Grenzach-Wyhlen Sich frei bewegen und treffen

Durch eine Scheibe getrennt sind die Bewohner der Himmelspforte von ihren Angehörigen, wenn sie sich zum Gespräch treffen. Foto: Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen - Die Corona-Krise und das daraus resultierende Herunterfahren fast jeglichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens hat auch vor den Seniorenheimen nicht haltgemacht. Die Betagten zählen zum besonders gefährdeten Personenkreis, und so wurde in den Pflegeheimen landauf, landab jeglicher Außenkontakt unterbunden, um die Bewohner vor Infektionen zu schützen.

Mit dem Rückgang der Infektionszahlen sind nun auch die Seniorenheime wieder vorsichtig auf dem Weg zurück in eine Normalität hin zu einer Öffnung, um den Bewohnern die lange nicht möglichen Besuche ihre Angehörigen zu ermöglichen.

Die Betreiber der beiden Einrichtungen der Altenbetreuung in der Doppelgemeinde, das AWO-Seniorenzentrum Emilienpark und die Himmelspforte in Wyhlen, haben für sich je ein Konzept entwickelt, das es erlaubt, dass die Bewohner jetzt wieder von Angehörigen – wenn auch unter Beachtung der geltenden strengen Hygienevorschriften – besucht werden dürfen.

Freude ist groß

Die Freude über die Erleichterung ist groß, und es gibt ein Aufatmen. Die wochenlange Abschirmung hatte zu Belastungen geführt, denn nicht jeder konnte gleichermaßen gut mit der Isolation umgehen. „Wir haben uns bemüht, das Leben in unserem Haus so gut es geht normal weiterlaufen zu lassen“, betont Liliane Kreuzer, Einrichtungsleiterin des Emilienparks. Man habe in den Gemeinschaftsräumen mit den Bewohnern viele Aktivitäten entwickelt und sei auch auf viel Verständnis für die besondere Situation gestoßen.

Gemeinsame Aktivitäten

Die gemeinsamen Aktivitäten waren auch deshalb möglich, weil das AWO-Seniorenzentrum im Emilienpark mit seinen knapp 100 Bewohnern bislang glücklicherweise keine Corona-Infektionen zu verzeichnen hatte, wie Liliane Kreuzer sagt.

Jetzt wurde im Emilienpark ein Besuchszimmer eingerichtet, in der Angehörige und Bewohner sich ab heute nach telefonischer Voranmeldung treffen können, so Kreuzer, und sie fährt fort: „Wir freuen uns, diese Möglichkeit anbieten zu können, damit sich die Menschen wieder von Angesicht zu Angesicht sehen können.“

Im Gegensatz zum Emilienpark hatte die Himmelspforte in Wyhlen jedoch mit einer Reihe von Corona-Infektionen zu kämpfen. Inzwischen ist das Heim, wie Karl-Heinz Huber vom Aufsichtsrat der Himmelspforte bestätigt, wieder virenfrei.

Elf Bewohner infiziert

Insgesamt waren elf Bewohner des Heimes, das ist etwa mehr als ein Drittel, mit dem Virus infiziert und mussten deshalb in Quarantäne gebracht werden. Insgesamt sieben Mitarbeiter des Heimes wurden zudem positiv auf den neuartigen Erreger getestet und mussten sich mit unterschiedlich starken Symptomen in häusliche Quarantäne begeben.

Für die infizierten Bewohner wurde schnell eine Betreuungslösung gefunden. Es wurde im Nebengebäude eine Quarantänestation eingerichtet, in der die Erkrankten betreut wurden. Acht der Heimbewohner sind inzwischen wieder vollständig genesen und konnten ihre angestammten Zimmer im Pflegeheim wieder beziehen. „Leider sind aber auch drei der Betroffenen verstorben“, bedauert Karl-Heinz Huber.

Eine schwierige Zeit

„Es war eine für alle eine sehr schwierige Zeit“, betont der Aufsichtsrat, aber er freue sich, dass nun die starken Einschränkungen etwas gelockert werden konnten. So dürfen sich die Bewohner im Heim wieder frei bewegen und sich treffen, sie dürfen in den Garten und in den Gemeinschaftsräumen Kontakt untereinander haben.

Seit einer Woche sind inzwischen auch wieder Besuche von Angehörigen möglich. Zwar dürfen Besucher nicht ins Heim hinein, aber man hat im Garten der Himmelspforte einen Begegnungsbereich geschaffen, wo sich die Angehörigen und Bewohner nach telefonischer Anmeldung wieder sehen können, „mit dem gebotenen Sicherheitsabstand“, wie Huber erklärt. Dort wurde ein Pavillon und Stühle aufgestellt, und über das Gartentor hinweg sind jetzt wieder Gespräche möglich.

„Es ist ein kleines Stückchen Weg zurück in die Normalität“, sagt Karl-Heinz Huber, dennoch müssen man behutsam sein, um die wiedergewonnenen Erleichterungen nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

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