Nicht ohne Stolz präsentierten die Verantwortlichen um Projektleiter Richard Hürzeler bei der Halbzeit für die Großlochbohrungen auf dem Perimeter 1/3 zur Sanierung der Keßlergrube im Rahmen eines Mediengesprächs gestern Vormittag im Besucherzentrum eindrucksvolle Zahlen.

Grenzach-Wyhlen (mh). Das Sanierungsprojekt ist weltweit das größte dieser Art von Roche außerhalb der Werksgelände, erklärte Hürzeler, der für den gesamten Konzern Altlastensanierungen betreut.

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Stolz ist Hürzeler auch darauf, dass bis zum gestrigen Tag nicht ein einziger Arbeitsunfall zu verzeichnen gewesen sei. Ein Zeichen für den hohen Sicherheitsstandart auf der Großbaustelle. Die Arbeiten selbst verlaufen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, die Arbeiter im unmittelbaren Bohrbereich tragen Schutzkleidung mit Atemmasken, und die Maschinenführer sitzen in gepanzerten, klimatisierten Fahrerkabinen.

Bereits 50 000 Tonnen Erdmaterial sind entsorgt, das entspricht etwa 15 Prozent des gesamten Aushubs von 280 000 Tonnen der schadstoffbelasteten Altdeponie. Damit die Altlasten geborgen werden können, muss das Areal mit Bohrpfählen abgesichert werden, damit weder kontaminiertes Grundwasser nach außen, noch frisches Grundwasser in die Grube eindringen kann, erläuterte Hürzeler.

888 Betonpfähle, von denen jeder zweite mit Stahl bewehrt ist, werden das Gelände sichern. Aneinandergereiht ergäbe das eine Gesamtlänge von 21,2 Kilometer Betonpfählen mit einem Durchmesser von eineinhalb Metern. Im Juli wurden mit den Großlochbohrungen begonnen. Jetzt ist Halbzeit, im April 2017 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Dann kann es an die eigentliche Sanierung der Keßlergrube gehen.

Bislang wurden 266 Bohrpfähle gesetzt. Fünf Großbohrmaschinen treiben täglich weitere Löcher in den Boden, die mit Beton und Stahl gefüllt werden. Pro Tag schafft eine dieser gigantischen 35 Meter hohen und 130 Tonnen schweren Bohrgeräte durchschnittlich 50 Meter. Im Rahmen dieser Bohrungen, erläuterte der Technische Projektleiter Markus Ettner, wurden mittels Austauschbohrungen auf einer Fläche von knapp 500 Quadratmetern, die außerhalb der Bohrwand liegt, das kontaminierte Erdreich ausgewechselt.

Die bislang 50 000 Tonnen Abraum wurden in insgesamt 1900 havariesicheren Containern per Lastwagen von Grenzach nach Weil am Rhein gebracht und von dort mit 45 Zügen zu den Entsorgungsbetrieben transportiert. „Ein großer logistischer Aufwand“, wie Hürzeler bekannte. Die Zahl der Transporte habe jedoch zu keiner spürbaren verkehrstechnischen Mehrbelastung in der Kommune geführt, sagte der Projektleiter. Dennoch werden ab Mitte kommenden Jahres die Container weitgehend per Schiff nach Weil transportiert und dort auf Züge verladen, um die Zahl der Lkw-Touren, vor allem durch den Ortsteil Wyhlen, drastisch zu reduzieren.

Nachdem die Bohrpfahlwand fertiggestellt ist, wird die Einhausung des Areals erfolgen, der Aushub wird dann hermetisch von der Umwelt abgeschirmt in drei Schritten bis zu 20 Meter tief abgetragen.

Gesamtaushub für die Sanierung von Perimeter 1/3 der Keßlergrube:

n 280 000 Tonnen Erdreich, davon 50 000 Tonnen bereits ausgehoben.

n 888 Bohrpfähle mit einer Gesamtlänge von 21,2 Kilometern, davon gesetzt: 266, hierfür wurden 368 Tonnen Stahl und 11000 Tonnen Beton verbaut.

n Die Austauschbohrungen auf rund 500 Quadratmetern Fläche wurden mit 8300 Tonnen Kies verfüllt.