Grenzach-Wyhlen Farbtupfer für den Ortskern

 Foto: Tim Nagengast

Im zweiten Anlauf klappt’s: Nachdem es im Frühjahr teils gepfefferte Kritik an den Plänen zum Umbau des Wyhlener „Ochsen“ in ein Wohnhaus gegeben hatte, gab der Technische Ausschuss des Gemeinderates am Dienstagabend dem Bauantrag sein Plazet. Der Investor hatte nach Gesprächen mit der Gemeinde überarbeitete und vor allem abgespeckte Pläne vorgelegt.

Von Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen. Fest steht: Auf dem historisch bedingt ohnehin sehr verschachtelten Areal zwischen Rheinfelder Straße und Baumgartenstraße wird es auch nach dem Umbau des früheren „Ochsen“ zum Wohnhaus arg eng zugehen. Zwar sehen die neuen Pläne des Investors keine ganz so geballte Baumasse wie noch vor einigen Monaten mehr vor, doch müssen die geplanten 16 Wohneinheiten eben irgendwo untergebracht werden.

Kern der baulichen Veränderung ist ein Teilabbruch des früheren Tanzlokals beziehungsweise Kinosaals und dessen Aufstockung bis etwa auf Höhe des daran in zweiter Reihe anschließenden Nachbarhauses. Dominierender Baukörper zur Bundesstraße hin bleibt wie bisher der historische Gasthof mit seinem markanten, abgewalmten Mansardendach. Dieses soll straßenseitig drei stilistisch angepasste Gauben bekommen.

Altbau wird voll saniert

Das das Wyhlener Ortsbild prägende, anno 1785 errichtete und laut einem früheren Eigentümer sogar bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Gebäude bleibt also vollumfänglich erhalten, wird aber innen zum Wohnhaus umgebaut, aufwendig saniert und äußerlich optisch deutlich aufgewertet. Was – man darf es ruhig so sagen – im Vergleich zur heutigen Situation auch ein Leichtes ist, bietet der „Ochsen“-Komplex derzeit doch ein eher schmuddeliges Bild. Was übrigens auch erhalten bleiben soll: das Wirtschaftsgebäude an der Baumgartenstraße.

Stellplatzfrage ist offen

Ein ganz großes Fragezeichen steht – wie bereits im Frühjahr – immer noch hinter der Stellplatzfrage. 16 Wohneinheiten bräuchten rein rechnerisch rund 20 Parkplätze. Aber wo? Das „Ochsen“-Grundstück ist viel zu klein und auch heute viel zu dicht bebaut dafür. Hier liegt der Ball beim Landratsamt Lörrach als zuständiger Behörde. Sowohl Bauamtsleiterin Sabine Schneider als auch Bürgermeister Tobias Benz verwiesen auf Paragraf 37 Absatz drei der Landesbauordnung. Diese sieht unter besonderen Umständen ein Abweichen von der Verpflichtung zur Anlage von Stellplätzen auf dem Baugrundstück vor.

Im Technischen Ausschuss hatten die meisten Mitglieder des Gremiums, so der Eindruck von Dienstagabend, offenbar einigermaßen ihren Frieden mit den „Ochsen“-Plänen gemacht.

Vor allem an den Tischen der Freien Wähler ging aber der eine oder andere mahnende Zeigefinger in die Höhe. Peter Weber etwa forderte, das benachbarte Zehnthaus (es gehört der Gemeinde) vor Beginn der „Ochsen“-Baustelle „ganz genau anzusehen“, denn die Baustelle werde mit massivem Gerät einhergehen, und die Zufahrt über die Baumgartenstraße sei sehr eng.

Kritik der Freien Wähler

Sein Fraktionskollege Alex Drechsle wiederum zeigte sich zwar angetan von den Bauplänen an sich, „aber eben nicht an dieser engen Stelle“. „Man geht halt mit 250 Prozent des Machbaren in die Planung und bekommt jetzt 180 Prozent“, ergänzte Drechsle, der am Ende als Einziger gegen den Bauantrag stimmte. Carola Lambelet und Peter Weber enthielten sich der Stimme.

Auf Wunsch der Ausschussmehrheit schrieb die Verwaltung noch in den Beschluss hinein, dass die Anzahl der erforderlichen Stellplätze nachzuweisen sei. Wie Benz anmerkte, „ändert das an der Vorgehensweise aber nichts“.

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