Von Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen. Mit einem Spatenstich für die Alternativtrasse Salzländeweg ist gestern der logistische und technische Startschuss zur Sanierung von Perimeter 1 der Kesslergrube erfolgt. Rund 50 Gäste nahmen am Festakt teil, zu dem die Firma Roche eingeladen hatte.

Für die Sanierung der Kesslergrube wird die Fläche des bisherigen Salzländewegs bis voraussichtlich ins Jahr 2021 benötigt. Die östliche Umschließung der Baugrube wird nämlich auf der jetzigen Straßenfläche installiert. Als Ersatz legt die Firma Roche eine Alternativtrasse an. Diese ist unter anderem nötig, um die benachbarte Firma Herzog anfahren zu können. Auch der Wassersportclub Grenzach-Wyhlen sowie Not- und Rettungsdienste haben somit auch während der laufenden Sanierungsarbeiten die Möglichkeit, zum Rheinufer zu gelangen.

Projektbeteiligte von Firmen- und Behördenseite, Anlieger, Gemeinderatsmitglieder und Bürgermeister Jörg Lutz wohnten dem Spatenstich bei beziehungsweise griffen selbst zur Schaufel.

Die Begrüßung der Gäste im eigens errichteten Zelt übernahm Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG. Details zum Sanierungsvorhaben erläuterte Dr. Richard Hürzeler, Gesamtprojektleiter des Roche-Teils der Sanierungsmaßnahme Kesslergrube. Über den geplanten Ablauf der Arbeiten informierte Thomas Osberghaus vom Generalplaner HPC. Ein Grußwort sprach auch Bürgermeister Jörg Lutz. Nach den Reden stand ein Rundgang auf dem Gelände an – dem Regen zum Trotz.

Der geplante Totalaushub von Perimeter 1 entfaltet, so der allgemeine Tenor, eine regelrechte Leuchtturmwirkung. „Umfassend und fast einzigartig“ sei das Projekt nicht nur aufgrund seiner finanziellen Dimensionen, betonte beispielsweise Hagen Pfundner. Er versprach, die Bürger auch bei der nachgeordnete Nutzung des Areals mitzunehmen.

Die gestern von Richard Hürzeler präsentierten Zahlen lesen sich eindrücklich: So erwartet Roche eine Aushubmenge von 300 000 Tonnen Erdreich, die dem 14 000 Quadratmeter großen Perimeter 1 entnommen werden sollen. Rund 239 Millionen Euro wird das Projekt nach Schätzung des Unternehmens kosten. „Wir finanzieren das selbst und erhalten dafür keinerlei Zuschüsse“, stellte Hürzeler klar. Sein Dank galt der Firma BASF, die sich stets kooperativ zeige und Infrastruktur sowie Dienstleistungen zur Verfügung stelle.

Die Sanierungsarbeiten selbst werden kommendes Frühjahr beginnen, der eigentliche Aushub des kontaminierten Erdreichs voraussichtlich Mitte des Jahres 2016. Wie Thomas Osberghaus vom Generalplaner HPC ergänzte, soll bis zu 25 Meter tief in den Muschelkalk hinein gegraben werden. Die Sanierung von Perimeter 1 der Kesslergrube sei „eine der ehrgeizigsten und aufwendigsten Sanierungen dieser Art in Deutschland“.

Er betonte, dass der wesentliche Aushub im Schutz der geplanten Hallen ablaufen und das Material in gasdichten Containern über die Bahn abtransportiert werde, um es thermisch zu entsorgen. „Es kommt nichts auf eine Deponie“, sagte Osberghaus. Um die Grube anschließend zu verfüllen, sei die Anlieferung sauberen Materials per Schiff vorgesehen – dies auch, um die Belastung für die Anlieger und Bürger allgemein möglichst gering zu halten.