Grenzach-Wyhlen Ein Schluck Grenzach

Die Oberbadische, 19.06.2017 23:05 Uhr

In diesen Tagen bevorzugen die Spaziergänger im Emilienpark vor allem die schattigen Ecken. Hinten, unter den großen Bäumen neben dem Quellenhaus, ist es selbst bei großer Nachmittagshitze noch angenehm kühl. Aber auch vorn, auf der großen Wiese, geht es in den Sommerwochen lebhaft zu. Kinder nutzen die Freifläche ebenso gerne wie an kühleren Tagen.

Grenzach-Wyhlen (rr). Doch bald gibt es eine kurzzeitige Einschränkung, wenn Ende Juni ein großes Zelt für „klassikanderswo“ aufgerichtet wird. Ein guter Grund also, dass der Emilienpark wieder einmal mehr als sonst in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt, ist doch mit diesem Areal sowohl die vergangene und recht turbulente Zeit der Heilwassernutzung als auch heute eine der schönsten Grünflächen in der Gemeinde verbunden.

Für den Verein „klassikanderswo“ war dies ein Grund, das Begleitheft für die diesjährigen Konzerte als kleines Geschichtsbuch zu gestalten. Elf Autoren befassen sich in 13 Beiträgen und einer chronologischen Zeittafel mit Gewinnung und Vertrieb des Grenzacher Heilwassers, mit dem Emilienbad und dem Weg zum heutigen Emilienpark. Ausführlich und originell werden Abläufe und Zusammenhänge vorgestellt – für manch ältere Einwohner sicherlich auch Anregung zu persönlichen Erinnerungen, jüngere oder Neubürger werden beim Lesen so manchen „Aha-Effekt“ erleben. Nicht weniger Überraschungen bieten die rund 80 Abbildungen und Faksimiles aus vielen Jahrzehnten. Dazu gehören Fotos der einstigen Kurgebäude und aus der Wasserabfüllung, aber auch sehr sehenswerte Schriftstücke zum Fremdenverkehr in Grenzach.

104 Seiten Information

Seit dem Jahr 2015 ist es dem Verein ein Anliegen, die Konzertorte mit ihren historischen Besonderheiten den Gästen vorzustellen, schließlich ist es erklärtes Ziel, anspruchsvolle Musik an dafür ungewöhnlichen Plätzen erklingen zu lassen. Einen kleinen Teil der Kosten des Begleitheftes kann der Verein durch die 35 Inserate von Firmen aus Grenzach-Wyhlen und Basel decken, die nach dem Textteil angefügt sind. Auch diese sind übrigens gemischt mit einigen historischen Anzeigen aus der Grenzacher Heilwasserzeit.

Vorangestellt ist ein Grußwort von Bürgermeister Tobias Benz. Alt-Bürgermeister Jörg Lutz erinnert an die entscheidende Episode der Bürokratie, die zur endgültigen Schließung des Heilwasser-Hahnes führte. Überdies erstellten die Autoren alle Beiträge ehrenamtlich.

Die insgesamt 104 Seiten umfassende Broschüre erscheint wieder in quadratischem Format und ist grafisch attraktiv gestaltet. Konzertbesucher erhalten das Heft zusammen mit ihren Eintrittskarten. Andere Interessenten können es erwerben und damit dem Verein weitere Förderung zuteil werden lassen. (Über das Programm von „klassikanderswo“ berichten wir noch).