Grenzach-Wyhlen Erster Schritt hin zum Bildungscampus

Grenzach-Wyhlen -  Mit dem symbolischen Spatenstich für den neuen Kindergarten ist am Donnerstag der erste Schritt in Richtung Bebauung der Neuen Mitte Grenzach gemacht worden. Der geplante Bildungscampus nimmt Formen an. Doch die Zeit drängt: Der Kindergarten muss bis Juni kommenden Jahres „stehen“, damit die von Bund und Land zugesagten Fördermittel von einer halben Million Euro nicht wieder verfallen.

Rund 3,9 Millionen Euro nimmt die Gemeinde Grenzach-Wyhlen für den neuen Kindergarten in die Hand, eine Summe, die Bürgermeister Tobias Benz als „nicht gerade wenig, aber doch eher günstig im Vergleich“ apostrophiert. Rund eine halbe Million Euro steuern Bund und Land via Zuschussprogramm bei, wie Benz dankbar betont.

Gleichwohl sei das Zeitfenster zur Abrufung der Fördergelder arg eng. Nun zahle es sich für Grenzach-Wyhlen aus, dass man den projektierten Kindergarten bereits bis zur Leistungsphase IV in der Schublade gehabt habe und somit nun rascher realisieren könne als vorgesehen. Denn eigentlich hätte der Kindergarten in der Neuen Mitte erst in den Jahren 2022 und 2023 gebaut werden sollen – doch dann hätte es, so der aktuelle Stand, keine Fördermittel mehr gegeben.

Um die halbe Million Euro nicht verfallen zu lassen, haben Kommune, Planer und Bauarbeiter daher rund ein Jahr früher zum Spaten gegriffen. „Das Programm ist sehr sportlich, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen“, sagt Benz im Nachgang des Spatenstichs.

Das Gebäude

Der Kindergarten in der neuen Mitte Grenzach besteht aus dem früheren Pavillon II der Bärenfelsschule und einem davorgesetzten Neubau. Der aus den 1960er Jahren stammende Pavillon wird seit der Abwicklung der Werkrealschule nicht mehr benötigt. Er diente zuletzt der Kita „Löwenzahn“ als provisorische Unterkunft. Nun wird das Gebäude saniert. Ein Anbau wird in Richtung Schlosser-Areal davorgesetzt und mit Pavillon II verbunden.

Bauliche Synergieeffekte

Baulich werden bewusst Synergien mit der Bärenfelsschule gebildet – dies im Sinne des Bildungscampus-Konzepts. So wurde der neue Kindergarten bereits beim Bau der Schulmensa vor vier Jahren „mitgedacht“, um es mit den Worten des Bürgermeisters zu sagen.

Dabei komme zugute, dass Harry Vogt als Architekt sowohl die Mensa als auch den neuen Kindergarten geplant hat. Bewusst greife der neue Kindergarten die Formensprache des Pavillons auf. Aufs Dach des neuen Kindergartens kommt eine Fotovoltaikanlage von der Genossenschaft Bürgersolar, die die Fläche dafür pachten wird.

Das Außengelände des Kindergartens wird aufgrund des Höhenversatzes als mehrere „Piratenschiff-Decks“ gestaltet.

Fünf Gruppen

Der Kindergarten in der Neuen Mitte von Grenzach soll zwei Krippengruppen für Kinder unter drei Jahren und drei reguläre Ü3-Gruppen haben. Benz freut sich schon darauf, „dass bald bis zu 120 Kinder und ihre Eltern die Neue Mitte beleben werden“.

Masterplan Kinderbetreuung

Die Schaffung des Kindergartens ist Teil des vom Gemeinderat anno 2015 verabschiedeten Masterplans zum Ausbau der Kinderbetreuung in der von hohem Familienzuzug geprägten Doppelgemeinde. Bürgermeister Benz zufolge hat die Kommune seither rund 15 Millionen Euro in diesem Bereich investiert – den neuen Kindergarten bereits eingerechnet.

So wurden in den vergangenen sechs Jahren etliche neue Betreuungseinrichtungen geschaffen: der Kindergarten Hebelschule (der eine weitere Kleingruppe mit zwölf Plätzen bekommen soll), der „Löwenzahn“-Neubau, das Kinderhaus Wyhlen, der Waldkindergarten (der eine zweite Gruppe bekommt) – und nun der Kindergarten in der Neuen Mitte.

Schwierige Personalsuche

Es wird nicht leicht werden, Personal für den neuen Kindergarten zu finden. Bürgermeister Tobias Benz macht sich im Gespräch mit unserer Zeitung hier gar keine Illusionen. „Wir werden aber alles in die Waagschale werfen“, kündigt er an.

Die Leitungsstelle werde schon sehr bald ausgeschrieben, um früh ein Team bilden und ein Konzept für den Kindergarten erstellen zu können. „Unser Ziel ist, im September 2022 alle fünf Gruppen öffnen zu können“, erläutert der Rathauschef die Marschrichtung.

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