Grenzach-Wyhlen Energiedienst sieht keine Gefahr

Die von der Firma Energiedienst am Wyhlener Wasserkraftwerk geplante Anlage zur Wasserstoffgewinnung bewegt viele Bürger. Entsprechend voll war die Kraftwerkaula, worin das Unternehmen am Montagabend über seine Pläne informierte.

Grenzach-Wyhlen. Einmütig betonten alle von Energiedienst (ED) aufgebotenen Experten: Die geplante „Power to Gas“-Anlage sei sicher, die Technik bewährt, und Risiken für Mensch und Umwelt gebe es praktisch nicht.

Während Manfred Mutter, Sprecher der „BI Zukunftsforum“, die ED-Informationsveranstaltung toll fand und für das geplante Projekt ein Lob aussprach, bekräftigte Michael Kempkes, Sprecher der „BI Wasserkraftwerk am Altrhein“, nach einer Reihe von weitgehend beantworteten Fragen: „Ich tue mein Möglichstes, um diese Anlage hier zu verhindern.“

Energiedienst-Pressesprecher Alexander Lennemann erklärte, aufgrund von Planungsverzögerungen könne die Bürgerinformation erst jetzt stattfinden. Ferner räumte er ein, es sei ein Fehler gewesen, dies nicht klar zu kommunizieren.

Auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Wyhlen soll mittels alkalischer Elektrolyse mit Ökostrom aus Wasser Wasserstoff gewonnen werden. Das Verfahren sei klimaneutral und leiste einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, erläuterte eingangs Irene Knauber von Energiedienst. Der Bau der Anlage erfolge auf dem Kraftwerkgelände und berühre die frei zugänglichen Areale in keiner Weise.

Fünf-Millionen-Projekt

Bei dem Projekt „Power to Gas“ (P2G) handelt es sich um ein Forschungsprojekt zusammen mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Das Land Baden-Württemberg fördert das Fünf-Millionen-Euro-Projekt.

Energiedienst hatte an diesem Abend eine Reihe von Fachleuten aufgeboten, die das Projekt vorstellten, „denn wir haben selbst keine Ahnung von dieser Technologie“, sagte Irene Knauber. Die Vertreter des ZSW, der Elektrolyse-Herstellerfirma McPhy, des Ingenieurbüros, der Architekten sowie weitere Experten vom TÜV Thüringen Schweiz und dem Regierungspräsidium Freiburg stellten die Erzeugungsanlage, den Energieträger Wasserstoff sowie den aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens vor.

Dabei wurde über allen Beiträgen deutlich: Die Technik der Wasserstofferzeugung mit alkalischer Elektrolyse gilt als sehr sicher. Heinz Rohrer vom TÜV Thüringen Schweiz sagte, es sei nahezu unmöglich, im Freien mit Wasserstoff ein zündfähiges Gemisch herzustellen. In Räumen werde dies mittels Zwangsbelüftung sichergestellt. Außerdem gebe es heute schon in der Schweiz Elektrolyseanlagen, die in Wohngebäuden stünden.

Die Frage nach der Sicherheit – „Sie ist oberstes Ziel“ (Friedrich Haas von Haas Engineering) – zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge der Fachleute. Die Vertreterin des Regierungspräsidiums, Marie Leypold, erläuterte das Genehmigungsverfahren. Bürgermeister Tobias Benz fügte an, die Gemeinde werde einen Bebauungsplan aufstellen. Michael Specht erklärte, das ZSW werde in der Anlage Forschungen zur Effizienz- und Kostenoptimierung betreiben.

Die Frage von Manfred Mutter, ob man mit dieser „bewährten Technologie“ nicht „einen Ladenhüter einkauft“, beantwortete Specht: Ohne diese Technologie sei die Energiewende nicht zu schaffen.

Weitgehend drehten sich die anschließenden Fragen um technische Details und die Befürchtung vor zusätzlichem Verkehr im Bereich der Siedlung am Kraftwerk. Laut der ED-Vertreter soll sich dieser in Grenzen halten. Die Rede war von lediglich zwei Lkw-Fahrten pro Tag.

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