Grenzach-Wyhlen Flüchtlingsarbeit am Wendepunkt

Rund 60 interessierte Bürger diskutierten im Quellenstüble über die Zukunft des Helferkreises „Amiko“. Foto: Manfred Herbertz Foto: Die Oberbadische

Über die Zukunft der ehrenamtlichen Flüchtlings- und Integrationsarbeit in Grenzach-Wyhlen wurde am Montagabend im Quellenstüble diskutiert. Gemeinsam versuchten die Teilnehmer, im Rahmen eines „World Cafés“ Perspektiven für die Arbeit des Helferkreises „Amiko“ zu formulieren. Bürgermeister Benz bezeichnete das Ergebnis als „Zeichen des Aufbruchs“.

Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Aktuelle und ehemalige Helfer von „Amiko“ sowie Menschen mit Interesse an einem Engagement in der Integrationsarbeit waren von der Gemeinde eingeladen worden. Rund 60 Bürger – darunter auch ein gutes Dutzend Flüchtlinge – kamen, um im gegenseitigen Austausch Ideen und Handlungsoptionen zu sammeln. Die Veranstaltung wurde von der Moderatorin Marina Leibfried geleitet.

Rückblick

Bürgermeister Tobias Benz richtete zunächst den Blick zurück: „Vor einem Jahr musste alles relativ schnell gehen, als die ersten Flüchtlinge ankamen“, erinnerte der Rathauschef. Er sei beeindruckt gewesen, wie rasch ein gut funktionierender Helferkreis entstanden war, der zu einer „Erfolgsgeschichte“ geworden sei. Es sei sehr viel Gutes aufgebaut worden. Die Gemeinde hätte zwar die finanziellen Mittel dafür aufgebracht, aber ohne die große Zahl der ehrenamtlichen Helfer hätte der Betreuungsumfang so nicht geleistet werden können.

Vieles habe sich jetzt verändert, und daher müsse man über eine neue Struktur der Integrationsarbeit nachdenken, denn „heute sind wir an einem Wendepunkt in der Flüchtlingsarbeit angelangt.“

Drei zentrale Fragen

Marina Leibfried moderierte das „World Café“, in dem sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen zusammensetzten und nach einem sogenannten „Check in“ in drei Runden mit jeweils wechselnden Gesprächspartnern die Fragen „Warum ist eine gelungenen Integrationsarbeit für unsere Gemeinde erstrebenswert?“, „Welches Potenzial hat die ehrenamtliche Integrationsarbeit in Grenzach-Wyhlen?“ und in der dritten Runde „Wie muss unsere ehrenamtliche Arbeit idealerweise organisiert werden, um in Zukunft eine lebende Integration zu ermöglichen?“ erörterten.

Zahlreiche Ideen

Am Ende wurden die erarbeiteten Ideen vorgestellt und bewertet. Dabei kristallisierten sich Schwerpunkte heraus: Zum einem sollen die Flüchtlinge selbst als Teil des „Amiko“-Helferkreises gesehen werden. Vordringlich ist auch die Übernahme von Patenschaften durch Betriebe, um Praktika zu ermöglichen. Weiter wünscht man sich einen Integrationsmanager, der die Arbeiten koordinieren soll. Und wichtig war den Teilnehmern, eine gute Kommunikationsstruktur aufzubauen und Transparenz herzustellen. Zudem soll eine Begegnungsstätte geschaffen werden. Viele weitere Ideen wurden ebenfalls notiert.

Fazit

„Wir befinden uns an einem Wendepunkt“, machte Bürgermeister Benz an Ende die Kernbotschaft deutlich. Es seien Ziele definiert worden , die eine langfristige Integration ermöglichen könnten.

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