Grenzach-Wyhlen Einer der letzten echten Grenzacher

Carola Lambelet würdigte vor zahlreichen Trauergästen in der evangelischen Kirche in sehr persönlichen Worten das Leben ihres Vaters Erhard Richter, der am 16. Juli verstorben ist. Foto: Manfred Herbertz Foto: Die Oberbadische

Er war ein Markgräfler alten Schlages, dessen Familienwurzeln in Grenzach 300 Jahre zurückreichen, sagte Pfarrer Axel Huettner bei der Trauerfeier zu Ehren von Erhard Richter am Mittwochnachmittag in der evangelischen Kirche Grenzach. Familie, Kollegen, Freunde und Mitbürger, darunter auch der Lörracher OB Jörg Lutz, nahmen Abschied vom Ehrenbürger der Gemeinde Grenzach-Wyhlen, der am 16. Juli verstorben ist.

Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Richter wäre heute 92 Jahre alt geworden. „Erhard Richter war zusammen mit seinem Bruder Werner Aushängeschild Grenzach-Wyhlens“, sagte Huettner.

Die Trauerfeier war geprägt von der Erinnerung an einen aufrechten, geradlinigen Menschen, der bleibende Spuren nicht nur in seiner Heimatgemeinde, sondern in der ganzen Region hinterlassen hat. Huettner wie auch die folgenden Redner würdigten eine Persönlichkeit, die vielfältig gewirkt hatte. Daneben gab es auch den Ehemann und Vater, der in Liebe und Fürsorge seiner Familie zugetan war, sagte der Geistliche.

Sehr persönliche Worte fand Tochter Carola Lambelet, die ihren Vater direkt ansprach: „Lieber Papa, mit dir ist einer der letzten echten Grenzacher gegangen. Wir sind froh, dass wir dich kennenlernen durften.“ „Es war deine Herzensangelegenheit, der nachfolgenden Generation etwas mitzugeben“. Sie zeichnete das Bild eines liebenswerten, beharrlichen Vaters, und: „Als Opa konnte man sich keinen Besseren vorstellen.“ Aus ihrer Ansprache klang bei aller Wehmut die Art von Humor, welche auch Erhard Richter eigen war.

Bürgermeister Tobias Benz sagte, die Gemeinde verliere mit Erhard Richter eine prägende Persönlichkeit. Benz würdigte das Lebenswerk des Pädagogen, Forschers und Menschen und hob dessen herausragenden Bürgersinn hervor: „Sein wacher Geist, seine Menschlichkeit bleiben uns unvergessen, er war eine wichtige Autorität“, sagte Benz über Richter, der 1997 die Ehrenbürgerwürde verliehen bekam.

LMG-Schulleiter Frank Schührer würdigte Richter als Pädagogen und bezeichnete ihn als einen wahren Pionier der Schullandschaft in Grenzach-Wyhlen.

Er tat’s auf seine Weise

Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte zitierte aus dem Lied „My Way“: „Ich hab‘s auf meinen Art gemacht.“ Er erinnerte daran, dass die Großtat des Vereins, die Schaffung des Museum Römervilla, ohne Richters Engagement nicht möglich gewesen wäre. Auch Hubert Bernnat, Vorsitzender des Geschichtsvereins Markgräflerland, sprach von einer hohen Kompetenz, die den Verstorbenen auszeichnete, und dem man höchsten Respekt zollte. „Macht’s Spaß, macht’s Spaß?“: Diese Worte Richters, einer der Gründerväter der Burgfestspiele Rötteln, hätten sich beim Team zum geflügelten Wort entwickelt, sagte Gilbert Rottmann, Vorsitzender der Burgfestspiele.

Musikalisch umrahmt wurde die Trauerfeier von Dieter Zeh (Orgel) und Heinz Hilpert (Geige).

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