Grenzach-Wyhlen Sie sind stets gute Nachbarn

Der Grenzstein von 1566 an der ehemaligen Territorialgrenze zwischen Basel und der Markgrafschaft Baden-Durlach Fotos: Erhard Richter Foto: Die Oberbadische

Grenzach-Wyhlen. Bettingen feiert in diesem Jahr seine 500jährige Zugehörigkeit zu Basel. Doch selbst bis ins 19. Jahrhundert wurde dort die Markgräfler Tracht noch getragen. Auch ein Hinweis auf die engen Beziehungen zu Grenzach, wie der Historiker Erhard Richter in einem Beitrag feststellt, den wir hier auszugsweise veröffentlichen.

1530 – also 17 Jahre nach dem Übergang Bettingens von der Herrschaft der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, musste die Stadt anerkennen, dass „die von Betticken in die pfar zu Krentzach mit allen Rechten gehörig sind“, zitiert Richter einen zeitgenössischen Chronisten. Diese engen kirchlichen Beziehungen zwischen Grenzach und Bettingen führten auch zu zahlreichen verwandtschaftlichen Verbindungen. Das „Ortssippenbuch Grenzach“ lege davon beredtes Zeugnis ab, so der Historiker. Doch nicht nur der gemeinsame Gottesdienst in der Grenzacher Kirche, sondern auch die „Bettinger Chilbi“ am ersten Sonntag oder der Grenzacher „Johannimarkt“ mögen so manche Ehe geschtiftet haben. Bei einer dieser Gelegenheiten, so hat Richter herausgefunden, wird wohl auch der 1801 geborene Johannes Schlupp die Grenzacherin Maria Magdalena Ötlinger kennen gelernt haben. Schlupp wurde dann der Besitzer der bekannten und von Jacob Burckhardt , dem Basler Kulturhistoriker, so geschätzten Wirtschaft „Zur Krone“ in der Hauptstraße.

Auch hatten die Bettinger Landbesitz in Grenzach, im 18. Jahrhundert waren es rund 40 Jucharten – rund 200 000 Quadratmeter. Dabei handelte es sich meist um Rebflächen. Bei Streitigkeiten über die dabei fälligen Abgaben an den Markgrafen von Baden behauptete Basel 1726, die Bettinger seien „von Urhalten Zeiten“ her von diesen befreit gewesen. Man hätte ihnen diese erlassen, weil sie die Grenzacher in den vergangenen Kriegen bei feindlichen Einfällen mit ihrer „fahrenden Habe“oft aufgenommen haben.

Erhard Richter beendet seinen Beitrag mit der Feststellung: „ Abschließend kann festgestellt werden, dass die Orte Grenzach und Bettingen über viele Jahrhunderte hinweg enge Beziehungen zueinander besaßen, und diese auch nach dem Übergang Bettingens an Basel noch lange weiter bestanden haben. Heute ist von dieser früheren politischen und kirchlichen Verflechtungen ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis übrig geblieben“.

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