Grenzach-Wyhlen Glaubensdinge sind nicht nur ernst

Das EOK, das Evangelische Oberrheinische Kirchenkabarett, aus Kenzingen mit Claudia Zolle, Monika Rudolph und Cornelia Schmidt (von links) begeisterte mit ihrer kabarettistischen Aufarbeitung kirchlicher Themen ihr Publikum im evangelischen Gemeindehaus. Foto: Manfred Herbertz Foto: Die Oberbadische

Dass man die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und die mit der Kirche an sich nicht immer nur mit aller Ernsthaftigkeit betreiben muss, zeigte der Auftritt das „Evangelische Oberrheinische Kirchenkabarett“ (EOK) im evangelischen Gemeindehaus Grenzach, wo die drei EOK-Damen mit viel Humor, Augenzwinkern, Insiderwissen und „Outsiderskepsis“ sich selbst somit die Kirche ins satirischen Visier nahmen.

Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Herzerfrischend und frech, doch nie respektlos kommt das Programm daher, mit dem das kabarettistische Frauentrio aus Kenzingen seine Zuschauer ein uns hat.

Sie nennen sich „Die drei Damen vom EOK“, wobei sie betonen, „EOK“ stehe keinesfalls für den Oberkirchenrat in Karlsruhe, sondern für „Evangelisches Oberrheinisches Kirchenkabarett“. Monika Rudolph, Cornelia Schmidt und Claudia Zoller nahmen ihre Zuhörer mit in ein Seminar zu einer Einführung in ihr „Kirchenmanagement“ und der Thematik „Rund ums Ehrenamt“, wie der Titel ihres Programms vielsagend ankündigt. So mancher Lacher des Publikums zu einigen Pointen ließ sich unschwer als „jawohl, so ist es“ deuten.

Bei „Einblicke in eine Sitzung der Selbsthilfegruppe anonyme Ehrenamtliche“ wurde dies rasch klar, als es hieß „Frau Meier, Weber, Schmidt, die helfen immer mit“. Und wenn Monika, mit ihren „Stücker acht Ehrenämter“ stöhnt, meint ihr Mann nu lapidar, das grenze an Sklaverei. „Vielleicht sag ich mal ‚nein‘ und verzichte auf den Heiligenschein – vielleicht aber sag ich ‚ja‘, denn ohne mich kommt der Pfarrer gar nicht klar“, heftiges Kopfnicken war da im Saal zu bemerken. Und dann wurde gemeinsam das „Nein“-Sagen gelernt. Nach einigen Lockerungsübungen und angefeuert von den drei EOK-Damen, erschallte es laut im Saal: „NEIN“.

Doch schnell wird man seinen eigenen Vorsätzen auch wieder untreu. Zum Schluss wurde der Fasnachtsgassenhauer „Wir kommen alle in den Himmel“ mit einem etwas abgeänderten Text gesungen, geschunkelt wurde aber dazu. Und abschließend gab es für besonderes Ehrenamtsengagement für drei Besucher das „Grüne Lorbeerblatt an der hölzernen Klammer“.

Monika Rudolph, Cornelia Schmidt und Claudia Zoller verstanden es prächtig, ihren Zuhörern die Spiegel vorzuhalten, ohne dass es weh tat, charmant, mit losem Mundwerk und immer mit einem Augenzwinkern.

Auch die Katholiken wurden nicht ausgelassen, da wurde Georg Gänswein schon mal als George Clooney der Katholiken bedacht und etwas neidvoll blickt man auch in Richtung der Glaubensbrüder, dass dort nur einer, der Papst, ist, der Sagen hat. Der hat zudem viele Helfer hinter sich. Unter großem Gekicher stimmte das Trio sodann in Richtung Pfarrer Klassen an: „So ein Mann so ein Mann…“.

Dank der „Marketingschule für Mitarbeitende“ wissen wir jetzt auch, dass das, was in Wirtschaftsunternehmen Promotion genannt wird, in der Kirche Mission heißt. Das Trio vom EOK gewährte so einzigartige Einblicke in das Leben der Kirche. 

Und im Postludium konnten die Damen endlich triumphieren, dass man durch das Lutherjahr gegenüber den Katholiken in Sachen „Devotionalien“ doch mächtig aufgeholt habe. Sie führten dies anhand von Luthersocken, Luther als Playmobilmännchen bis hin zu Lutherbier und Luthernudeln, die es immer noch gibt, mehr als deutlich vor Augen.

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