Grenzach-Wyhlen Roche plant Stellenabbau

Foto: Tim Nagengast Foto: Die Oberbadische

Die Roche Pharma AG will im laufenden Jahr in Grenzach rund zehn Prozent der Arbeitsplätze, also 100 bis 150 Stellen, streichen. Die Belegschaft ist Mitte dieser Woche über die Pläne zum Personalabbau informiert worden.

Grenzach-Wyhlen. Petra Hartwig, Bezirksleiterin der Gewerkschaft IG BCE, Freiburg, weiß bereits davon, „dass bei Roche etwas ansteht“, wie sie es im Gespräch mit unserer Zeitung ausdrückt. Es werde bei Roche wohl einen Interessenausgleich sowie Sozialplan geben, weiß sie. Weil die IG BCE aber bisher noch keinen direkten Kontakt zum dortigen Betriebsrat habe, konnte Hartwig noch keine weiteren Details nennen. Der Prozess sei erst ganz am Anfang.

Die Personalkosten sollen runter

Details in Erfahrung zu bringen, ist in der Tat nicht ganz einfach. Roche Pharma selbst gibt sich auf Anfrage zugeknöpft. Unserer Zeitung liegt jedoch der Auszug eines firmeninternen Schreibens vor, aus dem hervorgeht, „dass wir ca. 10 Prozent an Stellen innerhalb der Roche Pharma AG Grenzach im laufenden Jahr einsparen müssen“.

Als „konkretes Einsparziel“, um nach der Pandemie gut aufgestellt zu sein, wird genannt, den Anteil der Personalkosten von 58 Prozent an den Gesamtkosten zu reduzieren. Es gehe im Kern darum, dass Roche Pharma sich, wie es in dem internen Papier weiter heißt, „mit weniger (Personal-)Ressourcen auf die Aktivitäten mit der größten Wirkung und echtem Mehrwert (...) fokussieren“ müsse und wolle. An die Adresse der Mitarbeiter heißt es: „Dieses Einsparziel darf nicht zur Folge haben, dass der/die Einzelne noch mehr arbeiten muss. Das Vorgehen soll auch nicht als mangelnde Wertschätzung Ihrer Arbeit missverstanden werden.“

Roche Pharma will sozialverträglich vorgehen

Die Roche Pharma AG wollte gestern auf konkrete Fragen unserer Zeitung keine Stellung nehmen. Sprecherin Faten Gaber bestätigte jedoch – ohne Zahlen zu nennen –, „dass wir damit rechnen, dass im Rahmen dieser Veränderungen Stellen im Unternehmen wegfallen werden. Unser Ziel ist, dies sozialverträglich zu gestalten“.

Mit „diesen Veränderungen“ ist vor allem die Ambition des Unternehmens gemeint, „in Zukunft den Patientinnen und Patienten mehr medizinischen Fortschritt zu weniger Kosten für die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen“, wie Gaber weiter mitteilt. Dazu gehöre die Selbstverpflichtung, noch stärker als bisher in Forschung und Entwicklung zu investieren – und im Gegenzug Einsparungen auf verschiedenen Ebenen durch Fokussierung zu erzielen. Gaber: „Wir schauen uns zusammen mit unseren Mitarbeitenden derzeit alle Rollen und Funktionen an.“ Man setze dabei auf einen „integrativen Ansatz“, hält die Unternehmenssprecherin abschließend fest.

 Auch am Hauptsitz des Pharmariesen in Basel stehen Veränderungen an.

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