestaltungsleitfadens wolle man aber an die künftigen Häuslebauer im „Kapellenbach-Ost“ appellieren, auf Grün anstatt auf Grau zu setzen.

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