Nach schwerer Krankheit ist Albert Greiner am Sonntag im Alter von 79 Jahren gestorben (wir berichteten). In der Doppelgemeinde war „Albi“ eine echte Institution.

Grenzach-Wyhlen (mh). Die Älteren erinnern sich noch, wie „Albi“ als früherer Ratsschreiber der Gemeinde Grenzach-Wyhlen Ehen schloss und Grundbucheinträge verfasste. Alle Generationen hingegen kennen ihn von zahllosen Veranstaltungen, die er mit Kamera, Block und Bleistift verfolgte, um unter seinem Kürzel „alg“ in den lokalen Zeitungen darüber zu schreiben.

50 Jahre lang war Greiner unter anderem für unsere Zeitung unterwegs, um über Vereine, Feste, die Fasnacht und vieles andere zu berichten. Mit seiner offenen, humorvollen Art begegnete er den Menschen. Im Mai dieses Jahres erst legte er Stift und Block zur Seite. „Albi“ wollte es ruhiger angehen lassen, zumal er nach Lörrach zu seiner neuen Lebensgefährtin gezogen war. Doch so ganz konnte „alg“ wohl doch nicht vom Lokaljournalismus lassen, denn noch am Tag vor seinem überraschenden Tod veröffentlichte er einen kleinen Beitrag über den TV Grenzach. Die Zahl der Artikel, die „alg“ in seiner langen Zeit als Freier Mitarbeiter für die Zeitung verfasst hat, beläuft sich auf mehr als 10 000.

Eigene Dunkelkammer im Keller

Doch bevor es die Möglichkeit gab, Texte und Bilder per Internet in die Redaktion zu übermitteln, setzte sich Albert Greiner nach den Terminen an die Schreibmaschine, tippte seine stenografierten Notizen ab. Nebenbei entwickelte er die Filme in der eigenen Dunkelkammer im Keller seines Hauses, um alles am nächsten Morgen pünktlich in den Redaktionen abzuliefern.

Politik-Berichte waren für „alg“ stets tabu

Greiner ging seiner Neigung für die Zeitung mit Herzblut nach, doch ebenso engagiert war er in seinem früheren Beruf als Ratsschreiber der Gemeinde Grenzach-Wyhlen. 1953 begann er seine berufliche Laufbahn bei der Stadtverwaltung Lörrach mit einer Verwaltungslehre. Nach Abschluss seiner Ausbildung arbeitete er als Angestellter beim dortigen Grundbuchamt. Im Jahr 1962 wurde Greiner in ein Beamtenverhältnis auf Probe übernommen, und zum Jahresbeginn 1965 wechselte er nach Grenzach ins Hauptamt. 1963 heiratete Albert Greiner Helga Falz, aus der Ehe entstammen zwei Kinder: Bernhard und Sylvia.

Der damalige Grenzacher Bürgermeister Walter Bertsch brachte Albert Greiner 1968 in Kontakt mit der Zeitung, die freie Mitarbeiter suchte. Gewissenhaft meldete Greiner seine neue Nebentätigkeit bei seinem Arbeitgeber an. Diese wurde ihm auch genehmigt, auch wenn es seinem späteren Chef Hans-Joachim Könsler, nicht passte, dass Greiner für die Zeitungen tätig war. Der Gemeinderat musste schließlich entscheiden und gab dem Ratsschreiber recht, sich weiter journalistisch betätigen zu dürfen. Eine Berichterstattung über Gemeinderatssitzungen und Vorgänge in der Verwaltung waren für „alg“ jedoch selbstverständlich tabu.

Leiter von Standes- und Grundbuchamt

Albert Greiner wurde 1981 zum Leiter des Grundbuchamtes und 1984 zum Leiter des Standesamtes berufen. Mehr als 1800 Ehepaare hat er in seiner Funktion getraut. Zusätzlich war Greiner von 1986 bis 2003 Personalratsvorsitzender. 2004 trat er dann in den Ruhestand.

Bis zuletzt bei der ARGE engagiert

Neben seinem Beruf und seiner Tätigkeit als Berichterstattet hat sich „Albi“ auch in der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Grenzach-Wyhlen engagiert, wo er lange Jahre den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden innehatte. In seiner knappen Freizeit traf er sich mit Freunden im Kegelklub „Lange Hand“. Auch nach seiner Pensionierung hielt der Verstorbene Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen, und bei den Treffen der Altgemeinderäte war er ein beliebter Gast.

Weitere Informationen: Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 20. September, um 14 Uhr auf den Friedhof in Grenzach statt. Die anschließende Urnenbeisetzung erfolgt im kleinen Kreis.