Grenzach-Wyhlen Broetje stellt Produktion ein

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 Foto: zVg/Broetje

Grenzach-Wyhlen - Die Firma Broetje Automation (BA) stellt Ende Dezember in Wyhlen die Produktion komplett ein. Von den aktuell 43 Mitarbeitern müssen 34 gehen. Das Unternehmen wird im „Fallberg“ künftig nur noch ein neunköpfiges Konstruktionsbüro betreiben.

Im großen Werksgebäude an der Gewerbestraße wird es schon in wenigen Wochen still. Grund für die Teilbetriebsschließung ist eine „Unterauslastung“, wie Broetje-Sprecher Norbert Steinkemper es im Gespräch mit unserer Zeitung formuliert. „Das ganze Marktumfeld ist sehr schwierig“, hält er fest. Als Maschinen- und Anlagenbauer für die Flugzeugindustrie stelle man Investitionsgüter her. Dies führe zu Abhängigkeiten. „Und wenn in der Flugzeugindustrie nicht viel geht, dann trifft uns das natürlich total“, wirbt Steinkemper um Verständnis. Das Unternehmen müsse auf den deutlich rückläufigen Auftragseingang reagieren. Eine Chance auf Erholung sieht BA laut Mitteilung nicht.

Belegschaft ist informiert

Die Luftfahrtindustrie erlebe aktuell mehrere Flugzeugprogrammverzögerungen, technische Herausforderungen sowie einen Umbruch in der Markt- und Kundenstruktur. Unsicherheiten in Folge der Boeing 737-Krise, des Brexits und im allgemeinen wirtschaftspolitischen Umfeld verstärkten diesen Effekt. Hinzu komme ein massiver Preisdruck. Diese Gemengelage wirke sich negativ auf die Investitionsbereitschaft der Kunden aus.

Aufgrund des sich verändernden Marktumfeldes hat Broetje-Automation nach eigenen Angaben bereits im Sommer mit verschiedenen Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung begonnen. Es sei jedoch trotz dieser Maßnahmen nicht gelungen, den Standort Wyhlen wettbewerbsfähig zu erhalten.

Betriebsbedingte Kündigungen habe man bis zuletzt zwar noch vermeiden können. Nun aber gehen zum Jahresende in der Montage die Lichter aus. Die Geschäftsführung hat die Belegschaft nach Angaben der BA-Gruppe bereits über die bevorstehende Teilbetriebsschließung informiert. „Es laufen bereits Verhandlungen mit dem Betriebsrat, um sozialverträgliche Lösungen zu finden“, hält der Unternehmenssprecher fest. An der Tatsache selbst, dass das Gros der Mitarbeiter gehen muss, sei aber nicht mehr zu rütteln. Nur das Konstruktionsbüro bleibe bestehen.

Nicht wettbewerbsfähig

Lutz Neugebauer, Geschäftsführer der BA-Gruppe, lässt sich via Pressemitteilung folgendermaßen zitieren: „Wir bedauern sehr, diesen Schritt nun gehen zu müssen. Angesichts des wirtschaftlichen Umfelds ist er jedoch notwendig geworden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Wir arbeiten mit den Betriebsräten eng zusammen, um zu verträglichen Lösungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Familien zu gelangen.“

Was aus dem Werksgebäude im „Fallberg“ wird, ist derzeit noch offen, erklärt Norbert Steinkemper auf Nachfrage. Es befinde sich aber im Besitz des Unternehmens.

Weitere Informationen: Die Firma Broetje Automation blickt im Ort auf eine lange Tradition zurück. In Wyhlen aus dem ehemaligen „Eisenbau“ hervorgegangen, schloss sich die spätere Firma Dürr erst vor fünf Jahren mit ihrem Bereich Flugzeug-Montagetechnik mit der Broetje-Automation-Gruppe zusammen, unter deren Namen das Werk im „Fallberg“ seither firmiert. Nun bleibt davon nur noch ein Konstruktionsbüro übrig.

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