Grenzach-Wyhlen Vor dem großen Nervenflattern

Eine Turnhalle wie beim Abitur in einem Gymnasium in Schönau vor zwei Jahren (Bild) brauchen die Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums nicht. Diesmal gibt es nur 32 Prüflinge. Archivfoto: Meller Foto: Die Oberbadische

Von Carina Stefak

Grenzach-Wyhlen. Noch einmal schlafen, dann geht’s los: das Abitur 2014. Mit Deutsch steht morgen die erste Prüfung an, der sich auch 32 Lise-Meitner-Gymnasiasten stellen. Die auffallend kleine Zahl der Prüflinge vereinfacht die Organisation für die Schule.

Verglichen mit den vergangenen Jahren ist der diesjährige Abi-Jahrgang des Lise-Meitner-Gymnasiums der kleinste. „Letztes Jahr waren es über 50 und nächstes Jahr sind es auch so viele“, weiß Schuldirektor Manfred Stratz. Dass mit 21 zu elf zwei Drittel der Abiturienten weiblich sind, verwundert dagegen eher weniger. „Wir haben einfach mehr Mädchen an der Schule.“

Noch ist kein Füller warmgeschrieben, kein Bleistift gespitzt, keine Aufgabe gelöst. Die Nerven flattern aber sicher jetzt schon bei dem einen oder der anderen. Dabei starten am morgigen Mittwoch mit Deutsch die meisten eher gemächlich, ehe es am Donnerstag für viele ans Eingemachte geht: Mathematik. Freitag steht Französisch an, Englisch wartet am kommenden Montag.

„Dienstag ist unser Großkampftag“, sagt Stratz. Dann werden die Kernfächer geprüft, von denen jeder Schüler eines als persönlichen Schwerpunkt gewählt und vierstündig besucht hat: Biologie, Chemie, Physik, Sport, Musik, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Geographie, Religion, Ethik oder Wirtschaft. Am Donnerstag wird Spanisch abgefragt. Haben sie das alles hinter sich, können die Abiturienten vorerst durchschnaufen, denn bis zu den mündlichen Prüfungen Anfang Juni ist noch etwas Zeit.

Eine muss sich jeder Schüler gefallen lassen, zusätzlich zu den vier schriftlichen. Die mündliche Prüfung erfolgt in einem Fach, in dem er nicht bereits schriftlich ran musste. Bei dieser sogenannten Präsentationsprüfung wird ihm zu einem von vier Themen auf den Zahn gefühlt, die er vorher in Absprache mit seinem Fachlehrer vorgeschlagen hat.

Hat ein Schüler im Laufe des Schuljahrs eine besondere Lernleistung erbracht, beispielsweise einen Seminarkurs besucht, kann er sich diese anrechnen lassen und die mündliche Prüfung sparen. Darüber hinaus kann sich mündlich prüfen lassen, wer seine schriftliche Leistung verbessern möchte – oder muss, damit er durchkommt.

„Gut gelaufen“ ist bereits die in diesem Schuljahr eingeführte Kommunikationsprüfung für Fremdsprachen. Diese musste jeder Schüler in mindestens einer Sprache, meist in seiner ersten Fremdsprache, ablegen. Diese Hürde haben die Lise-Meitner-Gymnasiasten immerhin schon größtenteils hinter sich. „Während manche Schulen sie an das mündliche Abitur anschließen, haben wir sie bereits im Januar abgenommen.“

Für die Schule ist der Organisationsaufwand in Sachen Abitur überschaubar. Bei der geringen Anzahl der Prüflinge habe man weder Raum- noch Personalprobleme, so Stratz. „Wir haben zwei Prüfungsräume in einem Gebäudetrakt, der sich gut abtrennen lässt.“

Als Aufsichtspersonen sind in jedem Prüfungsraum immer zwei Lehrkräfte gleichzeitig präsent. Darüber hinaus gibt es eine Fluraufsicht, die auch die Toiletten überwacht. „Wir versuchen, die Aufsichten in die Holstunden der Lehrer zu legen, was aber nicht immer funktioniert“, so Stratz. Dann haben die übrigen Schüler Vertretungsstunden und, in den Randzeiten, durchaus auch mal frei – während der Prüfungen und später, wenn die Korrekturen anstehen.

„Natürlich versuchen wir, die Unterrichtsausfälle gering zu halten. Aber das Abitur hat nun mal Vorrang.“ Daher nimmt der ganze Schulbetrieb Rücksicht. So wird während der Prüfungszeit beispielsweise der Pausengong abgeschaltet. „Das betrifft auch die Realschule. Aber wenn dort die Prüfungen anstehen, machen wir das ganz genauso.“

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