Grenzach-Wyhlen Sanierung in Etappen

Im Fokus: Die Sanierung der Wyhlener RathäuserFoto: Rolf Rombach Foto: Die Oberbadische

Grenzach-Wyhlen - Mit nun 4,3 Millionen Euro rechnet die Gemeinde für die Sanierung der historischen Rathäuser in Wyhlen (wir berichteten gestern). Für die zügige Umsetzung wurden daher am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderats die ersten Gewerke vergeben.

Für die Gerüstarbeiten ab dem 15. September bewarb sich lediglich ein Anbieter, weshalb die Firma Feser aus Denzlingen trotz Überschreitung der Planung um 142 Prozent auf 91 500 Euro den Zuschlag einstimmig erhielt. Vier Anbieter für Zimmermannsarbeiten gaben hierzu ein Angebot ab. Den Zuschlag erhielt die Firma Eichin aus Schopfheim für 334 000 Euro, 20 000 Euro günstiger als im Plan vorgesehen.

Neue Rathausheizung

Unter Verweis auf die neuen Ziele der grün-schwarzen Landesregierung bezüglich der CO 2-Neutralität bis 2040 griff SPD-Rat Leon Intveen die Grünen an: „Die Gemeinde sollte als Vorbild dienen. Wir sollten hier keine halben Sachen machen.“ Die SPD bevorzuge daher die Variante einer Holz-Pellets-Anlage mit 100 Prozent erneuerbaren Energien, statt einer erdgasbetriebenen Variante.

Architekt Tobias Strecker antwortete Intveen, dass durch die Dämmung bereits einiges getan und der Heizbedarf damit sinken werde. Das Blockheizkraftwerk sei besser als die bisherige, 30 Jahre alte Lösung. Bauamtsleiterin Sabine Schneider ergänzte, dass das mögliche Lager für die Holz-Pellets als Serverraum benötigt werde.

Das wollte wiederum Ralf Blubacher (FDP) so nicht stehen lassen. „Es ist doch egal heutzutage, wo ein Server steht.“ Anette Grether (Grüne) sähe hingegen das Holz lieber als Bau- statt Brennstoff. Außerdem sei die Anlieferung per Lastwagen ebenfalls in die CO-Bilanz einzubeziehen. Ihr Favorit wäre daher langfristig grüner Wasserstoff, das Blockheizkraftwerk sei für die nächsten zehn bis 15 Jahre ein Kompromiss.

Siegfried Grether (CDU) erkundigte sich nach einem Fernwärmeanschluss und bedauerte, dass dieser nicht in die Kalkulation eingeflossen sei. „Nur für das Rathaus lohnt eine Leitung vom Kraftwerk hierher noch nicht“, entgegnete Bürgermeister Tobias Benz. Zwar gäbe es im Landkreis genug Abwärme, um alle Haushalte zu versorgen, allerdings fehle es noch an entsprechenden Leitungen. Zumindest in dieser Dekade sei nicht mit einem Anschluss in der Ortsmitte Wyhlen zu rechnen. „Es ist ein Zwischenschritt, weil alle Alternativen derzeit nichts taugen“, fasste Blubacher mit Blick auf die erwartete Haltbarkeit des 160 Kilowatt-Heizkessels von rund 15 Jahren zusammen.

Bei einer Enthaltung und den vier Gegenstimmen der SPD-Fraktion stimmte der Rat dem Vorhaben zu, ein Blockheizkraftwerk mit Spitzenlastkessel auszuschreiben, welcher bei Bedarf auch den geplanten Rathaus-Anbau mitversorgen kann.

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