Grenzach-Wyhlen Vollendete Tatsachen?

Betr.: „Vertrag für Ein-Megawatt-Anlage ist unterzeichnet“, Artikel in Die Oberbadische vom 14. Januar

Ich finde es sehr interessant, dass Energiedienst Verträge unterzeichnet, obwohl dem Gemeinderat noch kein Bebauungsplan vorgelegt, geschweige denn von ihm genehmigt wurde. Im Prinzip werden die Gemeinde und ihre Räte vor vollendete Tatsachen gestellt.

In der geplanten Chemieanlage wird aus sauberer Energie in einem äußerst verlustreichen Verfahren Wasserstoff erzeugt, der wiederum in Strom für den Antrieb eines Fahrzeuges umgewandelt wird. Der Gesamtverlust eines solchen Prozesses wird in verschiedenen Quellen mit 70 bis 90 Prozent angegeben. Zudem muss der Wasserstoff dann mit Dieselfahrzeugen Hunderte Kilometer weit transportiert werden. Wenn der ursprüngliche Strom direkt zum Antrieb von E-Fahrzeugen verwendet werden würde, könnten somit bis zu zehn mal so viele Fahrzeuge wirklich CO 2-neutral betrieben werden.

Obige Verluste wären ja zu verkraften, wenn denn wirklich nur überschüssige Energie eingesetzt würde, die sonst ungenutzt verpufft.

Energiedienst plant jedoch 7000 Stunden pro Jahr zu produzieren und in Zukunft gar den Großteil der durch die Wasserkraft erzeugte Energie in Wasserstoff umzuwandeln. Diese Energie fehlt dann im Stromnetz und muss zum Beispiel durch Braunkohlekraftwerke kompensiert werden. Solange wir nicht erneuerbare Energie im Überfluss haben, sollten wir diese nicht derart großzügig verschwenden, sonst wird uns die Energiewende sicher nicht gelingen!

Sieht Energiedienst die Abstimmung im Gemeinderat nur als eine „Pro-forma-Aktion“?

Nadja Kempkes |

Grenzach-Wyhlen

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