Grenzach-Wyhlen Gefahr für das Wasserschutzgebiet?

Die Oberbadische, 25.03.2015 23:02 Uhr

Grenzach-Wyhlen (tn). Im Zuge der Änderung ihres Logistikkonzepts für den Totalaushub von Perimeter 2 der Keßlergrube hat die Firma Roche bekanntgegeben, die Container mit kontaminiertem Erdreich per Lastwagen abtransportieren zu wollen (wir berichteten am 18. März). Diese Lkw sollen in einem weiten Bogen um Grenzach und Wyhlen herumfahren und erst beim Kreisverkehr an der „Siedlung“ die B34 erreichen. Von dort sollen die Lastwagen via A861 und A98 zum Containerterminal nach Weil am Rhein fahren, um die Behälter auf die Bahn zu verladen.

Diese seitens der Firma Roche gut gemeinte Variante, um die rund 50 Lastwagen pro Tag nicht mitten durch die Doppelgemeinde fahren zu lassen, stößt bei der SPD Grenzach-Wyhlen allerdings auf Kritik. Heinz Intveen bekundete im Gemeinderat die Sorge seiner Fraktion, dass Wyhlen eine erhöhte Verkehrsbelastung hinnehmen müsse und das örtliche Wasserschutzgebiet „vom ersten Tag an potenziell gefährdet“ werden könnte. Die SPD fordert daher, den ausgehobenen Chemiemüll direkt per Bahntransport oder via Schiff abzutransportieren.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bat Intveen die Gemeindeverwaltung, via Landratsamt beim Regierungspräsidium prüfen zu lassen, ob „dieser Weg der Entsorgung der Altlasten durch die Firma Roche behördlich tatsächlich genehmigungsfähig“ sei.

Bürgermeister Tobias Benz bekundete, dass die Gemeinde bisher lediglich über die Pläne von Roche informiert worden sei. Details seien noch nicht besprochen worden, Gespräche stünden an. Die Sorge der Sozialdemokraten nehme er aber ernst und werde sie im Gespräch mit Roche thematisieren.

Um Grenzach und Wyhlen zu umfahren, sollen die Lkw mit Erdaushub vom Heerweg via Köchlin- und Emil-Barell-Straße auf den Gmeiniweg fahren. Von dort soll die Strecke via Hard- und Ritterstraße auf die Südstraße führen. Ab dort führt eine Privatstraße zur Gewerbestraße im „Fallberg“. Diese ist über die Straße „Am Wasserkraftwerk“ an den Kreisverkehr bei der „Siedlung“ angebunden.