Grenzach-Wyhlen Die emotionale Bindung fördern

In der Wyhlener Ortsmitte kam der Gedanke auf, dass bei der Neugestaltung dieses Areals ein Bürgerverein hier ein Café organisieren und vielleicht auch betreiben könnte. Darüber tauschten sich Manfred Mutter (v. l.) , Michael Nopper, Martin Jösel, Gertrud Wittek und Katja Schäfer aus.Foto: Rolf Reißmann Foto: Die Oberbadische

Einwohner können und möchten vieles fürs Gemeinwohl tun, die Gemeinde kann nicht alles erledigen. Von diesen Überlegungen ging Michael Nopper aus, als er dieser Tage in der Wyhlener Ortsmitte seine Idee für einen Bürgerverein begründete.

Grenzach-Wyhlen (rr). Als alteingesessener Bürger kennt er nicht nur sehr viele Mitbürger, sondern weiß auch, wo der Schuh drückt und was durchaus im Sinne vieler verändert werden könnte. In einer kleinen Runde Gleichgesinnter stellte er seine Überlegungen vor.

Neben bodenständigen Einheimischen wohnen etliche Zuzügler im Ort, nicht alle für immer, sondern etliche wissen, dass sie aus beruflichen Gründen nach einigen Jahren wieder umziehen werden. Doch in allen Gruppen gebe es große Bereitschaft, an der Gestaltung und der Ortsgemeinschaft mitzuwirken.

„Die Gemeinde kann nicht alles finanzieren“

„Da könnte ein Bürgerverein konzeptionelle und organisatorische Arbeit übernehmen,“ sagte Michael Nopper. „Denn die Gemeinde kann nicht alles finanzieren oder selbst erledigen.“ Den Kontakt zwischen allen Einwohnern zu fördern, sieht er als ersten Grund für einen solchen Verein. Unbedingt solle er politisch unabhängig sein und keinesfalls in Konkurrenz zu anderen Vereinen und deren Zielen stehen.

Gemeinderätin Katja Schäfer unterstützte diese Idee, schließlich sei solche Zusammenarbeit eine gute Form, um Bereitschaft zum Mitwirken aufzugreifen.

Gemeinderätin Gertrud Wittek erinnerte sich sofort an die große Breite, die der Bauförderverein St. Georg erreichte und wie sich dort Tatbereitschaft und finanzielle Hilfe paarten. Martin Jösel kam darauf zu sprechen, dass sich damit Vorhaben aufgreifen ließen, für die zwar Bedürfnis besteht, die aber bisher noch nicht so präzise angedacht sind.

Michael Nopper kam auf das gegenwärtige Wirtshaussterben zu sprechen, dies habe für die Ortsgemeinschaft drastische Folgen. Angesichts der bevorstehenden Umgestaltung der Ortsmitte in Wyhlen und Grenzach nannte Nopper Organisation und Betrieb eines Cafés in der neuen Mitte Wyhlen als mögliches Projekt.

Dann verwies er auf die Natursteinmauern am Bandweg. Sie seien letzte Überbleibsel des inzwischen verwaldeten Weinbergs, aber für deren Erhaltung sei logischerweise kein Einsatz kommunaler Mittel zu erwarten.

Erster Schritt auf Weg zu einer Bürgerstiftung

Schwerpunkt eines Bürgervereins solle auch sein, inspirierende Örtlichkeiten zu erhalten und zu pflegen. Martin Jösel meinte, es gebe vieles in der Gemeinde, was mit Kopf und Herz zu bewahren sei. Oftmals fehle es nur an sachkundiger Erhaltung.

An diesem Punkt hakte Manfred Mutter ein und verwies darauf, dass viele Mitbürger aus früher anderer beruflicher Tätigkeit ebenso wie inzwischen aus dem Berufsleben Ausgeschiedene Fachkenntnisse und Fähigkeiten besitzen, die sich leicht wieder aktivieren lassen.

Als Beispiel für die Erhaltung emotional wirkender Örtlichkeiten wurden die Brunnen in der Gemeinde genannt. Nopper sieht den Bürgerverein als ersten Schritt auf dem Weg zu einer Bürgerstiftung. Erfahrungen aus der Umgebung zeigen, dass mit solchen Stiftungen genügend Potenziale entstehen, um sich aufwendigen Vorhaben zu widmen. Erfreulicherweise gebe es auch in Grenzach-Wyhlen zunehmend Bürger, die gerne Teile ihres Vermögens für derartige Zwecke bereitstellen.

In der lockeren Gesprächsrunde waren sich die Teilnehmer einig, sobald die Corana-Bedingungen dies zulassen, eine Gründungsversammlung abzuhalten.

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