Grenzach-Wyhlen (rr). Sportler müssen in diesen Tagen in der Hochreinhalle mit einem Drittel weniger Platz auskommen, denn der vordere Teil an der Bühne ist ganz und gar auf das Musical des Gymnasiums eingerichtet. Täglich kommen die Jugendlichen sowie Projektleiter Thomas Vogt und andere Helfer, um zu proben, zu bauen und zu organisieren.

Während die einen am Bühnenbild werkeln, gehen andere nochmals Texte und Lieder durch, und wieder andere tragen Materialen heran, die demnächst benötigt werden.

Zum vierten Mal inszenieren Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums ein Musical. Diesmal entschieden sie sich für „Swinging St. Pauli“, komponiert von Martin Lingnau. Musiklehrer Thomas Vogt sieht darin eine große Herausforderung: „Die Handlung spielt im Jahr 1941, demzufolge haben die Jugendlichen keinen direkten Bezug zu dieser Zeit, den mussten sie sich erarbeiten. Leichter war es bei der Musik, der Swing hatte seine beste Zeit zwar auch in den 20er Jahren, doch findet er derzeit wieder sehr großen Zuspruch,“ erklärte er.

Dennoch überlegten sich die Jugendlichen, wie sie eine bessere Einordnung des Stückes in die heutige Zeit finden konnten. So entwickelten sie zusätzlich zur eigentlichen Geschichte, die zur Zeit, als Deutschland den Krieg gegen die Sowjetunion begann, im wohl bekanntesten Hamburger Stadtteil spielt, eine Rahmenhandlung. Diese siedelten sie auf einer rollenden Vorbühne an. Ein Grenzach-Wyhlener Mädchen findet das Tagebuch ihrer Großmutter, das aus jener Zeit stammt. Viel heute Erstaunliches wird daraus zitiert und so finden sie den Weg ins eigentliche Stück.

Bewerben für die Mitwirkung konnten sich alle Jugendlichen von der 9. bis zur 12. Klasse – nicht nur als Darsteller, sondern auch für Aufgaben wie Organisation, Bühnenbau und Werbung. Alle Aufgaben erledigen die Schüler selbst, selbstverständlich mit Unterstützung externer Fachleute. So wirkt beispielsweise der Chefbeleuchter des Freiburger Theaters mit.

Inzwischen sind alle Vorbereitungen weit vorangeschritten, schließlich ist am 23. Juli ist die Premiere.

Derzeit gibt es jeden Tag Proben. Dabei hilft Thomas Vogt, ein Detail nach dem anderen zu verbessern. Die handwerklichen Arbeiten an der Bühne sind fast abgeschlossen. Ebenfalls sehr gut vorangekommen ist das Team für Werbung und Vorverkauf. Mit selbst gestalteten Dokumentationsmappen gingen Schüler in Firmen und baten um Unterstützung, auch Eltern und Freunde spendeten. So kamen 10 000 Euro zusammen.

Dieser Tage überbrachte Rainer Liebenow, Vorstandsmitglied der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, nochmals einen Scheck über 3000 Euro. „Weil dies eine umfassende Bildungsaufgabe ist und weil die Jugendlichen alle Arbeiten übernehmen, möchten wir das Projekt fördern“, sagte er.

Am Mittwoch kam noch ein weiterer Paukenschlag hinzu: Die Lottogesellschaft Baden-Württemberg nominierte dieses Projekt für den Lotto-Musiktheaterpreis im Schuljahr 2015/2016.

Durch den zweijährigen Zyklus der Musicals am Lise-Meitner-Gymnasium würde die Inszenierung zwar nicht im Wettbewerb zählen, doch Vogt hatte schnell die rettende Idee: Es wird eine weitere Aufführung nach Beginn des nächsten Schuljahres geben, diese liegt dann im richtigen Zeitraum.

Kritik entzündet sich derweil an der Preisgestaltung der Eintrittskarten (siehe gesonderten Bericht).

Weitere Informationen: Die Vorstellungen finden vom 23. bis zum 26. Juli in der Hochrheinhalle statt, Beginn ist jeweils 20 Uhr.

Der Kartenvorkauf findet nochmals statt am heutigen Samstag von 9 bis 12.30 Uhr in der Gemeindebücherei sowie von Montag bis Mittwoch jeweils zwischen 9.20 und 9.40 Uhr im Eingangsbereich des Schulzentrums in der Kantstraße. Überdies können Karten auch per E-Mail vorbestellt werden an info@musical-lmg.de.