Grenzach-Wyhlen Völkerverständigung via Ohrwurm

Die Macher des gemeinsamen deutsch-russischen Musikvideos stellten das Projekt im Rahmen einer Zoom-Konferenz vor. Foto: Rolf Rombach

Grenzach-Wyhlen - „Musik ist eine Sprache, die unmittelbar und emotional verstanden wird“, sagte Thomas Vogt, Leiter der Musical-Company des Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG), bei der Vorpremiere des neuesten Projekts der Gruppe. Zusammen mit dem befreundeten Jugendtheater „Premier“ aus dem russischen Twer wurde in den vergangenen Monaten ein Musikvideo produziert (wir berichteten). Ab sofort ist das Gemeinschaftswerk im Internet abrufbar.

Unter dem Motto „Wolga trifft Rhein“ singen und tanzen rund 100 Jugendliche beider Gruppen zum Titel „You are the only one“, mit dem Sergey Lazarev 2016 den dritten Rang beim Eurovision Song Contest (ESC) für Russland holte. Coronabedingt wurden die Stimmen alle einzeln aufgenommen und am Rechner von Thomas Bergmann gemischt.

Ute Vogt hatte die schwere Aufgabe, satte 78 Gigabyte Filmmaterial zu sichten und unter die Musik zu legen. Eine große Auswahl kam aus Twer, denn die russischen Freunde wollten ihre Stadt in den vier Jahreszeiten präsentieren. Immer wieder im Blick: Europas längster Fluss, die Wolga. Mal im bunten Herbstlaub, mal im weißen Winterkleid. Im Gegenzug filmten die Grenzach-Wyhlener am Oberrhein. So tanzten und filmten sie an den Isteiner Schwellen sowie beim spätsommerlichen Floßfahren bei Grißheim. Szenen vom Grenzacher Weinberg sowie entlang des Altrheins am Wyhlener Kraftwerk durften aber auch nicht fehlen.

Rhein und Wolga

Katja Shkaruba von der Stiftung „Deutsch-Russischer-Jugendaustausch“ lobte die Zusammenarbeit unter dem Motto „Musik für den Frieden“. „Es ist schon jetzt ein Leuchtturmprojekt für die Stiftung.“ LMG-Schülerin Svenja Ranke war ebenfalls voll des Lobes: „Die gemeinsame Vision zusammen rüber zu bringen hat besonders Spaß gemacht.“

Thomas Vogt ergänzte, dass es hierbei ein gemeinsames Ziel gewesen sei, den Kontakt durch die Zusammenarbeit an einem Projekt zu halten. Das habe zusammengeschweißt, sagte der Projektleiter. Dem pflichteten die russischen Freunde bei der digitalen Pressekonferenz bei: „Die gemeinsame Zeit machte aus den Gruppen eine Familie.“

Dank an Unterstützer

Weitere Unterstützung erhielt das Projekt unter anderem vom Verein zur Förderung von Musik-Theater am LMG. Schulleiter Frank Schührer lobte das Engagement von Thomas und Ulrike Vogt sowie ihrem russischen Pendant Andrej Korjakov für die Fortsetzung der 2019 begonnenen Freundschaft. Er betonte, dass dies ohne die Stiftungsunterstützung nicht möglich gewesen wäre.

Fortsetzung folgt

Pandemiebedingt stehen weitere Schritte der Zusammenarbeit noch nicht fest, sind aber für die Beteiligten obligatorisch. „Wir haben hier einen kleinen Keim, der wachsen kann“, erklärte Thomas Vogt seine Hoffnung für weitere binationale oder sogar multinationale Projekte. „Musik ist ein wunderbares Medium, um sich zu verstehen. Das muss nicht auf zwei Länder begrenzt sein“, hält der Lehrer fest.

Weitere Informationen: www.musical-lmg.de ; Youtube-Kanal: „Musik für den Frieden“

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