Grenzach-Wyhlen Sie geben der Jugend eine Stimme

Die Oberbadische, 12.07.2018 22:06 Uhr

„Ich freue mich, dass das Jugendparlament jetzt Fahrt aufnimmt und die Jugend nun eine Stimme in der kommunalen Politik hat“, sagte Bürgermeister Tobias Benz am Mittwochabend vor dem Jugendhaus Wyhlen. Dort gab er das mit Spannung erwartete Ergebnis im Rahmen einer Wahlparty bekannt. Die Party hatte das Jugendreferat der Gemeinde organisiert.

Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Elf Kandidaten hatten sich zur Wahl für die neun Mandate gestellt. Im September wird sich das Gremium konstituieren und seine Arbeit aufnehmen (wir berichteten).

Dank der Bewerberzahl sei es „eine richtige Wahl“ gewesen, freute sich Benz. Er erinnerte daran, dass der Impuls, eine Jugendvertretung zu wählen, aus den Reihen der Jugendlichen selbst gekommen war. Im November vergangenen Jahres fiel der Startschuss zu dem Projekt, das Yorick Weihs angestoßen hatte. Er hatte gefordert, in Grenzach-Wyhlen einen Jugendgemeinderat zu etablieren und bei der Gemeindeverwaltung kurz darauf eine Liste mit gesammelten 42 Unterschriften übergeben. Die Gemeinde lud daraufhin zu einem sehr gut besuchten Jugendworkshop ein, um die Grundlagen für das jetzt gewählte Jugendparlament zu legen.

Das Jupa solle ein lebendiges Gremium werden, forderte Benz die Gewählten auf. „Wir, die Gemeinde, stehen hinter euch und dem Projekt“, versprach er zudem. „Ihr seid mutig gewesen, euch dieser Wahl zu stellen“, fuhr Benz fort und betonte, dass auch die beiden Nichtgewählten Sieger seien. „Jeder ist aufgerufen, sich einzubringen, denn das Gremium ist kein abgeschlossener Zirkel“, fügte der Bürgermeister an. „Bringt eure Ideen ein. Wir hoffen auf Impulse vom den Jugendlichen“, schloss Benz, bevor die Wahlparty mit Gegrilltem und kühlen Getränken stieg.

Die Jugendlichen haben schon einige Ideen, die sie in ihre Arbeit einbringen wollen. Für Yorick Weihs wäre es schön, wenn das Schwimmbad für Jugendliche attraktiver gestaltet werden könnte. Ihm sei aber auch bewusst, dass nicht alle Wünsche, die möglicherweise viel Geld kosten, auch gleich erfüllt werden könnten: „Aber wir wollen für uns Jugendliche Verbesserungen erreichen.“ Auf der Projekt-Wunschliste stehen unter anderem auch eine Mountainbike-Strecke oder ein Skaterpark. „Aber wir müssen realistisch bleiben und die Füße am Boden lassen“, bekräftigte der 17-Jährige. Er wolle mit dazu beitragen, die Gemeinde zu einem „schöneren Ort“ zu machen.

11,8 % Wahlbeteiligung

Stimmenkönigin Anna Kohler – sie wurde mit 92 Stimmen auf Platz eins gewählt – hatte ihr respektables Ergebnis „so gar nicht erwartet“, wie sie sagte. Ihrer Meinung nach fehlt in Grenzach und Wyhlen jeweils ein Café, wo die jungen Leute sich einfach auch mal „ohne Aufsicht“ und außerhalb der betreuten Jugendeinrichtungen treffen könne.

Insgesamt waren in der Gemeinde 1271 Jugendliche wahlberechtigt, von denen 150 zur Wahl gegangen war. Das entspricht einem Anteil von 11,8 Prozent (wir berichteten). „Gar kein so schlechtes Verhältnis, aber mit Luft nach oben“, wie der Bürgermeister feststellte. Schließlich pendele die Wahlbeteiligung bei Kommunal- und überregionalen Wahlen oft auch nur noch um die 50-Prozent-Marke.

Die gut abgelaufene Jupa-Wahl und die intensive Vorbereitung lagen federführend in Händen vom Mareike Stächelin vom Jugendreferat.

 
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