Grenzach-Wyhlen Zentrengestaltung als große Chance

Die Oberbadische, 10.01.2016 19:57 Uhr

Von Rolf Reißmann

So gut besetzt war der Saal bei einem Neujahrsempfang lange nicht. Mehr als 300 Einwohner und Gäste waren in das Haus der Begegnung gekommen, wo Bürgermeister Tobias Benz auf sein erstes volles Arbeitsjahr in der Gemeinde zurückblickte.

Grenzach-Wyhlen. „Mir macht die Arbeit immer noch großen Spaß und ich habe bisher keinen Tag bereut“, fasste er dies aus ganz persönlicher Sicht zusammen. Wie zu erwarten, standen Anmerkungen zur Flüchtlingsunterbringung ganz vorn.

Flüchtlinge: Etwa Mitte Februar könnten die ersten Bewohner in die neue Gemeinschaftsunterkunft einziehen, neben den dort dann wohnenden 200 Personen sind bereits 80 Flüchtlinge im Ort untergekommen. Angesichts des nicht abschwellenden Zustroms von Flüchtlingen werde sich aber auch Grenzach-Wyhlen Gedanken um weitere Unterbringungsmöglichkeiten machen müssen, erklärte Benz.

B34 neu: Zum derzeit großen Thema im Ort, dem Bau der B 34 neu, stimmte auch der Bürgermeister einer optimierten Variante zu. Er freue sich, dass sich das Bündnis Mobilität nicht gegen die Straße an sich wendet, sondern für zweckmäßige Anpassungen einsetzt. Allerdings sollten die Erwartungen für mögliche Änderungen nicht allzu hoch liegen, da das Regierungspräsidium grundsätzlich am vorliegenden Planungsstand festhält.

Zentrum: Für die weitere Ortsentwicklung komme der Zentrengestaltung zunehmend Bedeutung zu. „Ohne zu übertreiben handelt es sich hier um eine Jahrhundertchance“, meinte er mit Blick auf das große Areal in Grenzach. Handel, Gastronomie, Wohnen und Kinderbetreuung können hier untergebracht werden. „Da das gesamte Areal im Besitz der Gemeinde liegt, kann auch die städtebauliche Gestaltung direkte beeinflusst werden.“ In Wyhlen sei das auf Grund wechselnder Eigentumsverhältnisse nicht so einfach, aber allein schon wegen der bestehenden Fördermöglichkeiten sollten hier vor allem Varianten für einen attraktiven Dorfplatz mit den Bürgern besprochen werden.

Haushalt: Bei der Haushaltsplanung sei es gelungen, das strukturelle Defizit weiter zu verringern, erstmals werden auch die Einnahmen aus der Einkommenssteuer höher sein als jene aus der Gewerbesteuer. Dennoch bleibe Grenzach-Wyhlen ein bedeutender Industrieort.

BASF: Zu allen Firmen bestehe ein gutes Verhältnis. Besonders im Blickfeld stehe nach wie vor BASF. „Über das Bekenntnis der BASF zum Standort Grenzach in Form von Investitionen von rund 40 Millionen Euro haben wir uns sehr gefreut“, sagte Benz. Er hoffe, dass bald eine weitere Produktionslinie dieses Werk endgültig aus dem Tal der Restrukturierung herausführe.

Zimmermann: Der Bebauungsplan Rheinvorland-West, der das BASF-Areal umfasse, werde im Januar in die Offenlegung gehen. Aber, es sei durch die Gemeinde wohl nicht zu verhindern, dass sich die Chemieentsorgungsfirma Zimmermann hier ansiedelt. Allerdings wird das Werk nicht am ursprünglich vorgesehenen Platz möglich sein und für einen veränderten Standort ist ein neues immissionsrechtliches Genehmigungsfahren notwendig. Davon hänge letztlich die Ansiedlung ab.

Ehrenamt: Benz beendete seine Rede mit einem Dank an alle Vereine und ehrenamtlichen Helfer, sie belebten maßgeblich das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde.