Grenzach-Wyhlen Der Buchswald ist „so gut wie tot“

Der Buchswald in Grenzach-Wyhlen ist seit dem Jahr 1939 amtlich ausgewiesenes Naturschutzgebiet und so gut wie verschwunden. Schuld daran ist die zweimalige Massenvermehrung des Buchsbaumzünslers, der im vergangenen Jahr auch die Reste des noch bestehenden Bestands weitestgehend aufgefressen hat.

Grenzach-Wyhlen (mv). Bei einer aktuellen Begehung des Buchswaldes mit Revierförster Markus Dischinger wird das Ausmaß der Zerstörung in vielfacher Weise deutlich. Gleichzeitig wird jedem vor Augen geführt, dass der Buchswald in der Doppelgemeinde so gut wie keine Rolle mehr spielt und aus dem prägenden Ortsbild verschwunden ist.

Deutlich sichtbar wird das Ausmaß der Zerstörung nicht nur im Bereich der Klosterhalde in Wyhlen, sondern auch im Grenzacher Forst oberhalb des Hornfelsens, wo noch bis vor wenigen Jahren eine grüne Buchbaum-Oase das Bild des Waldes prägte.

Buchsbaumzünsler frisst sich auch durch die Klosterhalde

Gerade an der Klosterhalde habe es noch bis im vergangenen Jahr einen Nuchswald-Bestand gegeben, der bei der ersten Massenvermehrung verschont geblieben sei, erzählt der Revierförster. Damals hätte sich der Zünsler nur punktuell in den Wald hineingefressen. Insofern habe man noch bis vor einem Jahr gehofft, dass sich der Buchswald regenerieren könne. Man müsse jetzt aber feststellen, dass sich der Buchsbaumzünsler mittlerweile im gesamten Buchswald breit gemacht habe und es auf diese Weise zu einer massenhaften Zerstörung des Buchswaldes kam. Der Revierförster wies auf eine plötzliche, massenhafte und flächendeckende Vermehrung des Zünslers hin, die dafür sorgte, dass innerhalb von 14 Tagen der gesamte Buchswald aufgefressen wurde.

Der Fraß der Raupen sei so groß gewesen, dass diese sich auch an der Rinde der Buchsbäume zu schaffen machten. Dies hatte dann die Zerstörung der Buchsbäume zur Folge. In Zahlen gemessen könne man aktuell davon ausgehen, dass rund 150 Hektar Buchswald zerstört wurden, davon zwei Drittel im Naturschutzgebiet. Die übrige Fläche würde sich auf den Privatwald verteilen.

Dischinger wies darauf hin, dass sich an jenen Stellen im Wald, wo noch bis vor wenigen Monaten grüne Buchsbäume vorhanden waren, mittlerweile auch eine Naturverjüngung mit Buchenbeständen eingestellt habe. Aus rein forstlicher Betrachtung sei dies auch positiv zu sehen.

Buchswald wird zum Opfer der Globalisierung

Zur Zerstörung des Grenzach-Wyhlener Buchswaldes durch den Buchsbaumzünsler fügte Markus Dischinger an, dass man sich diesbezüglich immer wieder vergegenwärtigen müsse, dass der aufgefressene Buchswald auch als Globalisierungsopfer betrachtet werden könne. Die Globalisierung sorge mit dafür, dass vielerlei Schädlinge auch in heimische Regionen mit allen Folgen gelangen würden. Insofern würden die Menschen auch eine gewisse Mitschuld an eben diesen Folgen tragen.

Einen winzig kleinen Hoffnungsschwimmer auf eine etwaige Regeneration des Buchswaldes könnte man derweil in einigen älteren Buchsbäumen im Bereich oberhalb des Grenzacher Hornfelsens erkennen. Hier zeigen sich wenn auch nur wenige grüne Triebe. Doch gleichzeitig sind auch hier die gefräßigen Raupen des Buchsbaumzünslers anzutreffen.

Die Chancen sind daher relativ gering, dass der Buchswald in Grenzach-Wyhlen eines Tages wieder zur alten Pracht heranwachsen kann, erklärt Revierförster Markus Dischinger. Er hofft aber nach wie darauf, dass sich in Zukunft ein gewisses Gleichgewicht zwischen der Population des Buchsbaumzünslers und dem Buchswald ergibt. Dann könnte gegebenenfalls ein kleiner Teil des bisherigen Buchswaldes an exponierten Stellen erhalten bleiben.

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