Grenzach-Wyhlen Lebenswerter Industriestandort sein

Beim Blick vom Hornfelsen sieht man sehr gut die räumliche Nähe von Grenzach-Wyhlener und Schweizer Industriebetrieben. Foto: Tim Nagengast Foto: Die Oberbadische

Der SPD-Ortsverein Grenzach-Wyhlen drängt auf die Erstellung eines „umfassenden Gesamtentwicklungsplans“ für die Doppelgemeinde. Einen solchen hatte die Ratsfraktion der Sozialdemokraten Ende des vergangenen Jahres beantragt (wir berichteten).

Grenzach-Wyhlen. Bürgermeister Tobias Benz hat dieser Tage Post bekommen vom SPD-Ortsvereinsvorstand um Marianne Müller und Robert Blum. In ihrem Brief bezieht sich der Vorstand der Genossen auf ein Gespräch mit dem Rathauschef vom vergangenen Sommer. Darin, so erinnern Müller und Blum, hätten sie sich bereits für eine „Zukunftsvision“ für die Gemeinde stark gemacht. Es gelte, sowohl den Lebensraum Grenzach-Wyhlen als auch den Industriestandort „im Interesse der Menschen zu stärken und weiterzuentwickeln“.

Tut die Wirtschaftsregion Südwest zu wenig für Grenzach-Wyhlen?

Im Übrigen haben die Sozialdemokraten mehrere Fragen, die es zu klären gelte. Unter anderem kritisiert der SPD-Vorstand, dass Grenzach-Wyhlen zwar Teil der Wirtschaftsregion Südwest (WSW) ist, als solcher aber „nur marginal bei der Präsentation angesprochen“ sowie als „einer der wesentlichen Industriestandorte nicht beworben“ werde. Die entsprechende Internetseite werde „seit mehreren Jahren nicht gepflegt“, ärgern sich Müller und Blum. Als Beweis ziehen sie den auf der Webpräsenz der WSW abrufbaren Prospekt heran, in dem unter anderem noch immer Jörg Lutz als Bürgermeister der Doppelgemeinde genannt werde. „Und das trotz unserer Beschwerde von Anfang Januar 2017“, ergänzen die Sozialdemokraten.

„Chemie am Hochrhein“: SPD vermisst die Schweizer Nachbarn

Grenzach-Wyhlen ist überdies Mitglied der Initiative „Chemie am Hochrhein“. Diese ist laut eigener Homepage ein Zusammenschluss von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Kommunen, Landkreisen, Institutionen und Verbänden, „die sich für die Vernetzung und Vermarktung der Chemie- und Pharmabranche entlang des Hochrheins in den Landkreisen Lörrach und Waldshut einsetzen“. Die Bereiche Ausbildung, Arbeitsplatz, Freizeit und Wohnen sollen gemeinsam angegangen und vermarktet werden.

Die SPD fragt sich nun, auf welche Aktivitäten und Schwerpunkte sich Grenzach-Wyhlen als Mitglied konzentriert. Des Weiteren fragen die Genossen nach Möglichkeiten, spezifische Ausbildungsschwerpunkte sowie Ansiedlungsperspektiven mit den teilnehmenden Arbeitgebern zu entwickeln. Überdies vermissen sie die Schweizer Nachbarn und fragen sich, ob diese sich der Initiative nicht anschließen wollen.

Wie viele Gemeinde im Dreiland leidet auch Grenzach-Wyhlen unter einem Mangel an Bau-, Industrie- und Gewerbeflächen. Die örtlichen Sozialdemokraten wollen nun von Bürgermeister benz wissen, ob es eine Kooperation mit dem benachbarten Rheinfelden zum Vorteil beider Kommunen gebe und inwieweit mit der ansässigen Industrie gemeinsame Anstrengungen unternommen würden. Die Genossen konkretisieren dabei allerdings nicht, was sie damit genau meinen.

Generell ist aus Sicht des SPD-Ortsvereins der von der Ratsfraktion Ende 2016 beantragte „umfassende Gesamtentwicklungsplan“ für die Doppelgemeinde unerlässlich, um eine „gezielte und erfolgreiche Gemeindepolitik“ umzusetzen, schreiben Marianne Müller und Robert Blum abschließend an den Grenzach-Wyhlener Rathauschef.

Der vom SPD-Ortsverein kritisierte Präsentationsprospekt der WSW ist im Internet abrufbar unter: www.wsw.eu/files/67:Einlegeblaetter_WEB_1_1_1_al_ Teil_1.pdf

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