Grenzach-Wyhlen Gestern Edel-Tapeten, morgen Autos

Es war einmal: die Salubra. Foto: Archiv

Grenzach-Wyhlen - Die Firma Roche Pharma hat das Areal der ehemaligen Salubra an der Rheinallee gepachtet. Seit dem dramatischen Ende der traditionsreichen Tapetenfabrik vor rund eineinhalb Jahrzehnten liegt die Fläche brach.

Die Firma Roche Pharma hat das Areal der ehemaligen Salubra an der Rheinallee gepachtet. Seit dem dramatische Ende der traditionsreichen Tapetenfabrik vor rund eineinhalb Jahrzehnten liegt die Fläche brach. Roche wird dort, wie Bürgermeister Tobias Benz im Technischen Ausschuss des Gemeinderats berichtete, einen Parkplatz für 324 Autos anlegen sowie Logistik- und Lagerflächen schaffen. Später soll noch eine Lagerhalle errichtet werden.

275 Stellplätze können von Roche-Mitarbeitern genutzt werden, 49 stehen für Besucher zur Verfügung. Hintergrund ist der bereits begonnene Bau des neuen Herzstückes von Roche, das „Flexible Office Building“ (FOB). Dafür muss der Pharma-Riese nämlich entsprechende Stellflächen nachweisen, die er auf seinem eigenen Firmengelände nicht hat.

Mit dem Bau des Parkplatzes wird das Salubra-Gelände erstmals wieder einer Folgenutzung zugeführt. Sehr gerne hätte auch die Gemeinde Grenzach-Wyhlen die Fläche erworben. „Aber die Preisvorstellungen des Eigentümers sind jenseits von gut und böse“, sagte Benz zerknirscht. Dabei habe die Kommune aktuell überhaupt keine entwicklungsfähigen Gewerbeflächen mehr, fügte er an. „Die gefundene Lösung korrespondiert aber mit dem Gesamtkontext und ist aus Sicht der Gemeinde positiv zu werten“, sagte der Rathauschef, „eine Wertschöpfung wäre auf dem Areal langfristig aber natürlich toll“.

Rückblende

Die Firma Salubra wurde im Jahr 1900 von dem aus Grenzach stammenden Traugott Engeli in Basel gegründet und siedelte bald nach Grenzach an die Rheinallee um. Schnell machte sich das Unternehmen für seine edlen Luxustapeten einen exzellenten Namen. Jahrzehntelang florierte das Traditionsunternehmen, bis in den 1990er Jahren der schleichende Niedergang einsetzte, der ein ungutes Ende nahm. Im Jahr 2003 nämlich flatterte allen Mitarbeitern der inzwischen einer italienischen Unternehmensgruppe gehörenden Firma die Kündigung auf den Tisch, da Salubra insolvent war und abgewickelt werden sollte. Salubra geriet dabei mehrfach negativ in die Schlagzeilen, da die Angestellten für längere Zeit keinen Lohn mehr erhalten hatten. Dabei kam es auch zu menschlichen Dramen. Nach Berichten von betroffenen Zeitzeugen sollen in der Salubra zum Ende hin zeitweise chaotische Zustände geherrscht haben. Erzählt wird, dass einige Mitarbeiter sogar aus purer Not Werkzeuge, Maschinen und andere Utensilien an sich genommen und eigenmächtig verkauft hätten, um irgendwie zu Geld zu kommen.

Seit dem Abbruch liegt die Fläche brach. Dem Vernehmen nach soll die Firma Hieber Mitte des vergangenen Jahrzehnts Interesse an einer Ansiedlung bekundet haben, ehe sie sich dann im „Gleusen“ niederließ. Heute gehört das Areal einem Investor aus dem Rheinland.

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