Grenzach-Wyhlen Damit der Winter geht

Grenzach-Wyhlen - „Schiibi, Schiibo, de Schiibe, de soll go, de Schiibe soll suure, im Lehrer an d’Schnuure!“ Mit solchen oder ähnlichen Worten sind am Samstag auf dem Wyhlener Mühlenrain glühende Scheiben ins Tal geschlagen worden. Weithin sichtbar loderten die Flammen des Fasnachtsfeuers.

Mit dem Abbrennen des Feuers und dem Scheibenschlagen wird die uralte Tradition des Winteraustreibens gepflegt, die viele Jahrhunderte zurückreicht.

Das Fasnachtsfeuer in Wyhlen war vom Wetter begünstigt. Die dunklen Wolken hielten ihr nasse Fracht zurück, und so versammelte sich eine Schar von rund 250 Menschen an der Hebelschule, um von dort aus in einem Fackelzug über die Rheinfelder und die Schützenstraße hinauf zum „Mühlirai“ zu ziehen.

Vorne weg marschierte anfangs mit klingendem Spiel der Musikverein Wyhlen, der allerdings an der Schützenstraße wieder umkehrte. Aufgrund des vorangegangenen Regens und des dunklen, wolkenverhangenen Himmels fürchteten die Musiker offenbar um ihre Instrumente.

Auf dem Mühlenrain wurde indessen der gewaltige Holstoß von der Feuerwehr in Brand gesetzt, und schon stand der Stapel prachtvoll in Flammen, und man konnte das Feuer weithin sehen. Die kleinen Scheibenfeuer wurden entzündet, und die ersten Scheibenschläger traten an die Böcke, um mehr oder minder kunstvoll glühende „Füürrädli“ ins Tal zu schlagen. Diese zogen auf ihrem teils weiten Flug eine Leuchtspur hinter sich her.

Nicht immer gelang ein rechter Schlag, und so musste sich manch einer der Scheibenschläger ein lieb gemeintes spöttisches Wort anhören, wenn sein „Rädli“ so gar nicht davonfliegen wollte.

Immerhin, es hatten alle eine helle Freude an dem Spektakel, und vor allem auch die Kinder zeigten, dass sie das alte Brauchtum auch heute noch gerne ausüben. Wie bei vielen hieß es hier: Übung macht den Meister. Und wenn nach anfänglichen Fehlversuchen die Scheiben dann in weitem Bogen ins Tal surrten, war die Freude groß.

Wer am Samstag noch nicht genug vom Scheibenschlagen hatte, konnte gestern Abend hinauf zum Rettenacker ziehen, wo das Grenzacher Fasnachtsfeuer entfacht wurde.

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