Grenzach-Wyhlen Keine Bohrungen, aber eventuell Vibrationen

ov/tn
Die Geothermieanlage in Riehen soll erweitert werden. Foto: zVg

Riehen/Grenzach-Wyhlen - Die Wärmeverbund Riehen AG (WVR AG) will mit dem Projekt „geo2riehen“ ihre erfolgreiche Geothermieanlage in Riehen erweitern. Ziel ist es, mehr Wärme aus dem Untergrund für den Klimaschutz zu nutzen. Zusätzlich will IWB (Industrielle Werke Basel) die Chance nutzen, den Untergrund auch weiträumiger kennenzulernen. Um die Bevölkerung über die Untersuchungen zu informieren, laden WVR und IWB zu Dialogveranstaltungen ein.

Kurzfristige Anmeldung

Da auch auf der Gemarkung von Grenzach Messungen (aber keine Bohrungen) vorgenommen werden sollen, findet heute, Mittwochabend, im Haus der Begegnung in Grenzach eine Informations- und Dialogveranstaltung statt. Beginn ist um 19 Uhr, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, welche unsere Zeitung erst gestern von der Gemeinde Grenzach-Wyhlen erhalten hat.

Bei der Veranstaltung sollen das Vorhaben im Detail erklärt und Anliegen der Bevölkerung aufgenommen werden. Dieser Anlass wird von der unabhängigen Stiftung „Risiko-Dialog“ moderiert. Wegen der Corona Pandemie wird am Donnerstag, 13. Januar, zusätzlich ein digitaler Anlass angeboten.

Wer heute Abend ins Haus der Begegnung zur Präsenzveranstaltung kommen will, kann sich dafür über die Internetseite https://erdwaermeriehen.ch/erdwaermeriehen/anmeldung.html anmelden. Wie WVR-Geschäftsführer Matthias Meier auf Anfrage unserer Zeitung präzisiert, ist eine Online-Anmeldung so kurzfristig noch möglich. Für Interessenten, die spontan erscheinen, habe man im Haus der Begegnung aber auch ein paar Formulare zur Erfassung der Kontaktdaten bereitliegen.

Laut Pressemitteilung findet der Anlass unter der 2G-Regelung, inklusive Maskenpflicht, statt.

Das Projekt

Die angestrebte Erweiterung der Geothermieanlage wird lokal in Riehen stattfinden. Die dazu notwendigen Untersuchungen des Untergrunds Anfang dieses Jahres werden jedoch weiträumiger ausfallen und umfassen das Gebiet von Riehen, Bettingen, großen Teilen Basels, Birsfelden, Münchenstein und Muttenz sowie ungefähr die Gemarkung von Grenzach.

„Geophone“ im Einsatz

Während der rund dreiwöchigen Messkampagne werden Schallwellen von Messfahrzeugen in den Untergrund geleitet, welche von verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert werden und zurück an die Oberfläche gelangen. Für die Anwohner seien diese „Anregungen“ durch die Messfahrzeuge möglicherweise als leichte Vibrationen für rund eine Minute spürbar, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

Das „Anregungsfahrzeug“ durchfährt eine Straße im Rahmen der Messaktion lediglich einmal. Die Reflexionen werden von kleinen Messgeräten („Geophone“) aufgezeichnet, ausgewertet und zu einem dreidimensionalen Bild des Untergrunds zusammengefügt (3D-Seismik). Dieses Bild dient dazu, die in Riehen geplanten Erweiterungsbohrungen der Thermalquellennutzung zur Beheizung von Gebäuden zu ermöglichen. Auf dem Gebiet von Grenzach-Wyhlen werden jedoch weder durch die WVR AG noch durch IWB Bohrungen stattfinden.

Konkretes Vorgehen

Bei den „Geophonen“ handelt es sich um ein würfelförmiges, etwa zehn Zentimeter großes Messgerät mit Kunststoffdorn, welches idealerweise in einer Grünfläche eingesteckt wird. Die „Geophone“ werden vor Beginn der Messung ausgelegt und verbleiben über den Zeitraum von rund vier bis fünf Wochen vor Ort. Einzelne Geräte werden stichprobenartig durch Personal auf Funktionstüchtigkeit kontrolliert. Nach Beendigung der Messkampagne werden die Geräte wieder eingesammelt.

Schäden an Gebäuden und Straßen seien nicht zu erwarten. Die Projektverantwortlichen sichern eine ordnungsgemäße Durchführung und Einhaltung von Maximalwerten für Erschütterungen am Bau nach der deutschen DIN-Norm zu. Für unerwartete Schäden sei zusätzlich eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen worden, heißt es in der Mitteilung.

Weitere Informationen: Bei allgemeinen Fragen steht der Wärmeverbund Riehen unter der deutschen Telefonnummer 07635/ 744 99 84 oder per E-Mail an matthias.meier@erdwärmeriehen.ch zur Verfügung. Fragen zur konkreten Untersuchung des Untergrunds können unter Tel. 07635/ 744 99 83 oder per E-Mail an permitting@geotest.ch (Firma Geotest) gestellt werden.

  • Bewertung
    0

Umfrage

e64ef5d6-6fd7-11ec-9ca8-1335ebb5fb94.jpg

Die Narrengilde Lörrach will ihren Fasnachtsumzug und die Gugge-Explosion coronabedingt in den Juni verlegen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading