Grenzach-Wyhlen Eisenbahnstraße wird umgestaltet

 Foto: Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen - Im Zuge der Schaffung der Neuen Mitte in Wyhlen bekommt auch die Eisenbahnstraße ein neues, freundlicheres Gesicht. Ziel ist – neben der erstmaligen Schaffung von Aufenthaltsqualität – die optische Aufwertung des Bereichs im Kontext zur historischen Bebauung. Außerdem soll die Parkplatzsituation verbessert werden. Die Bauarbeiten beginnen im September.

Wer die Eisenbahnstraße im Bereich des Kindergartens Hebelschule entlang spaziert, passiert diesen Bereich zumeist zügig. Neben der stellenweise rissigen Fahrbahn verläuft auf der östlichen Seite ein angeschrägter, schmaler Gehweg – westlich der Fahrbahn gibt es keinen. Sitzmöbel sucht man vergeblich. Schnellen Schrittes schieben sich die meisten Passanten – so es überhaupt welche gibt – zwischen den Ausfahrtoren der Feuerwehr, der Fassade der Hebelschule und den Schrägparkplätzen hindurch.

Deren anno 2015 geschaffenes, provisorisches Dasein wird im Zuge der Neugestaltung ein Ende haben. Sie werden durch normale Senkrechtparkplätze mit einer „kitafreundlichen“ Breite von drei Metern ersetzt. Der Zebrastreifen auf der Eisenbahnstraße bleibt an Ort und Stelle, wird aber erneuert.

Sitzbänke, Bäume und Fahrradständer

Unabhängig davon wird die Ein- und Ausfahrtsituation sich im Bereich der Hebelschul-Ecke komplett ändern. Wie Knut Maier (Büro Baldauf) und Kurt Sänger (Rapp Regioplan) am Dienstagabend im Gemeinderat darlegten, ist dabei die Verlegung der Bushaltestelle auf die Fahrbahn der Rheinfelder Straße essenziell. Durch den Wegfall der vorhandenen Busbucht wird nämlich jede Menge Platz gewonnen. Platz für einen breiteren, aufgeräumten Gehsteig etwa, aber auch für Sitzbänke und Bäume.

Busse stoppen auf der Fahrbahn der B 34

Durch den zukünftigen Halt der Busse auf der „Noch-B 34“ verbessert sich die Verkehrssicherheit für alle Autofahrer, die aus der Eisenbahn- auf die Rheinfelder Straße einbiegen wollen. Denn die Linienbusse stoppen den hinter ihnen fahrenden Verkehr und versperren den Einbiegern nicht – wie heute – die Sicht auf das Verkehrsgeschehen. Im Zuge der Komplettumgestaltung der Bushaltestelle wird diese barrierefrei ausgebaut – unter anderem mit einem erhöhten Bord und mit Fahrradabstellplätzen versehen.

Gemeinde bezahlt rund 300 000 Euro selbst

Die Kostenschätzung für die gesamte Maßnahme beläuft sich für die auf die Gemeinde entfallenden Arbeiten auf 536 000 Euro. Aus dem städtebaulichen Erneuerungsprogramm können auf dieser Basis Zuschüsse in Höhe von rund 230 000 Euro abgerufen werden. Der Eigenanteil der Gemeinde Grenzach-Wyhlen beträgt somit 306 000 Euro. Der Straßenausbau erfolgt parallel zu Glasfaser- und Wasser-/Abwasserrohr-Verlegungen.

Der Gemeinderat hat dem von Maier und Sänger vorgestellten Konzept für die Sanierung und Ausgestaltung der Eisenbahnstraße nach intensiver Debatte einmütig zugestimmt. Das öffentliche Ausschreibungsverfahren für den Tiefbau kann somit durchgeführt werden. Die Arbeiten werden aufgrund der vorhandenen Feuerwehr- und der Kita-Nutzung in voraussichtlich drei Bauabschnitten umgesetzt.

Debatte über Gehwegpflaster

Hinter einem wichtigen Detail der im Gemeinderat an sich unstrittigen Maßnahme steht jedoch noch ein großes Fragezeichen: Welches Pflaster soll der Gehweg erhalten? An welchen Stellen kommt es zum Einsatz? Greift man die moderne Betonpflasterung auf, wie sie im Bereich der nahen Querspange Bahnhofstraße zum Einsatz gekommen ist? Oder bedient man sich eines Natursteins (etwa Granit), der besser die „Sprache“ der historischen Bebauung in diesem Teil des Wyhlener Ortskerns aufgreift? Dies ist noch offen.

Begrünung auch mit „Rankgerüsten“

Die Verwaltung stellte den Gemeinderatsmitgliedern, welche sich in dieser Frage sehr uneins waren, am Dienstagabend eine „Bemusterung“ in Aussicht. Knut Maier brach dabei einer historisch inspirierten Bepflasterung eine Lanze. Er appellierte an die Ratsmitglieder, die Chance zu nutzen und den historisch bebauten Bereich mit Bezügen zur ortsbildprägenden Hebelschule, Zehnthaus und weiteren älteren Häusern mit einem dazu passenden Bodenbelag aufzuwerten.

Sich für ein Betonpflaster zu entscheiden und sich damit gleich ordentlich zu bevorraten, wie von Felix Düster (FDP) angeregt, sei aufgrund des Ausschreibungszwangs überhaupt nicht möglich.

Was die Begrünung angeht, sollen an der Ecke Eisenbahn-/Rheinfelder Straße hochstämmige Bäume gepflanzt werden. Dazu sollen entlang der Eisenbahnstraße „Rankgerüste“ aus Metall für Begrünung sorgen. Ob „baumartig“, wie in Lörrach an der Kirch- und der Grabenstraße, oder in Form von Skulpturen – ein ähnliches, aber nicht bewachsenes Objekt dieser Art steht an der Ecke Mühlen-/Schulstraße in Binzen – ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Peter Weber forderte, im genannten Bereich ein „Denkmal“ aufzustellen.

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