Grenzach-Wyhlen Mystisch und eindrucksvoll

Grenzach-Wyhlen - Es herrschte eine fast mystische Stimmung in der katholischen Kirche von St. Georg in Wyhlen. Kein Licht – außer dem Ewigen – brannte. Der einzige Schein, der den Innenraum spärlich erhellte, drang durch die großen Glasfenster ins Kirchenschiff und rückte dabei die Motive in den Fenstern in den Mittelpunkt, die vom bekannten Künstler Emil Wachter in den 1970er Jahren geschaffen wurden.

Überraschend viele Interessierte waren am Mittwochabend nach Einbruch der Dunkelheit gekommen, um „die Kirche St. Georg bei Nacht“, wie es in der Einladung des Baufördervereins von St. Georg hieß, zu sehen. Neben den Fenstern von Emil Wachter, die von Helmut Bauckner erläutert wurden, stellte Benno Westermann wiederentdeckte Heiligenfiguren vor.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung hatten Elisabeth Mattes und Maria Deschler vom Bauförderverein. Deschler hatte bemerkt, dass die Wachter-Fenster, wenn die Kirche innen dunkel ist, eine besondere Wirkung erzeugen.

Besondere Stimmung

In der Tat, im Kirchenschiff herrschte eine besondere Stimmung. Man konnte niemanden erkennen, nur leises Geflüster war zu vernehmen, die Glocken läuteten, und mit einem kleinen Orgelspiel wurden die Gäste begrüßt. Die Schola Gregoriana von Hansjakob Grütter gab mit drei Stücken der Veranstaltung zusätzlich einen besonders würdigen Rahmen.

In seinen Ausführungen bezeichnete Bauckner Wachter als einen der großen Kirchenkünstler. Er habe zum Beispiel die Kirche St. Peter und Paul in Weil am Rhein, die Kirche in Rickenbach und die weltbekannte Autobahnkirche in Baden-Baden gestaltet.

„Er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“

Die eindrucksvollen Wachter-Fenster zu interpretieren sei schwierig, sagte Bauckner eingangs. Sie seien durch ihre Abstraktheit und Symbolik schwer zu erschließen. Der Künstler hatte laut Bauckner biblische Textstellen verwendet und sich dabei von zwei Zitaten inspirieren lassen: „Er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“ und „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“. Auch seien Anklänge an die Schöpfungsgeschichte zu entdecken. Die Elemente jedoch seien verschlüsselt. Er hoffe, dass seine Interpretation den Intentionen des Künstlers nahekomme, betonte Bauckner.

Benno Westermann stellte anschließend zwei Heiligenfiguren vor, die 350 Jahre alt sind. Diese Figuren stellen die Heiligen Crispinus und Crispianus dar, die im zweiten Jahrhundert in Frankreich missioniert hatten und bei der Christenverfolgung unter Diokletian ihre Leben lassen mussten.

Weiter stellte Westermann zwei Engelfiguren vor, die er auf dem Speicher des Pfarrhauses entdeckt hatte und die fachgerecht renoviert worden sind. Diese sind erst seit wenigen Monaten in der Kirche aufgestellt. Westermann bedauerte, dass mit der Kirchenrenovierung in den 1970er Jahren viel Erhaltenswertes verloren gegangen sei. Er bezeichnete es als Mangel an Wertschätzung, dass so Vieles entfernt wurde.

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