Grenzach-Wyhlen Die Lauben sind am häufigsten

Fischzählung am Wasserkraftwerk Wyhlen: Markus Braun, Vorsitzender des Fischereivereins hat gerade eine stattlichen Brachse im Kescher. Foto: Heinz Vollmar

Grenzach-Wyhlen - Rund 10 000 Fische aus mindestens 18 Arten dürften bis Ende dieses Monats das Wasserkraftwerk in Wyhlen passiert beziehungsweise umschwommen haben. Dies ist das vorläufige Ergebnis einer Fischzählung, die Mitglieder des Fischereivereins Grenzach-Wyhlen im Auftrag des Kraftwerksbetreibers Energiedienst (ED) seit Mai vornehmen.

Die Fischaufstiege am Wasserkraftwerk Wyhlen dienen seit geraumer Zeit nicht nur den Tieren, um vom Unter- ins Oberwasser des Rheins zu gelangen, sondern seit geraumer Zeit über den Einbau sogenannter Dotierkraftwerke auch zusätzlich zur Stromerzeugung.

Zur aktuellen Fischzählung erläuterte Jochen Ulrich, Leiter Asset-Management und Umwelt- und Arbeitsschutz bei Energiedienst, bei einem Pressetermin die Maßnahmen. Ulrich freute sich, dass die Helfer des Fischereivereins täglich die Zählbecken leeren, um festzustellen, wie viele Fische aufgestiegen sind, wie groß die Tiere sind und um welche Arten es sich handelt.

Diese Maßnahmen gäben Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der jeweiligen Fischaufstiegsanlagen. Im Übrigen müsse ED auch gegenüber dem Regierungspräsidium nachweisen, dass die Funktionsfähigkeit der Anlage jederzeit gewährleistet sei.

Die aktuelle Zählung, die noch bis Mitte nächster Woche stattfindet, beweise so auch, dass die Maßnahmen gut geplant und die Aufstiegshilfen weiterhin gut oder sogar noch besser funktionieren als vor dem Umbau. Daneben würden die Resultate der Fischzählung wertvolle Hinweise über den Fischbestand, die Artenzusammensetzung und deren Veränderung liefern.

„Win-Win-Situation“

Dass sich durch den Einbau der Dotierkraftwerke beim Fischlift und beim Raugerinne-Beckenpass auch die Leitströmung für die Fische vergrößert, diese regelmäßiger stattfindet und es auch weniger Turbulenzen gibt, sei außerdem ein sehr positiver Effekt für den Fischaufstieg insgesamt.

Dass die Funktionalität der Aufstiegsanlage mit Dotierkraftwerken auch tatsächlich nachgewiesen werden kann, steht bereits fest, denn bei der Fischzählung im Herbst wurden beim Raugerinne-Beckenfischpass innerhalb von zwei Monaten über 6000 Fische aus 18 Arten registriert, wie auch die Mitglieder des Fischereivereins bei der Zählung am Montag bestätigten. Bis Ende Juni geht man davon aus, dass man rund 10 000 Fische aus mehr als 18 Arten zählen wird.

Markus Braun, Vorsitzender des Fischereivereins, die Mitglieder Klaus Leisinger sowie Werner und Tobias Lämmlin bestätigten beim Pressetermin, dass man mittlerweile auch eher seltene Fische wie Elritzen zählen konnte. Am häufigsten habe man jedoch Lauben (Ukelei oder Zwiebelfisch) gefunden, die in großer Zahl die Fischaufstiegsmöglichkeiten am Kraftwerk Wyhlen nutzen. Auch stattliche Brachsen, Döbel, Aale und – als größter gezählter Fisch – ein 80 Zentimeter großer Schuppenkarpfen seien dabei.

Die Mitglieder des Fischereivereins bewerteten die Maßnahmen von ED als sehr positiv, denn so verbessere sich auch die Artenvielfalt. Tobias Lämmlin sprach in diesem Zusammenhang von einer „cleveren Maßnahme“ und einer „Win-Win-Situation“ im Sinne von Hege und Pflege des Fischbestandes bei gleichzeitiger, zusätzlicher Stromerzeugung dank der Dotierkraftwerke an den Fischaufstiegshilfen.

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