Grenzach-Wyhlen/Braunschweig. Im Rahmen einer akademischen Feierstunde im Haus der Wissenschaft hat die Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik jüngst der Technischen Universität acht ehemalige Doktoranden der Elektrotechnik anlässlich ihres 50. Promotionsjubiläums geehrt. Unter ihnen auch Dr.-Ing. Peter Osypka aus Grenzach-Wyhlen. In seiner Begrüßung spannte der Dekan Prof. Dr. Andreas Waag den Bogen von der frühen Entwicklung der Elektrotechnik in den 50er Jahren - damals eine Abteilung in der Fakultät für Maschinenwesen - bis zur heutigen gemeinsamen Fakultät mit der Physik. Die Jubilare hatten zu Beginn der 50er Jahre mit ihrem Studium begonnen und ihre Ausbildung in den Jahren 1961 bis 1963 mit der Promotion zum Dr.-Ing. beendet. Aus der Zeit der Erweiterung der Elektrotechnik in den frühen 60er Jahren waren die damaligen Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Dieter Kind, Prof. Dr.-Ing. Werner Leonhard und Prof. Dr.-Ing. Hans-Georg Unger der Einladung zur Ehrungsfeier gefolgt. Prof. Dr.-Ing. J.-Uwe Varchmin stellte die Jubilare vor. Alle Jubilare hatten in ihrer beruflichen Laufbahn leitende Positionen in der Industrie und der Wissenschaft inne. Peter Osypka beendete 1977 seine wissenschaftliche Laufbahn in der Medizintechnik und gründete ein eigenes Industrieunternehmen für Medizintechnik. Der Wissenschaft blieb er aber eng verbunden. Im Anschluss an die Präsentation wurde die Erinnerungsurkunde zum 50. Promotionsjubiläum überreicht. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Excelsior Jazzmen mit dem Kollegen Prof. Dr.-Ing. Jürgen Meins. Prof. Osypka, geboren 1934 in Oberschlesien, studierte Elektrotechnik an der damaligen Technischen Hochschule Braunschweig. Ab 1959 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Koeppen am Städtischen Krankenhaus in Wolfsburg mit der Erforschung von Elektrounfällen befasst. Er promovierte am 1. Juli 1963 mit einer Arbeit über Wechselstromunfälle am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektrische Messtechnik. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Mayo-Clinic in den USA und weiterer wissenschaftlicher Forschung und Lehre an der Universitätsklinik in Kiel gründete Dr. Osypka seine eigene medizintechnische Firma, die OSYPKA Medizintechnik, deren Aufsichtsratsvorsitzender er ist. Sitz der Firma ist heute in Rheinfelden-Herten. Den Gewinn aus seinem geschäftlichen Erfolg hat Prof. Osypka in vielfältiger Weise an die Gesellschaft weitergegeben. Mit seiner Stiftung werden zahlreiche Hilfsprojekte für Menschen in Not gefördert, für die medizinische Forschung und Wissenschaft hat die Stiftung drei Stiftungsprofessuren und ein Forschungsinstitut eingerichtet. Im Jahr 2011 wurde er dafür zum Honorarprofessor der Fachhochschule Offenburg ernannt. Zahlreiche Ehrungen wurden Prof. Osypka zuteil, unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihm im August 2012 vom Wirtschaftsminister Nils Schmidt überreicht wurde. Am 1. Dezember 2012 wurde Prof. Osypka von seiner Alma Mater mit der Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehren halber (Dr.-Ing. E.h.) ausgezeichnet. Die Würdigung erfolgte "in Anerkennung seiner herausragenden persönlichen, wissenschaftlichen und unternehmerischen Leistungen auf dem Gebiet der Biomedizinischen Technik sowie in Würdigung seiner für die Elektromedizin und dabei insbesondere für die Entwicklung der Kardiotechnik richtungsweisenden Förderung dieser Wissenschaft."