Grenzach-Wyhlen Roche trotzt dem Ablauf von Patenten

Lars Kalfhaus (von links), Ursula Redeker, Christian Paetzke und Hagen Pfundner präsentierten gestern die Jahresergebnisse 2018 von Roche in Deutschland. Foto: zVg/Roche

Grenzach-Wyhlen - Mit vier neuen, innovativen Medikamenten und vier Zulassungserweiterungen in den vergangenen 24 Monaten hat Roche das „Patent-Kliff“ erfolgreich umschifft, wie der Konzern gestern im Rahmen der Vorstellung des Geschäftsergebnisses mitteilte.

„Unsere neuen Medikamente werden stark nachgefragt, weil sie das Leben von Patienten entscheidend verbessern“, wird Hagen Pfundner, Vorstand der Grenzacher Roche Pharma AG, in der Mitteilung zitiert. „Sie tragen maßgeblich zu unserem Erfolg bei und kompensieren die Patentabläufe anderer umsatzstarker Medikamente. Dieser wirtschaftliche Erfolg schafft für uns die Grundlage, um dort weiterzuforschen, wo der medizinische Bedarf am größten ist.“

Dies spiegelt auch das Geschäftsergebnis wider, das mit einem geringen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro im Berichtsjahr nahezu stabil ist. Im Ranking der umsatzstärksten Pharmaunternehmen in Deutschland nimmt Roche nach eigenen Angaben im Jahr 2018 den zweiten Platz im verschreibungspflichtigen Gesamtmarkt ein. Nach wie vor halte das Unternehmen mit seinem Portfolio die führende Marktposition im Krankenhausgeschäft (Marktanteil: 12,5 Prozent) und in der Onkologie (Marktanteil: 19,1 Prozent), wie es in der Mitteilung von gestern heißt.

Ocrevus erfolgreichste Produkteinführung

Die Onkologie bleibt mit einen Umsatzanteil von 76 Prozent Hauptgeschäftsfeld von Roche. In diesem Bereich konnte Roche mit der Zulassungserweiterung für Perjeta zur adjuvanten Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben den selbst gesetzten Standard übertreffen und so die Heilungschancen betroffener Frauen noch einmal verbessern. Als überlegener Standard bei ALK-positivem Lungenkrebs etabliere sich das 2017 zugelassene Medikament Alecensa.

Mit einem Anteil von fast 25 Prozent setzt sich Roche zunehmend auch in Therapiefeldern außerhalb der Onkologie durch. Herausragende Beispiele für die Diversifikation des eigenen Portfolios waren im vergangenen Jahr die Zulassungen von Ocrevus bei Multipler Sklerose (MS) und Hemlibra bei Hämophilie A. Ocrevus steht nach Unternehmensangaben für die erfolgreichste Produkteinführung in der Geschichte von Roche überhaupt – allein in Deutschland seien seit der Zulassung im Januar 2018 rund 6000 MS-Patienten mit dem Medikament behandelt worden.

Hemlibra sei bereits in weniger als zwölf Monaten nach der Marktausbietung als neuer Therapiestandard bei Hämophilie-Patienten mit Inhibitoren gegen Faktor VIII etabliert. Ein positives Votum für die EU-Zulassung bei Patienten mit schwerer Hämophilie A ist laut Mitteilung kürzlich erfolgt – auch in dieser Patientengruppe habe Hemlibra das Potenzial, den neuen Standard zu setzen.

9,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert

Gleich vier Zulassungserweiterungen werden dieses Jahr für das Krebsimmuntherapeutikum Tecentriq erwartet, unter anderem bei triple-negativem Brustkrebs und kleinzelligem Lungenkrebs. In beiden Indikationen wäre Tecentriq die erste zugelassene Krebsimmuntherapie überhaupt, schreibt Roche Pharma. Erwartet wird zudem die Zulassung von Polatuzumab Vedotin, einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat für Lymphompatienten. Mit mehr als 65 neuen Wirkstoffmolekülen verfügt Roche eigenen Angaben zufolge insgesamt über eine der besten Produktpipelines in der Industrie – und eine der vielfältigsten: Forschungsschwerpunkte liegen neben der Onkologie unter anderem in der Neurologie sowie bei Entzündungs- und Infektionskrankheiten. Allein im vergangenen Jahr seien weltweit rund 9,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert worden, schreibt die Firma Roche.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

Newsticker

blank

Umfrage

100 Jahre Achtstundentag

Wie stehen Sie zur schwarzen Null und der Schuldenbremse im Bundeshaushalt. Sollte diese gelockert werden, wenn es um Investitionen in Bildung und Umweltschutz geht?

Ergebnis anzeigen
loading