Grenzach-Wyhlen Wellstahl soll die Kosten senken

Zweckmäßig und ohne Schnörkel: Die Rad- und Fußwegunterführung beim „Kapfbühl“ in Karsau könnte eventuell Pate stehen für eine zusätzliche Querung der geplanten Ortsumfahrung „B 34 neu“ in Höhe der Wyhlener Rheinstraße. Foto: Tim Nagengast Foto: Die Oberbadische

Von Tim Nagengast

Geht es nach dem Willen der SPD-Fraktion, soll die gewünschte zusätzliche Querung der „B 34 neu“ in Höhe der Rheinstraße in einer kostengünstigen Einfach-Variante gebaut werden. Bürgermeister Tobias Benz lässt diese Möglichkeit jetzt prüfen.

Grenzach-Wyhlen. Nachdem der Gemeinderat der Doppelgemeinde jüngst nach langer, intensiver Debatte für eine Durchbindung der Rheinstraße auf Kosten der Kommune gestimmt hatte, kommt nun eine gewisse Dynamik in die Sache. Hintergrund ist ein vorgestern Abend im Rahmen der Fraktionssprechersitzung von Heinz Intveen (SPD) an Bürgermeister Benz überreichter Antrag. Demnach soll der Rathauschef mit dem Regierungspräsidium (RP) klären, ob anstelle einer Unterführung auch ein „Wellstahlbauwerk“ in Form des „Armco-Thyssen-Profils“ für den Fuß- und Radverkehr einschließlich der Rollstuhlfahrer in offener Bauweise errichtet werden kann.

Hintergrund ist die Grobkostenschätzung über 1,8 Millionen Euro (+/-20 Prozent inklusive Ablösekosten, die der Bund fordert) für eine Unterführung in attraktiver, heller und weiter Variante. Da die Kommune derzeit massiv auf die Ausgabenbremse treten will, wollte die Verwaltung ein solches Bauwerk eigentlich komplett kippen, kam damit aber in der vorvergangenen Woche beim Gemeinderat nicht durch. Der Sitzung waren mehr als 150 Bürger gefolgt, und mehr als 500 Unterschriften pro Unterführung für die Rheinstraße waren übergeben worden (wir berichteten detailliert).

Wie Intveen im Gespräch mit unserer Zeitung betont, hätten ihm zwei Experten – einer von der Stadt Rheinfelden, einer vom RP – unabhängig voneinander versichert, dass nach den Kreuzungsrichtlinien des Straßengesetzes für sogenannte Wellstahlbauwerke keine Ablösekosten fällig würden. Daher regt die SPD-Fraktion an, eine einfache Unterführung in offener Bauweise – die „B 34 neu“ gibt es ja noch nicht – zu errichten – in Form eines Wellstahlrohres. Durch ein solches führt beispielsweise der Fuß- und Radweg beim „Kapfbühl“ in Karsau (gegenüber der „Wohnwelt“).

Bürgermeister Tobias Benz will die Mutmaßung bezüglich des Nichtfälligwerdens von Ablösekosten nun planerisch und juristisch prüfen lassen. „Denn ich kann dazu selbst nichts sagen. Da müssen wir uns auf die Fachleute und Planer verlassen“, hält Benz auf Nachfrage unserer Zeitung fest. Er habe von irgendwelchen Ablöse-Ausnahmeregelungen bezüglich sogenannter Wellstahlbauwerke bisher zwar noch nichts gehört, „aber wenn es so wäre, würde es mich schon wundern“, gibt sich Benz zurückhaltend. Er selbst könne sich aber durchaus „im Rahmen der Gesamtabwägung“ mit der Sparversion einer Unterführung anfreunden, bei der man „gewisse Abstriche“ mache – etwa bei Größe, Breite und Optik. „Es geht ja nur um die Funktion, also letztlich darum, einfach von A nach B zu kommen“, sagt Benz.

Intveens Vorstoß findet der Rathauschef „ganz toll“, wie er hervorhebt. Dass die Verwaltung aber – wie von Intveen im Gemeinderat vorgeworfen – andere Varianten für die geplante Querung „einfach weggewischt“ habe, will Benz nicht gelten lassen. Voraussichtlich in der Dezember-Sitzung will er dem Ratsgremium daher drei mögliche Varianten präsentieren: eine Überführung in Höhe vom Thomasbodenweg, eine Unterführung an der Rheinstraße in „attraktiver Version“ sowie davon eine Billigvariante mit zweckmäßiger, einfach „Verbindungsfunktion“.

Heinz Intveen baut darauf, dass für eine Wellstahlkon­struktion tatsächlich keine Ablöse fällig würde, was die Baukosten auf wenigstens die Hälfte senken müsste, so seine Erwartung. „Auch wir sind keine Spezialisten, aber ich war platt, als ich das gleich von zwei Seiten gesagt bekommen habe“, hält der SPD-Fraktionssprecher fest.

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