Grenzach-Wyhlen Bund und Land gefordert

Marianne Müller vom Vorstandsteam des SPD-Ortsvereins Grenzach-Wyhlen bedankt sich bei Philipp Schließer, Vorsitzender der SPD im Landkreis Lörrach. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

„Die sozialdemokratische Partei hat eine Idee. Die Idee von einem Gemeinwesen, in dem das Menschenmögliche an sozialer Gerechtigkeit verwirklicht wird“, hatte einst SPD-Größe Herbert Wehner gesagt. Und just dieses Zitat bemühte Marianne Müller vom Vorstandsteam des SPD-Ortsvereins Grenzach-Wyhlen in ihrem Grußwort beim Neujahrsempfang der Kreis-SPD (wir berichteten gestern im Regio-Teil).

Von Gerd Lustig

Grenzach-Wyhlen. Mit Blick auf die Gemeinde und Bürgermeister Tobias Benz, den die SPD als „familiäre Herzenssache“ bei seiner Kandidatur Ende 2014 unterstützt habe, zeigte sich Müller bei diesem Thema auf einem guten Weg. „Tobias Benz hat unsere Erwartungen erfüllt“, bilanzierte sie.

Thema Wohnraum

Der Bürgermeister selbst stellte denn auch soziale Aspekte ganz in den Vordergrund seiner kurzen Ansprache. In der stark wachsenden, sich dynamisch entwickelnden Gemeinde Grenzach-Wyhlen, die inzwischen 15 000 Einwohner hat, sei das Thema bezahlbarer Wohnraum besonders drängend. „Das ist für uns zunehmend eine große Herausforderung“, machte der Rathauschef deutlich. Froh ist er daher, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Einklang mit der Baugenossenschaft und der kommunalen Grundstücksgesellschaft auf einem guten Weg ist. Bei preisreduziertem und sozial gefördertem Wohnraum gelte es, mit städtebaulichen Verträgen zum Ziel zu kommen, um auch künftig ein verträgliches Zusammenle ben der Bürger zu ermöglichen.

Thema Integration

Beim Thema Integration denkt Benz in erster Linie nicht an Sammelunterkünfte, sondern an individuellen privaten Wohnraum, der den Menschen in der Anschlussunterbringung zur Verfügung gestellt werden soll. „Die Suche nach solchem Wohnraum klappt gut, ist aber sehr mühsam“, stellte er fest. Auch in diesem Jahr gelte es, weitere 40 Personen in der Anschlussunterbringung zu versorgen. Inzwischen gebe es drei Stellen in der Kommune, die sich um allfällige Themen kümmerten. Grundsätzlich wünscht sich der Bürgermeister aber eine höhere (finanzielle) Unterstützung durch Bund und Land.

Thema Kinderbetreuung

Auch bei der Kinderbetreuung ruft Benz nach stärkerer Hilfe. Der Zuzug in die Doppelgemeinde sei zwar positiv, doch die Schaffung von Krippenplätzen stelle Grenzach-Wyhlen vor große Herausforderungen. Während die Quote für benötigte Krippenplätze im Bundesdurchschnitt bei 35 Prozent liege, liege sie hier bei rund 60 Prozent, was nicht zuletzt auf die große Zahl an hochqualifizierten Frauenarbeitsplätze zurückzuführen sei.

Dass unterm Strich deutlich zu wenig Unterstützung von Bund und Land komme, machte Benz an Zahlen fest: Rund 5,2 Millionen Euro kostet der Neubau des Kindergartens „Löwenzahn“, davon kommen aber lediglich etwa 260 000 Euro an staatlichen Zuschüssen. Umso stolzer zeigte er sich, dass es der Kommune gelungen sei, das Projekt zu stemmen. Stolz ist er obendrein, dass es auch künftig gestaffelte, sozialverträgliche Elternbeiträge gibt.

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