Von Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen. Die im Zuge des Vollaushubs des Roche-Perimeters der Keßlergrube mit belastetem Erdreich beladenen Lastwagen sollen via Gmeiniweg und die Wyhlener Ortsdurchfahrt (B 34) zur A 98 fahren. Die anfangs geplante „Südvariante“ um Wyhlen herum durch das Wasserschutzgebiet ist vom Tisch.

Der Gemeinderat stimmte dazu dem neuen, flexibilisierten Logistikkonzept der Firma Roche einstimmig zu. Dieses sieht zusätzlich – sofern möglich – einen Abtransport der vollständig versiegelten Container via Schiff vor. Roche lässt dazu den für den Antransport von Auffüllmaterial gedachten temporären Schiffsanleger am Rande der Keßlergrube entsprechend ausrüsten. Die „Umgenehmigung“, ihn auch für den Abtransport von Containern zu nutzen, steht indes noch aus – Roche rechnet jedoch mit einer Zustimmung des Regierungspräsidiums. Roche strebt mit dem angepassten Logistikkonzept also eine Kombination der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser und damit zwei verschiedene Transportkanäle an.

Roche-Gesamtprojektleiter Richard Hürzeler und der technische Projektleiter Flavio Piussi stellten das neue Logistikkonzept im Gemeinderat detailliert vor. Piussi wird seine Aufgabe übrigens in Kürze an Markus Ettner übergeben und bei Roche eine andere Aufgabe übernehmen.

Wie Hürzeler betonte, wird sich dank des neuen Logistikkonzepts die Gesamtaushubszeit für Perimeter 1/3-Nordwest um etwa ein Jahr verkürzen. Voraussichtlich im Jahr 2020 soll der Roche-Teil der Keßlergrube vollständig saniert sein – nicht erst im Jahr 2021.

Was den im Wyhlener Ortskern durch die mit Aushub beladenen Lastwagen entstehenden Mehrverkehr betrifft, fällt dieser nach Piussis Worten „verschwindend gering“ aus. Roche rechnet mit 60 bis 80 Lastwagen am Tag, die via Gmeiniweg auf die B 34 fahren und Wyhlen durchqueren werden. Dies bedeute eine Erhöhung der aktuellen Verkehrsbelastung um weniger als ein Prozent. Hürzeler stellte klar, dass die Spezialcontainer vollkommen gasdicht seien und ausschließlich Erdreich und kein flüssiges Material transportiert werde. Überdies sollen die Lastwagen ausschließlich montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr fahren. „Nachts und an den Wochenenden wird nicht gearbeitet“, versprach der Gesamtprojektleiter.

Im Herbst soll die Baustelleneinrichtung beginnen, vorab steht die Ertüchtigung der Köchlinstraße an, über welche die Lastwagen zum Gmeiniweg rollen sollen. Der eigentliche Aushub des belasteten Erdreiches soll laut Piussi im Frühjahr 2017 beginnen. Hürzeler betonte, dass Roche am Ende der Maßnahme nicht nur eine uneingeschränkt gewerblich-industriell nutzbare Fläche geschaffen haben werde, sondern im besagten Abschnitt auch das Rheinufer renaturieren wolle. Um die Bürger über die geplanten Maßnahmen in Kenntnis zu setzen, plant das Chemieunternehmen Ende September, Anfang Oktober im Haus der Begegnung eine öffentliche Infoveranstaltung.

Im Gemeinderat stießen die Pläne von Roche auf ungeteilte Zustimmung. „Danke, diese Offenheit macht richtig Spaß“, sagte Peter Endruhn-Kehr (FDP). Richard Hürzeler attestierte der Gemeinde eine „sehr angenehme Zusammenarbeit“. Zugleich machte der Roche-Gesamtprojektleiter klar, dass die Favorisierung der B 34 als Transportweg für die Lastwagen „keineswegs auf Druck einer gewissen Partei zustande gekommen“ sei.