Grenzach-Wyhlen Zukunftsforum sieht keine Mitte

Manfred Mutter (rechts), Sprecher des Zukunftsforums, diskutiert mit Vertretern des Jugendparlaments über die „Neue Mitte“ Wyhlen. Foto: Johannes Senske

Grenzach-Wyhlen - Alle Teilnehmer des Treffens der Arbeitsgruppe Neue Mitte Wyhlen waren sich einig, dass die bisherigen Planungen der Gemeinde abzulehnen seien, da sie einen Abriss des alten Hofes ebenso vorsahen wie eine sehr starke Verkleinerung des vorhandenen Gartenbereichs.

Stattdessen solle mehr Zeit eingeräumt werden, um neue, tragfähige Konzepte für eine wirkliche Dorfmitte zu entwickeln. Diese könne dann beispielsweise auch einen Pavillon, ein Café, ein Kulturhaus oder einen Bücherschrank enthalten, um es zu einem echten Treffpunkt für Alt und Jung zu machen. Denn darin waren sich alle rund 20 Diskussionsteilnehmer einig: Auch Wyhlen braucht einen zentralen Dorfplatz.

Dorfplatz schrumpft auf „Handtuchgröße“

Manfred Mutter als Sprecher des Zukunftforums machte im Eingangsreferat nochmals deutlich, weshalb die bisherigen Planungen nicht sehr sinnvoll seien. So sei bisher – auch im Hinblick auf eine Refinanzierung der von der Gemeinde erbrachten Kaufsumme – eine viel zu großflächige Bebauung vorgesehen, die den eigentlichen Dorfplatzbereich auf „Handtuchgröße“ schrumpfen lassen würde.

Gerade die Obstwiese mit ihrem Baumbestand sei jedoch als „grüne Oase“ im Dorfkern erhaltenswert – ebenso wie das historische Gebäude einschließlich des alten Gewölbekellers und eines sehr gut erhaltenen historischen Kachelofens.

Auch die anwesenden Vertreter der Parteien – Katja Schäfer (SPD), Carola Lambelet (Freie Wähler) und Michael Nopper – sprachen sich für den Erhalt des gesamten Ensembles aus und betonten den Wert des historischen Gebäudes. Dies soll auch durch frühere Recherchen von Erhard Richter belegt werden.

In der weiteren Diskussion wurde jedoch auch deutlich, dass man sich Veränderungen – auch bauliche Maßnahmen – durchaus vorstellen kann. Allerdings müssten diese behutsam und platzschonend durchgeführt werden.

Yorick Weihs als Vertreter des Jugendparlaments bekräftigte nochmals die Forderung, möglichst bald den Zaun entlang der Gartenstraße zu entfernen, um den Bürgern überhaupt die Möglichkeit zu geben, das Gelände persönlich in Augenschein zu nehmen. Dies fand jedoch wenig Zustimmung, da dies eventuell zu wilden Freiluftpartys führen könne.

Stattdessen wurde beschlossen, Anfang September eine Art Bürgerinfo direkt vor Ort anzubieten – zeitgleich mit einem Café im alten Schopf, um so allen interessierten Bürgern die Möglichkeit zu bieten, sich selbst ein Bild von diesem umstrittenen Areal zu machen (Termin voraussichtlich am 12. September). Herr Mutter schlug außerdem vor, verschiedene Beispiele gelungener Ortsmitten in der Umgebung zu besichtigen, etwa das Schoepflin Areal in Brombach. Es gelte, eine „kluge und zukunftsoffene Variante“ zu finden.

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