Grenzach-Wyhlen Erleichterung statt Nebenwirkungen

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Zufrieden und fit nach der Erstimpfung gegen das Coronavirus (von links): Emilia, Julian, Mina, Mika, Kira, Anna, Josefine und Frederik Foto: Rolf Rombach

Seit dem 9. Dezember empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) für Kinder mit Vorerkrankungen die Impfung mit dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech. Zusätzlich sollten Fünf- bis Elfjährige geimpft werden, die Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf in ihrem Umfeld haben. Dabei öffnete die Stiko mit dieser ersten Empfehlung die Option für Eltern, auf Wunsch Kinder ohne diese beiden Kriterien ebenfalls impfen zu können.

Grenzach-Wyhlen  (rom). Wie sehr der Wunsch bei Eltern und Kindern gleichermaßen vorhanden war, zeigte die erste Impfaktion im Kreis am 18. und 19. Dezember in Rheinfelden (wir berichteten). Mit 476 Impfungen an beiden Tagen war das Angebot für die jüngste Altersklasse ausgebucht. Diesen Dienstag folgte der nächste Termin. Der Vorteil an der offenen Empfehlung im Vergleich zum Zeitraum davor: Es handelt sich nicht mehr um einen sogenannten „Off-Label-Use“ (der Einsatz außerhalb der zugelassenen Indikation), bei dem eine Staats- oder Herstellerhaftung ausgeschlossen ist.

Impfgegner sind in der Minderheit

Der immer lauter und aggressiver agierenden Minderheit der Impfgegner beugen sich zum Teil auch Impfbefürworter. Ein Befragter der Impfaktion vom 18. Dezember findet die Impfung seiner Tochter weiterhin richtig, aber er hatte inzwischen aus dem Umfeld kritische Kommentare erfahren müssen, weshalb er sich nicht namentlich äußern will. Ein anderer Vater hat das Problem, dass er seine Kinder sehr gerne impfen lassen möchte, zumal er als Mitarbeiter in einem Gesundheitsberuf regelmäßig mit Covid-Patienten in Kontakt kommt. Er teilt sich das Sorgerecht mit der geschiedenen Frau, die den gemeinsamen Sohn unter anderem mit der Behauptung manipuliert hat, die Impfung mache unfruchtbar. Daher will der Sohn derzeit keine Impfung.

Diese und weitere angebliche Langzeitwirkungen und Spätfolgen existieren meist gar nicht, werden von Corona-Leugnern und Impfgegnern aber häufig vorgeschoben und weiterverbreitet. Reale Nebenwirkungen wie eine Herzmuskelentzündung, welche sehr selten vorkommt und in der Regel ohne bleibende Schäden abheilt, werden dafür ignoriert.

Erfahrungsberichte von Grundschülern und Eltern

Aus dem Grenzacher Neubaugebiet „Hornacker“ hat sich Mitte Dezember gleich ein Dutzend Kinder in Rheinfelden impfen lassen. Knapp zwei Wochen später ist die Bilanz sehr einheitlich: Keine bemerkenswerten Nebenwirkungen bei den Grundschülern. „Unsere Tochter war durchweg fit. Eine Freundin von ihr war am Sonntag nach der Impfung etwas müder als sonst. Das war es“, sagt Nadine Zirbe-Sala. Ihr elfjähriger Sohn war drei Tage etwas schlapp, bereut es aber dennoch nicht. „Für ihn war es auch wichtig wegen der Herdenimmunität“, sagt die stolze Mutter über den Zeitung lesenden Sohn, der sich damit selbst über die anstehende Maßnahme informierte. Einer der Beweggründe der Familie: Die Hoffnung, als Kontaktperson nicht mehr zwingend in Quarantäne zu müssen. „Und außerdem wird damit ja auch das Risiko minimiert, die Großeltern anzustecken.“ Ein wichtiger Punkt, da nachweislich die Ansteckungsgefahr durch weniger aktive Viren sinkt, sollten Geimpfte infiziert sein.

Nachbarin Anja Matthiä ist mit der Impfung ihrer beiden Kinder ebenfalls zufrieden. „Durch die Wahlfreiheit der Stiko fühle ich mich in der Entscheidung sicherer. Die Kinder behaupten mir gegenüber auch, dass sie sich nun sicherer fühlen. Außerdem wollen sie niemanden krank machen“, lobt sie die Mitentscheidung ihrer sieben- und elfjährigen Kinder.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) schreibt auf ihrer Homepage, dass „nach gegenwärtigem Wissenstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen. Daher hat die Stiko entschieden, ihre bisherige Einschätzung zu aktualisieren und eine allgemeine Covid-19-Impfempfehlung für Zwölf- bis 17-Jährige auszusprechen.“ Weiter: „Unverändert soll die Impfung nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko erfolgen. Die Stiko spricht sich ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.“

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